Als Altglienicke 1951 zweigeteilt wurde: 75 Jahre südlicher Bahnaußenring

Bau des Bahnaußenrings in der Alemannenstraße anno 1951
Bau des Bahnaußenrings in der Alemannenstraße anno 1951

Mai 2026: Vor genau 75 Jahren erlebte Altglienicke im Eiltempo von nur vier Monaten eine Baumaßnahme, die deutlich in die bisherige Siedlungsstruktur des Ortsteils eingriff: die Errichtung des südlichen Berliner Bahnaußenrings quer durch das Einfamilienhausgebiet. 

Historisch bestand das Berliner Bahnnetz aus am Rande des damaligen Stadtgebiets befindlichen Kopfbahnhöfen, von denen es strahlenförmig in die verschiedensten Richtungen ging. Die Bahnhöfe trugen entsprechende Zielnamen: Schlesischer Bahnhof, Görlitzer Bahnhof, Anhalter Bahnhof, Potsdamer Bahnhof, Lehrter Bahnhof etc. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kam der Wille auf, die Linien miteinander zu verbinden. Ein erstes Projekt war ab 1871 die Berliner Ringbahn, doch der starke Güterverkehr im immer mehr wachsenden und enger zugebauten Berlin verlangte zur Entlastung neue größere Umfahrungen. So entstand 1940/ 41 ein erster Abschnitt eines Güteraußenrings von Teltow über Lichtenrade, Großziethen, Schönefeld, Wuhlheide und Springpfuhl nach Karow. Die Strecke führte nach der Teilung der Stadt nach dem Kriegsende 1945 teilweise durch West-Berliner Gebiet. Das war der DDR-Regierung ein Dorn im Auge. Sie wünschte schon lange vor dem Mauerbau eine leistungsfähige Umfahrung des Westteils der Stadt. Die Planungen wurden forciert als am 1. Mai 1950 ein neues DDR-Zollgesetz in Kraft trat, nach dem Güter nicht mehr über West Berliner Gebiet fahren dürfen.

Weiter südlich von West-Berlin wurde bei Ludwigsfelde mit Anschluss an die Anhalter Bahn ab November 1950 eine neue Umgehung von Genshagener Heide nach Schönefeld gebaut. Dieses geschah für die 24 Kilometer in nur acht Monaten Bauzeit bis Juli 1951. Aufgrund des begrenzten Platzes zwischen Flughafen Schönefeld und der nahen Grenze zu West-Berlin baute man das letzte Stück mittendurch den Dorfteich im Schönefelder Dorfkern. Von Schönefeld zum Grünauer Kreuz wurde der heute als S-Bahn-Strecke bekannte Streckenabschnitt des Güteraußenrings genutzt, der aber eingleisig und durch morastigen Untergrund immer wieder problembehaftet war. Da die neue Strecke zur deutlichen Umgehung West-Berlins einen Zeitverlust mit sich brachte, sollte sie so ausgebaut werden, dass Geschwindigkeiten von 120 km/h möglich werden. Ein weiterer Termindruck ergab sich dadurch, dass in Ost-Berlin vom 5. bis 19.August 1951 die III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten des kommunistischen Weltbunds der Demokratischen Jugend (WBDJ) stattfanden. Die erwarteten 26.000 internationalen Gäste sollten vom Westteil ferngehalten werden. Infolgedessen wurde von der DDR-Führung im Spätsommer 1950 entschieden, anstatt der schwierigen Trasse entlang der Grünbergallee, eine leistungsfähigere neue Strecke quer durch Altglienicke zu errichten, die ohne Kurven und einem Teilverlauf über die stark befahrene Görlitzer Bahn direkt auf das Grünauer Kreuz stößt. 

Nachdem zwei Monate vorher die Anwohner erste Informationsschreiben erhielten, mit der Ankündigung einer Infoveranstaltung mit DDR-Verkehrsminister Erwin Kramer im Februar in der Schule an der Köpenicker Straße, begann schon Ende März 1951 das Baugeschehen und nahm dabei wenig Rücksicht auf örtliche Gegebenheiten. In einem Teilabschnitt nahm man die damals wegen einer Hochspannungsleitung sehr breit angelegte Alemannenstraße (die heutige befindet sich ein Stück westlich davon), ansonsten ging es wie mit einem Lineal gezogen durch das Siedlungsgebiet. Betroffene Grundstückeigentümer wurden binnen Wochen enteignet und bekamen lediglich lächerliche Entschädigungen von 1,41 Mark pro Quadratmeter. Diverse wurden in Fertigteilen neuerrichtete Einfamilienhäuser an der Markomannenstraße oder andernorts umgesetzt, denn etliche Einfamilienhäuser mussten abgerissen werden. Manche hatten aufgrund der Lage ihrer Häuser Glück und sie mussten nur einen Teil des Grundstücks abtreten, so dass ihre Eingangstür plötzlich hinten lag und statt des Gartens wenige Meter davor ein Zaun mit in Tieflage die Bahntrasse stand. Bei manchen wurde, wo baulich möglich, nur ein Teil des Hauses abgerissen.

Es gab zwar Proteste Betroffener, aber die verzögerten nur gering das Vorhaben. Es wurde gedroht, dann gar nichts zu bekommen. In weniger als einem halben Jahr wurde mit allerlei Bodenaushub der Bahnaußenring durch die Altglienicker Ortslagen Falkenberg und Falkenhöhe getrieben. Was man als einzig Positives mitnehmen konnte, es gab dadurch einige historische Bodenfunde aus der Stein- und Bronzezeit, durch die wir wissen, dass schon 2000 v. Chr. Menschen im Bereich Alemannen-, Germanen- und Preußenstraße siedelten. Diese landeten im Fundus des Märkischen Museums. Schon am 10. Juli 1951 rollte – eröffnet durch DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl – der erste Zug über die neue Trasse. Um erstmal aufgrund des in wenigen Monaten realisierten Bauvorhabens Setzungen des Bodens abzuwarten, zunächst mit 50 km/h, ab April 1952 mit 80 km/h und dann wenige Jahre später schließlich bis 120 km/h. Damit war die Bahntrasse auch pünktlich zu den III. Weltfestspielen fertig, was aber etliche der dort versammelten jungen Menschen nicht abhielt, am Rande des Programms trotzdem über die noch offenen Grenzen West-Berlin zu besuchen.

Der Bahnaußenring in Höhe Preußenstraße im Jahr 1970
Der Bahnaußenring in Höhe Preußenstraße im Jahr 1970

Für die Altglienicker veränderten sich hingegen allerlei Wegebeziehungen. Die Preußenstraße ist seitdem unterbrochen. Nur die Germanenstraße bekam eine Brücke. Ebenso wurden Sachsenstraße, Bohnsdorfer Weg, Mohnweg, Rebenweg, Kirschweg sowie weitere Wege der Siedlungen Falkenhöhe und Eigenheim 2 in zwei Hälften geteilt. Es dauerte viele Jahre, bis am Bohnsdorfer Weg eine Fußgängerbrücke und später die Wegedornbrücke ebenso für Pkw entstand. Auch die befahrbare Brigittenbrücke zwischen Kirchweg und Brigittenstraße entstand erst 1981. Dabei hatte DDR-Verkehrsminister Kramer 1951 etliche Brücken zeitnah versprochen, auch eine nie realisierte für die Preußenstraße. 1985/86 sollte die Strecke um noch um zwei weitere Gleispaare erweitert werden, was die Enteignung und den Abriss sechs weiterer Häuser zwischen Am Falkenberg und Germanenstraße zur Folge hatte. Für eine Entschädigung von bis zu 2,80 Mark pro Quadratmeter Grundstück (heutiger Wert bei 500 Euro/qm). Letztlich war der Abriss unnötig, da aufgrund fehlenden Geldes nur ein Gleispaar tatsächlich realisiert wurde.

Lange hatte man in Altglienicke weite Umwege durch eine zerschneidende Bahntrasse, die in wenigen Monaten gebaut wurde, aber die Menschen ringsherum nicht berücksichtigte. Einst fuhren hier Züge im Abstand weniger Minuten (bis 1970 Dampfloks, dann lange Dieselloks, seit Mitte der 80er Jahre elektrisch), heute sind es deutlich weniger. Erst seit jüngerer Zeit wird über Lärmschutzmaßnahmen nachgedacht. Vielleicht bekommt die von Regional- und Güterzügen durchfahrene Bahntrasse doch mal mehr Bedeutung für die Altglienicker. Seit Jahrzehnten gibt es Überlegungen, den Bahnaußenring für eine neue ÖPNV-Verbindung zu nutzen, als Regional- oder S-Bahnlinie. Schienen-TVO oder S6 wird das Projekt genannt. Eine schnelle Verbindung von Schönefeld über Marzahn und Karow nach Oranienburg. Ein denkbarer Halt wäre auch an der Coloniaallee in Altglienicke. Leider wird aufgrund der Haushaltslage der Termin einer baulichen Umsetzung immer wieder verschoben. War mal von 2032 die Rede spricht man nun von noch späteren Zeiträumen.

(Text von Joachim Schmidt vom Dörferblick, Bilder vom Bürgerverein Altglienicke e.V. )


Fussgängerbrücke im Kölner Viertel

Erst 1999 wurde die Fußgängerbrücke über den Bahnaußenring zwischen Porzer und Lehmusstraße eröffnet, welche die beiden Neubaugebiete Kölner Viertel und Ärztinnenviertel auf kurzem Wege verband. Für viele Anwohner auf der nördlichen Seite der Bahn rund um das Ärztinnenviertel war diese Überführung auch eine schnelle Verbindung zum S-Bahnhof Grünbergallee wie auch zu den Einkaufsmöglichkeiten entlang der Coloniallee. Etliche Kinder aus dem Kölner Viertel besuchen die jenseits der Bahn gelegene Grundschule am Mohnweg.
Eine Prüfung vor fast zwei Jahren brachte dann die schreckliche Nachricht. Es wurden nach nur 12 Jahren deutliche Schäden an fünf Schweißnähten festgestellt, die am 24. Juni 2011 zur sofortigen Sperrung führte. Damals versprach die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Fußgängerüberführung in wenigen Tagen zu reparieren und dann auch wieder freizugeben. Die Konstruktion wurde schließlich unterhalb durch Schwerlaststützen verstärkt und die Züge mussten unterhalb der Brücke verlangsamt durchfahren, doch eine erwartete Freigabe für Fußgänger und Radfahrer blieb aus. Bis zum heutigen Tage. Immer weitere Gutachten sollten entscheiden, was nun mit der Brücke letztendlich passieren müsste. Für alle Anwohner ein großes Ärgernis, die nun dauerhaft weitere Umwege bis zur Fußgängerbrücke Reben-/ Birnenweg bzw. zur Wegedornstraße zurückzulegen hatten. Und mit der Folge, dass entlang der Coloniaallee der Fußgängerverkehr auf dem Weg zum S-Bahnhof ausblieb, denn wer erst am Rebenweg war, nahm von dort aus den kürzesten Weg weiter zur Grünbergallee. Händler und Gewerbetreibende im Kölnischen Viertel kämpften fortan um ihre Existenz. Etliche haben seit dem auch dicht gemacht, weil keine Laufkundschaft mehr da war. Schließlich bildete sich sogar eine Initiative von Gewerbetreibenden um gegenüber dem Berliner Senat Druck zu machen, die Unterschriften für eine zügige Problemlösung sammelten. Dabei kamen mehrere Tausend zusammen, die im Herbst vergangenen Jahres an Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) übergeben wurden.
Zudem führte zeitgleich im September der regionale Ortsverband der FDP eine mit 50 Personen gut besuchte öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Stadtentwicklungsstadtrat Rainer Hölmer (SPD), Uwe Fuhrmann von der Wohnbauten-Gesellschaft Stadt und Land sowie anderen lokalen Akteuren durch, der auch die Abgeordneten der SPD und CDU beiwohnten, welche versprachen sich nochmals bei den zuständigen Stellen für die Wiederherstellung der Brücke stark zu machen. Letztlich hatte auch das etwas Gutes. Nochmals wurde dort eine Prüfung der Konstruktion unternommen. Immer wieder wurden Materialproben untersucht. Pünktlich zum Jahresstart 2013 dann eine erfreuliche Nachricht.


Die Fußgängerbrücke muss nicht wie schon befürchtet abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, was im Rahmen der Haushaltsplanung etliche Jahre gedauert hätte, bis die Gelder bereit gestellt gewesen wären, sondern sie kann doch repariert werden. Gutachten ergaben, dass sich die defekten Schweißnähte reparieren lassen. Andere Stellen der Konstruktion erwiesen sich als unbedenklich. Die Planungen für das Vorhaben sind bereits bei der Senatsverwaltung aufgenommen worden. Losgehen soll die Brückensanierung Anfang Juni 2013 mit einer erwarteten Bauzeit von zwei Monaten. Im Spätsommer werde es dann so wieder möglich sein, als Fußgänger und Radfahrer die Brücke zu überqueren. Das wird auch die Gewerbetreibenden entlang der Coloniaallee erfreuen.
In den vergangenen Monaten zeigte sich die Wohnbauten-Gesellschaft Stadt und Land recht aktiv leerstehende Geschäfte neu zu vermieten, ggf. auch temporären soziokulturellen Nutzungen zur Verfügung zu stellen. So hat sich die Situation dort auch schon wieder deutlich gebessert. Kaum noch Leerstände. All jene, die durchgehalten haben wie auch die neuen Geschäfte haben nun wieder eine Perspektive, mit der man arbeiten kann. Und überhaupt ist es ein schönes Geburtstagsgeschenk, denn das Kölner Viertel feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. 1993 entstand der erste Bauabschnitt zwischen Rebenweg und Coloniaallee.
(Text von Joachim Schmidt vom Dörferblick)



Wie weiter im Kölner Viertel? – Erste Bilanz einer Veranstaltung

Am 29. August 2012 lud der FDP-Ortsverband in Altglienicke zu einer Infoveranstaltung unter der Fragestellung „Wie weiter im Kölner Viertel?“ in die Gaststätte Colonia Pub. Das Podium hatte die derzeit in Berlin parlamentarisch nicht vertretene Partei recht breit gewählt: Rainer Hölmer (SPD) als Bezirksbaustadtrat, Uwe Fuhrmann als Servicebüroleiter von Stadt und Land, Susanne Albrecht von der Gewerbetreibenden-Initiative Kölner Viertel, Stefan Förster, stellv. FDP-Bezirksvorsitzender und Bürgerdeputierter im BVV-Stadtplanungsausschuss, und Joachim Schmidt als Vorsitzender des Bürgerverein Altglienicke e.V. – mehr als 50 Anwohner folgten der Einladung. Und auch die beiden Mitglieder des Abgeordnetenhauses aus dem Wahlkreis, Ellen Haußdörfer (SPD) und Katrin Vogel (CDU), stießen hinzu. Es ging um die Themenfelder Sperrung der Fußgängerbrücke in Höhe Coloniaallee, um Leerstand von Gewerberäumen, um ungenügende Pflege im Coloniapark und um Vermüllung im Straßenland, einfach um die Frage wie dieses 1994 entstandene Wohngebiet nicht weiter an Attraktivität einbüßt.


Was die Brücke betrifft war wie in einem verteilten Rundschreiben der Senatsverwaltung zu erfahren, dass fünf gerissene Schweißnähte im Juni 2011 zur Sperrung führten. Im Ergebnis gab es zur Sicherung der Standfestigkeit eine Notunterstützung im Gleisbereich. Die Sperrung für Fußgänger blieb allerdings bestehen. Derzeit werde geprüft, ob es möglich sei die Brücke instand zu setzen oder ob ein Neubau erforderlich ist. Im günstigsten Fall soll aber die Nutzbarkeit nicht vor Ende 2013 sichergestellt werden können. Bei einem Neubau sei Baubeginn frühestens 2014. Wenn der Prüfbericht das zulasse, werde man verfolgen die Brücke unter Verbleib der Notunterstützung bis zur Instandsetzung zwischenzeitlich doch für Fußgänger freigeben zu können. Die Entscheidung darüber werde wohl Ende November 2012 fallen. Ein Grund weswegen man sich an diesem Abend auch verständigte die Veranstaltung unmittelbar danach fortzusetzen, um erste Ergebnisse des seitdem Geschehenen auszuwerten. Vieles bewegt beim Senat sich nun intensiver mit der Brückenproblematik zu befassen, hat anscheinend auch die von Susanne Albrecht geleitete Initiative Kölner Viertel mit ihrer recht erfolgreichen Unterschriftensammlung.
Der Vertreter von Stadt und Land ging auf die Vermietungssituation im Kölner Viertel ein. Der Leerstand an Wohnungen betrage derzeit nur 1,9%. Vor drei Jahren waren das noch rund 6%. Der Anteil anderer Nationalitäten sei mit 0,5% sehr gering. In Sachen Leerstand von Gewerberäumen sei man sehr bemüht die Ladenflächen wieder Nutzungen zuzuführen, ggf. auch temporäre für kulturelle Projekte, wie z.B. gerade der Bürgerverein Altglienicke in der ehemaligen Post am Ehrenfelder Platz mietfrei Räume nutzt um Ausstellungen zur Altglienicker Ortsgeschichte zu zeigen. Die leerstehende ehemalige Schlecker-Filiale daneben wurde gerade von dem nach der Insolvenz zurückgelassenen Mobiliar beräumt und könne wieder anderweitig genutzt werden. Derzeit sei man dran die leerstehende Gaststätte (ehemals Pizzeria) neu zu vermieten. Zwei Bewerber gebe es, ein griechisches und ein indisches Restaurant. Bis zum Jahresende gehe es hier wieder los.


Nachfragen der Anwesenden gingen in die Richtung medizinische Versorgung. Die einzige Apotheke habe vor längerem dicht gemacht. Hier solle man noch einmal initiativ werden, etwa in Richtung einer Filiale der DocMorris-Versandapotheke. Auch war Frage, ob man nicht über einen Zahnarzt hinaus Arztpraxen im Kölner Viertel ansiedeln könne, z.B. in leerstehenden Ladengeschäften. Dieses verhält sich allerdings etwas kompliziert, da man nicht ohne weiteres in Deutschland eine Arztpraxis eröffnen kann. Jeder Standort ist von der Kassenärztlichen Vereinigung zu genehmigen und die bestimmen zweimal im Jahr wie viele Ärzte einer bestimmten Fachrichtung sich wo niederlassen dürfen. Wenn ein Arzt Interesse hat sich neu im Kölner Viertel niederzulassen, müsste er zunächst ein Mietobjekt haben, und dann ohne es wirklich zu nutzen, ein Genehmigungsverfahren von einem Dreivierteljahr abwarten.In Sachen Grünanlagenpflege gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten. Ein Teil der Flächen ist Natur- und Grünflächenamt, ein Teil Stadt und Land. Was den Zustand der kommunalen Flächen betrifft, wie den Colonia Park, sei das bekannt. Leider geben die vom Senat verordneten Einsparungen im Bezirkshaushalt immer weniger Spielraum für Grünanlagenpflege, so dass es gelte mit dem wenigen auszukommen. Hier sei es gut immer Hinweise zu bekommen. So wurde vereinbart mit interessierten Bürgern im Herbst einen Rundgang mit dem Natur- und Grünflächenamt durchzuführen, um Probleme zu benennen. In Sachen Vermüllung sei problematisch, dass die BSR die Anzahl der Abfallkörbe reduziert hat, um ebenso Kosten einzusparen. Hier solle mit Vertretern der Politik noch einmal Druck gemacht werden, diese im Kölner Viertel wieder zu erhöhen.
In der Diskussion wurden dann von den Anwesenden hier und da weitere Probleme benannt, alle Verantwortlichen bekräftigten ihren Willen, dieses in den nächsten Monaten noch einmal gezielt anzugehen, bis man dann vermutlich Anfang Dezember zu einer weiteren Runde zusammenkomme. „Der Dörferblick“ wird darüber entsprechend informieren. Dabei bleibe natürlich das Hauptproblem die Fußgängerbrücke, denn viele müssen derzeit weite Umwege zurücklegen, um etwa von der anderen Seite der Bahn zum Bahnhof Grünbergallee zu gelangen, kommen derzeit so nicht an den Geschäften der Coloniaallee vorbei, fehlen dort als Kunden und sorgen für jene Umsatzeinbußen. Bewohner des Kölner Viertel haben lange Wege in die andere Richtung, etwa um zur Schule zu gelangen. Insgesamt sei das Kölner Viertel ja ein lebenswertes, schönes Wohngebiet, man müsse nur eben verhindern, dass es nicht zu einer weiteren Negativentwicklung komme, wie in manch anderen Neubaugebieten letztlich geschehen. So war das ein vernünftiger Auftakt hierzu eine Bürgerversammlung durchzuführen mit auch einem relativ guten Besuch und der von einigen geäußerten Bereitschaft zu verstärktem bürgerschaftlichen Engagement für das eigene Wohngebiet.
Unterdessen hat sich einiges neu entwickelt. Seit dem 24. September wird die Fußgängerbrücke eingerüstet. Wir sind gespannt was da passiert…
(Text Joachim Schmidt, Fotos Ingo Drews)