Die GAGFAH machte das Dorf zur Stadt- Ausstellung zur Geschichte der Wohnsiedlung an der Ortolfstraße

Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.
Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.

Ein Bericht von der Berliner Woche:

Kunibertstraße, Ortolfstraße und Wolfmarsteig erhielten ihre Namen vor rund 80 Jahren. Die Straßen entstanden beim Bau der Gagfah-Siedlung.

Im vorigen Jahr wurde die Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten 100 Jahre alt. Seine Spuren hat das Unternehmen auch in Altglienicke hinterlassen. Um 1930 war das noch eher ein beschauliches Dorf. Dann wurden Ackerflächen parzelliert. Dort entstand ab 1934 die Gagfah-Siedlung. mehr lesen ...


Da geht was! Da geht noch mehr! – ein Rück- und Ausblick im Kosmosviertel

Eröffnung Nachbarschaftstreff WaMa © B. Barthmann
Eröffnung Nachbarschaftstreff WaMa © B. Barthmann

Pressemitteilung des QM Kosmosviertel

Viel hat sich in diesem Jahr getan im Kosmosviertel. Eine ganze Reihe neuer Veranstaltungen und Aktionen wurden von Menschen aus dem Kiez auf den Weg gebracht und haben einen Beitrag dazu geleistet, das Leben im Quartier spürbar zu verbessern und die Menschen im Kiez näher zusammenrücken zu lassen. Ein anstehender Jahreswechsel bietet immer einen guten Raum noch einmal auf das Geschehene zurückzublicken.

 2018 – ein Jahr voller Premieren und Highlights

Mit einer Premiere startete das Quartiersmanagement in den Januar. Erstmals diskutierten auf der Gebietskonferenz Mitarbeiter aus allen wichtigen Einrichtungen und Ämter des Bezirkes, darüber wie die Arbeit im Kosmosviertel bislang läuft, wo etwas fehlt und wo man noch besser zusammenarbeiten kann. Eine gute Grundlage im Jahr 2018 so einiges auf die Beine zu stellen. Vor allem im Bereich der Beratung und Unterstützung hat sich daher auch einiges getan. Und so stehen dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bezirk Treptow-Köpenick die unabhängige allgemeine Sozialberatung, der Infopoint Alleinerziehende, die mobile Kiezberatung und seit November auch die bezirkliche Mieterberatung den Menschen zur Seite. Auch gebaut wurde in Abstimmung mit dem Bezirk und dem Land Berlin fleißig. Von den Ergebnissen überzeugen lassen kann man sich bereits auf dem Abenteuerspielplatz Waslala mit einem neuen Haus und den ersten Fortschritten im Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi. Große Spannung liegt auch bei der Grundschule am Pegasuseck in der Luft. Hier wird gerade mit Schülern, Lehrern und Eltern geplant wie die Sanierung und Weiterentwicklung in den nächsten Jahren aussehen soll.

Doch auch Wohlfühlen und Spaß standen im Zentrum. Lange hat sich in den Grünanlagen wenig getan. Das sollte sich ändern. Gesagt getan, Heckenschere, Besen und Schaufel in die Hand, Graffiti-Dosen ausgepackt und schon sieht’s wieder ein wenig besser aus. Der in diesem Jahr außerordentlich lange und schöne Sommer bot so Platz für viele Aktionen. Da ist zu erinnern an weitere Treppenhauscafés, das erste Kinderfest im Kosmosviertel, das Public Viewing zu den Spielen der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM, das Kiezfest sowie das erste und zweite Kiezpicknick im Kosmosviertel. Erstmals fand ein Trödelmarkt im Kosmosviertel statt, der ab sofort regelmäßig stattfinden soll. Fußball gespielt werden kann ab sofort auf dem neu gestalteten Bolzplatz an der Schönefelder Chaussee 191, der gleich mit dem 1.Kosmos-Soccer-Cup eingeweiht wurde. Und mittlerweile alle Jahre wieder endet das Jahr mit dem schon fast traditionellem Weihnachtsmarkt zum Mitsingen, einem der wohl schönsten Aktionen des ganzen Jahres.

Da ging der zweite Geburtstag des Quartiersmanagement fast unter. Im Frühjahr wurde nämlich eine ganze Woche lang gefeiert. Mit allerlei Aktionen von einem Mitmach-Zirkus über einem Lastenfahrrad-Parcours bis hin zu einem 1. Treppenhaus-Café und der obligatorischen Geburtstagstorte. Seinen zweiten Geburtstag und damit auch den Abschied feierte später im Jahr auch der Quartiersrat. Über zwei Jahre engagierten sich viele Nachbarn hier in vielen Diskussionen und Aktionen für ihren Kiez. Nach erfolgreicher und anstrengender Arbeit wurde nun neu gewählt und seit November stellen sich wieder sechszehn Nachbarn der Herausforderung mitzuentscheiden wie sich das Kosmosviertel weiterentwickeln soll. Oft geschieht dies in der wohl größten Errungenschaft des Jahres 2018. Dem neuen Nachbarschaftstreff „WaMa“, der Alten Waschmaschinenbörse. Bis mindestens Ende 2020 stehen hier nun für Jung und Alt Räume bereit um zu quatschen, zu spielen, zu sägen, diskutieren oder zu feiern.

Kinderfest im Kosmosviertel © J.Schmidt
Kinderfest im Kosmosviertel © J.Schmidt
Kiezfest im Kosmosviertel © J. Schmidt
Kiezfest im Kosmosviertel © J. Schmidt

Aber da geht noch mehr - Ein kurzer Ausblick für 2019

Viel passiert in 2018, doch das war’s noch lange nicht. Was erwartet uns im kommenden Jahr 2019? Auch dazu wollen wir einen kleinen Ausblick liefern. Dazu wird erst einmal viel geplant und diskutiert. Denn nach drei Jahren Quartiersmanagement im Kosmosviertel wird Bilanz gezogen. Und so wird bis Ende Juni der neue Masterplan, das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept, für die kommenden Jahre festgelegt. Gemeinsam sollen hier Nachbarn, Vereine und Einrichtungen, aber auch die Mitarbeiter aus dem Bezirk diskutieren wie es nun weitergeht, was schon gut ist, was dringend gebraucht wird und am wichtigsten wie man das zusammen hinbekommt. Also nicht wundern, wenn bald mal das Quartiersmanagement auf der Matte steht und nachfragt, was es wirklich braucht.

Vieles hängt von den Ergebnissen ab, doch natürlich wird nicht nur geredet. Spannend wird es weiter beim Thema Bauen. Richtfest bei Cabuwazi, feierliche Eröffnung auf dem Abenteuerspielplatz und nach intensiven Monaten der Planung und Beteiligung an der Grundschule vielleicht auch schon dem Spatenstich zur Sanierung und Weiterentwicklung gegen Ende des Jahres. Wir sind gespannt! Außerdem wird im Laufe des Jahres festgelegt was die nächsten wichtigen Bauvorhaben sind. Im Zentrum stehen dabei die bislang unsanierten Kitas, aber auch die vielen Grünanlagen im Kosmosviertel. Wer hier schon vor den Umbaumaßnahmen aktiv werden will, wird auch weiterhin vom Projekt FreiraumGestalten unterstützt. In Absprache mit dem Grünflächenamt sollen so schon kleine Verbesserungen in den Grünanlagen umgesetzt werden. Ein Beschilderungssystem, Schattenplätze auf Spielplätzen und mehr Angebote für Hundebesitzer sind bereits geplant. Platz für noch mehr Ideen gibt es aber immer.

Weiter geht’s natürlich auch im neuen Nachbarschaftstreff WaMa. Während das Jahr 2018 vor allem im Zeichen des Umbaus und kleinerer Projekte stand, geht es 2019 richtig los. Mit festen Öffnungszeiten, einem wöchentlichen Café-Angebot, regelmäßigen Bastelveranstaltungen, der neuen Kino-Anlage des Kosmos-Film-Klubs und trotzdem viel Platz für neue Angebote und Ideen. Vorbeischauen lohnt sich also in jedem Fall! Das große Ziel für das Jahr 2019 ist wieder mehr Freizeit- und Kulturangebote ins Kosmosviertel zu holen und den Kiez auch in den Ferien und am Wochenende lebendig zu machen. Der Startschuss ist gemeinsam mit der Volkshochschule und dem Verein KulturLeben bereits gefallen. Außerdem sind auch wieder viele Aktionen von Nachbarn wie regelmäßige Trödelmärkte, das Kinderfest und natürlich auch der Weihnachtsmarkt fest eingeplant. Für alle weiteren Ideen stehen im Quartiersmanagement wieder 10.000€ für Aktionen bis zu 1.500€ zur Verfügung bereit. Was dann wirklich passiert entscheidet allerdings nicht das Quartiersmanagement, sondern wie gehabt die Aktionsfondsjury aus der Nachbarschaft.

Dem Kosmosviertel steht also ein ereignisreiches Jahr 2019 bevor. Ein Jahr, auf das sich das Team des Quartiersmanagements sehr freut um gemeinsam mit Groß und Klein, Alt und Jung, Leben in den Kiez zu bringen und sich gegenseitig zu unterstützen. Und so heißt es auch 2019 wieder „keine Idee ist zu verrückt, gemeinsam bekommen wir das schon hin“, getreu dem Motto, das sich der Quartiersrat gesetzt hat „Ein Kiez verbindet!“

Quartiersbüro Kosmosviertel
Quartiersmanagement- und BENN-Verfahren
Schönefelder Chaussee 237
12524 Berlin - Tel: (030) 77 32 01 95 
: www.kosmosviertel.deE-Mail: team@kosmosviertel.de 


Alte Fleischerei Staske soll nach 150 Jahren Kita weichen

Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.
Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.

Für das Grundstück Grünauer Straße 63 in Altglienicke wurde beim Bezirksamt ein Bauantrag auf den Neubau einer Kindertagesstätte für 130 Kinder sowie vier Ein-Zimmer-Wohnungen gestellt. Für insgesamt 4,1 Mio. Euro sollen dort drei- bis vier geschossige Gebäude mit Keller und einer Geschossfläche von ca. 980 m² Geschossfläche entstehen. Damit droht leider einem recht alten und traditionsreichen Gebäude im Ortskern die Abrissbirne. "Landfleischerei & Imbiss" steht immer noch am Giebel. Seit 1869 war hier als Stammhaus eines Familienbetriebes in mehrfacher Generation die Fleischerei Staske ansässig. Vergangenes Jahr gab recht überraschend Inhaber Jörg Staske den letzten noch in Berlin selber schlachtenden Fleischereibetrieb auf, obwohl auch dessen Sohn noch das Handwerk erlernte und einmal übernehmen sollte. Familie Staske verkaufte das Haus sowie seine beiden Filialen im Taut-Center am Bahnhof Grünau und an der Dörpfeldstraße. Begonnen hatte alles hier vor 149 Jahren unter dem Namen des Fleischermeisters Stadelhoff, daraus wurde kurze Zeit Lebsa und Kowallek und dann ab 1971 Staske. Die Fleischerei Staske war weit über Altglienicke hinaus in Berlin und Umgebung bekannt. Da es in Altglienicke selber kein Vieh von bäuerlichen Höfen mehr gab, fuhr der Chef persönlich regelmäßig ins Brandenburger Umland, um sich Rinder und Schweine auszusuchen, die er dann in der hauseigenen Schlachterei zu Aufschnitt, Braten, Spanferkel oder Würsten verarbeitete. In den drei Läden wurde das ganze entsprechend verkauft. Dazu zählte vor Ort ein Imbiss, wo die Menschen zu Frühstück und Mittagstisch einkehrten oder die Currywurst mit einer selber kreierten Tomatensoße verzehrten. Eine besondere Spezialität waren Produkte aus Pferdefleisch.

Es ist nicht nur schade, dass ein traditionsreicher Altglienicker Familienbetrieb so kurz vor seinem 150. Geburtstag plötzlich verschwunden ist. Insgesamt machten im Südosten Berlins zuletzt mehrere recht alte Fleischereien dicht, was auch mit veränderten gesetzlichen Bestimmungen im Land Berlin zu tun hat. Fleischfachgeschäfte findet man immer weniger. Es regiert die anonyme Fleischtheke in Supermärkten mit Massenproduktion. Traurig ist es zugleich, dass erneut ein das Ortsbild prägendes Gebäude verschwinden soll. Der mit einem Satteldach versehene Eingeschosser zählt zur historischen Bebauung des einst eigenständiges Dorfes Neuglienicke, wie es 1764 von Pfälzer Zuwanderer entlang der Grünauer Straße gegründet wurde. Noch zu Beginn der 1990er Jahre war Neuglienicke als einstige Siedlung von Kleinstbauern erkennbar. Einige Häuser wurden komplett umgebaut, andere abgerissen. Auch zwei ältere länger leerstehende Kolonistenhäuser unter den Nummern 22 und 26 werden (wie im "Dörferblick" schon mal berichtet) wohl bald dazu gehören. Der Denkmalschutz hält sich immer wieder zurück. Es heißt dort gerne, Häuser seien über den Laufe eines Jahrhunderts verändert worden, nicht mehr im Originalzustand oder die Sanierung sei finanziell nicht mehr dem Eigentümer zumutbar. Damit werden wohl bald auch die letzten Spuren verschwunden sein, dass es neben Altglienicke die Gemeinde Neuglienicke gab. Ohne Rücksicht baut man in das alte Dorf dann Drei- bis Viergeschosser hinein, weil schon mal zwei Eckhäuser in dieser Höhe kurz nach 1900 mit wohlgegliederter wilhelminischer Schmuckfassade errichtet wurden. Nach den geltenden Baubestimmungen darf nämlich so hoch gebaut werden, wie es an Geschosshöhe in der Nachbarschaft schon vorhanden ist - auch wenn solche Großstadtbauten hier Ausnahmen geblieben sind und 100 Jahre kleinteiliger Einfamilienhausbau folgten, denn wer von Berlin nach Altglienicke zog, tat es ja gerade um von den engen Mietskasernen ins Grüne zu entfliehen. Unter dem Label fehlender Wohnungen wird seit einigen Jahren in Vorortlagen wieder das Maximalmögliche ausgereizt und auch auf Kosten historischer Bausubstanz gnadenlos verdichtet. So heißt es wohl im kommenden Jahr auch von diesem traditionsreichen Haus aus dem 19. Jahrhundert mit seinen mintgrünen Fliesen und nach hinten dem Schlachthof in märkischer Ziegelarchitektur Abschied zu nehmen. 

(Text wurde vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt. Danke)


Altglienicke Museum

Seit 2006 betreibt der Bürgerverein Altglienicke e.V.  im Ortsteil Altglienicke ein kleines Museum. Begonnen hat die Geschichte des Altglienicke Museum im Jahr 2006 im Wasserturm in der Schirnerstraße zum Spätsommerfest. 

mehr lesen ...

Alles über den Bürgerverein

Entstanden ist der Bürgerverein im März 1991 aus dem Runden Tisch der Wendezeit heraus, der sich damals in der Rosestraße zusammen-fand. Unser Bürgerverein befasst sich intensiv mit Heimatkunde und Heimatpflege. Er will dabei Überliefertes und Neues sinnvoll vereinen, pflegen und weiter-entwickeln. mehr lesen ...

Alles über Altglienicke

Anhand der Funde von Herdstellen im Bereich der Ortslage Falkenberg sind in der Altglienicker Region erste menschliche Siedlungen aus der Bronzezeit ab 2000 v.Chr. belegt. Ab etwa 500 n.Chr. lösten slawische Wenden die hier siedelnden germanischen Semnonen ab. mehr lesen ...



Vielen Dank für Ihre Unterstützung geht an:

FC Spreefighter Berlin
FC Spreefighter Berlin
Der Dörferblick
Der Dörferblick