Aktuelles aus Altglienicke und vom Bürgerverein


Ausstellungseröffnung am Freitag den 10. Februar 2023 in der WaMa - Fotoprojekt: Orte der Zwangsarbeit

1980 - ehemalige Zwangsarbeiterlager der Deutschen Reichsbahn auf dem Gelände `Am Gartenstadtweg`.
1980 - ehemalige Zwangsarbeiterlager der Deutschen Reichsbahn auf dem Gelände `Am Gartenstadtweg`.

Schon seit geraumer Zeit kamen Hinweise, dass es diesen Ort unweit unserer Schule tatsächlich gibt: auf einem Teil des Altglienicker Friedhofes wird polnischer Zwangsarbeiter gedacht, die während der Zeit des Nationalsozialismus, genauer des Zweiten Weltkrieges, ausgebeutet, gequält und auch ermordet worden sind.

Unsere Schule hatte einen Anteil an einer Neugestaltung des Areals, die federführend von Schülerinnen und Schülern des Archenhold-Gymnasiums umgesetzt wurde.

Einen Namen muss ich in diesem Zusammenhang zuallererst nennen: Bronislawa Czubakowska, ein Mädchen aus dem polnischen Zgierz, das 1942, nur vierundzwanzigjährig, in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil ermordet wurde. Sie lebte vom 9.7.1916 bis zum 15.8.1942.

Ein Beleg für das Leben dieser jungen polnischen Frau ist die Broschüre „Ein polnisches Menschenschicksal - Losy Polaków“, ein Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, verfasst unter Leitung von Frau Dr. Almuth Püschel. Bei der Recherche hilfreich war wieder Gerd Lüdendorf, der mir einen Zeitungsartikel zum Thema zusandte. Richtig voran brachte uns aber Klaus Leutner, der uns ein Exemplar der Dokumentation „Standorte und Topographie der Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager in Berlin und Umland. 1939-1945“ von 1999 zur Verfügung stellte.

Diese Dokumentation ist sehr umfangreich, erschreckend umfangreich war, und diese Erkenntnis traf uns sehr, das Ausmaß der Zwangsarbeit in unmittelbarer Nähe unserer Wohn- und Lernorte!

2020 - ehemalige Zwangsarbeiterlager der Deutschen Reichsbahn auf dem Gelände `Am Gartenstadtweg`.
2020 - ehemalige Zwangsarbeiterlager der Deutschen Reichsbahn auf dem Gelände `Am Gartenstadtweg`.

Es ist irrig anzunehmen, dass nur große Konzerne Zwangsarbeiter:innen beschäftigten, nein, auch in viel kleineren, überschaubaren Zusammenhängen wurden diese Menschen völlig rechtlos gehalten, der Willkür ihrer Peiniger ausgeliefert. Es haben sich so viele Fragen ergeben, die im Zuge der Projektarbeit bei den Jungs und Mädchen aufkamen, nicht nur nach dem Alltag und der Herkunft der Menschen, sondern auch nach Kindern, Geschwistern, die getrennt wurden von ihren Eltern und ihren Familien.

Unter fachlicher Anleitung des Berufsfotografen Georg Krause, der auch in Treptow-Köpenick beheimatet ist, forschten die Schüler:innen des Leistungskurses Kunst im Rahmen ihres Fotografiesemesters an einigen Orten der Zwangsarbeit. Diese Dokumentation hat große Lücken, weil das Ausmaß der Zwangsarbeit gewaltig war.

Viele Orte lassen heute nicht mehr erahnen, welche Schicksale sie einst bargen. Umso wichtiger ist, dass sie nicht vergessen werden.

Das ist ein Fotoprojekt, bei dem die Jugendlichen Orte der Zwangsarbeit und im Spannungsfeld dazu sich selbst fotografiert und alles in einem Booklet zusammengefasst haben.

(Matthias Koenig, November 2022)


Neue Brücke in Adlershof über Bahn und Adlergestell

In Adlershof haben nach gut einem Jahrzehnt Planung die baulichen Vorbereitungen für eine 74 Meter lange und fünf Meter breite Fuß- und Radverkehrsbrücke über das Adlergestell und die Bahngleise hinweg begonnen. Der Neubau wird von der Elan-Tankstelle nördlich der Neltestraße bis zum Knotenpunkt Wagner-Régeny- und Igo-Etrich-Straße führen. Letztlich beabsichtigt der Berliner Senat mit der Brücke die Schaffung einer Verbindung zwischen dem Landschaftspark Johannisthal im Süden und der Köllnischen Heide im Norden. Die Kosten dafür werden sich voraussichtlich auf 11 Millionen Euro belaufen. Eine deutliche Kostensteigerung gegenüber dem Stand vor anderthalb Jahren, wo die Planer noch von einer Summe in Höhe von 7,5 Millionen Euro ausgingen, doch die Material- und Personalkosten sind seitdem rasant gewachsen. Noch bis zum Jahresende 2022 soll die Anpassung der Oberleitungen der Bahn abgeschlossen sein. Für das Vorhaben werden noch im Dezember 90 der insgesamt 106 Garagen am Adlergestell zwischen der Neltestraße und der Tankstelle abgerissen, weil auf dem Areal die östliche Rampe für die Brücke entsteht. Die Fertigstellung des Brückenbaus soll bis Mitte 2024 erfolgen. Der ursprüngliche Termin der Inbetriebnahme Ende 2023 ist nach einer europaweiten Ausschreibung des Bauauftrages nicht mehr zu halten. (Text von Joachim Schmidt vom Dörferblick)


Voll der Osten” – neue Ausstellung im Bürgerhaus Altglienicke

Voll der Osten. Leben in der DDR” ist eine Fotoausstellung von Harald Hauswald mit Texten von Stefan Wolle. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der OSTKREUZ Agentur der Fotografen. Diese Ausstellung zeigt gerade das vom Bürgerverein Altglienicke e.V. betriebene Altglienicke Museum im Flur des 1. Stockwerks im Bürgerhaus Altglienicke in der Ortolfstraße 182. In den achtziger Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Die OSTKREUZ Agentur der Fotografen und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur laden mit der Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR” zu einer Bilderreise in die Zeit der Teilung ein. Gezeigt wird eine ungeschminkte DDR-Realität, an die sich heute selbst Zeitzeugen kaum mehr erinnern. Die Ausstellung präsentiert auf 20 Tafeln über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald. Die Texte der Ausstellung hat der Historiker und Buchautor Stefan Wolle verfasst, der wie der Fotograf in der DDR wachsen ist. Die Ausstellungstafeln verlinken mit QR-Codes zu kurzen Videointerviews im Internet, in denen der Fotograf darüber berichtet, wie und in welchem Kontext das jeweils zentrale Foto der Tafel entstanden ist. Die am 17. September zu 20 Jahre Bürgerhaus eröffnete Ausstellung ist das ideale Medium, um dazu einzuladen, den Alltag in der DDR der achtziger Jahre kennen zu lernen. Angeschaut werden kann sie immer werktags, wenn das Bürgerhaus Altglienicke geöffnet ist, zudem zu den Öffnungszeiten des Altglienicke Museums jeden letzten Sonntag eines Monats von 14 bis 17 Uhr.

(Text und Foto von Joachim Schmidt vom Dörferblick)


Neue Straßenbahn soll Bahnhof Schöneweide mit U-Bahnlinie 7 verbinden

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz bereitet aktuell erste Grundlagen für den Bau einer neuen Straßenbahnstrecke vom Bezirk Treptow-Köpenick nach Neukölln vor. Dazu fand im Oktober eine erste Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Die Verbindung ist Teil des Berliner Nahverkehrsplan 2019–2023. Die Strecke soll von der bestehenden Trasse am Sterndamm in Johannisthal aus künftig weiter über die Stubenrauchstraße nach Rudow verlaufen. Als Endpunkt ist der U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee (U7) vorgesehen. Mit insgesamt elf Haltestellen. Alternativ sei auch ein vorzeitiger Haltepunkt am U-Bahnhof Zwickauer Damm (U7) mit sieben Haltepunkten in der Prüfung. Mit einer solch neuen leistungsfähigen Verbindung sollen Buslinien ersetzt bzw. entlastet und ein wichtiger Beitrag zum Ausbau des ÖPNV-Netzes geleistet werden. Außerdem werde eine schnelle Bahnverbindung vom Bahnhof Schönweide zur U-Bahnlinie 7 und damit Richtung Rudow und Gropiusstadt geschaffen, die einen Teil der Trasse des aktuellen Metrobusses M11 übernimmt. Neben den beiden Endpunkten wurden dazwischen verschiedene Trassenvarianten entwickelt, eine führt sogar in jeweilige Richtungen gegabelt von der Stubenrauchstraße zur Winckelmannstraße, dort an der aktuellen Endhaltstelle Haeckelstraße vorbei, wie jetzt zum Sterndamm Ecke Winckelmannstraße, die andere beidseitig den kompletten Sterndamm durch Johannisthal-Süd lang rechts abbiegend zur Massantebrücke. Letztere Trassenvariante wird höchstwahrscheinlich nach allen Untersuchungen von Nutzungspotentialen den Vorzug bekommen, so dass vermutlich die Schleife der Tram 60 durch den alten Ortskern Johannisthal nur noch wenige Züge fahren werden. Mögliche neue Haltestellen auf unserem Bezirksgebiet sind Rathaus Johannisthal, Sterndamm/ Lindhorstweg, Stubenrauchstraße/ Sterndamm und Stubenrauchstraße / Springbornstraße. Nach aktuellen Planungen ist eine Fertigstellung und Inbetriebnahme der Strecke für das Jahr 2029 vorgesehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass2024einentsprechenderSenatsbeschluss getroffen wird, dann folgen die detaillierte Entwurfsplanung, Genehmigungen und Planfeststellungsverfahren. Für die reine Bauzeit sind anderthalb Jahre veranschlagt. Ein Ärgernis für viele dürfte aber vorprogrammiert sein, denn die vielen Skizzen, die es für die neue Strecke gibt, zeigen keine Pkw-Parkplätze mehr entlang der geplanten Trasse.

(Text von Joachim Schmidt vom Dörferblick)


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