Aktuelles aus Altglienicke und vom Bürgerverein


Das Altglienicker Spätsommerfest kehrt zurück

Im vergangenen Jahr feierte Altglienicke mit einem großen Fest im Ortskern vom 4. bis 6. Juli seine erste urkundliche Erwähnung vor 650 Jahren, welches an allen drei Tagen außerordentlich gut angenommen wurde. Vielfach trug man an das Festkomitee der Wunsch heran, dass es wieder regelmäßig so etwas geben sollte und ob man möglicherweise das Altglienicker Spätsommerfest wiederbeleben könnte. Zur Erinnerung: Das Spätsommerfest wurde von 2001 bis 2019 vom Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmer immer am zweiten September-Wochenende veranstaltet. Dann kam die Corona-Pandemie und es fiel aufgrund der Beschränkungen aus. Danach löste sich der Wirtschaftsverband mangels Ehrenamtlicher auf. Der Bürgerverein Altglienicke e.V. und der Verein Miteinander im Südosten e.V. haben sich diesem Anliegen angenommen. Derartige Volksfeste in heutiger Zeit zu veranstalten ist aber mit viel Aufwand und allerlei Kosten verbunden für Genehmigungen, Planung, Sicherheitsauflagen, Technik und Programm. Anders als beim Jubiläumsfest 2025 stehen keine Mittel der Lottostiftung Berlin zur Verfügung. Es hat daher alles etwas Zeit in Anspruch genommen, aber nun ist es gelungen, eine fünfstellige Summe durch Sponsoren zusammenzubekommen. Mehrere Altglienicker Gewerbetreibende leisten dazu einen Beitrag, wofür wir herzlich danken. Daher können wir es spät, aber nicht zu spät endlich verkünden. Es soll in diesem Jahr nach sechs Jahren Pause wieder ein Altglienicker Spätsommerfest geben. Und es wird nicht nur an einem Tag, sondern wie das Jubiläumsfest drei Tage lang stattfinden vom 11. bis 13. September 2026.

Technisch werden dabei Bürgerverein Altglienicke e.V. und Miteinander im Südosten e.V. wie bei der 650- Jahr-Feier Altglienickes unterstützt durch Jüttner Entertainment.

Das Festgelände wird sich ähnlich gliedern wie im vergangenen Jahr. Nur die evangelische Kirchengemeinde sah leider keine Möglichkeit, mit nur fünf Monaten Vorlauf sich zu beteiligen und das Grundstück rund um die Pfarrkirche für Stände und eine kleine Bühne zur Verfügung zu stellen. Daher muss in diesem Jahr darauf verzichtet werden. Es wird daher alles fokussiert auf dem Parkplatz Köpenicker Straße Ecke Rudower Straße, den Alten Schönefelder Weg, das Bühnenareal am Netto-Markt und den Sportplatz der VSG Altglienicke. Es sollen wieder Einrichtungen, Initiativen, Schulen, Träger und Vereine rund um Altglienicke die Möglichkeit bekommen, sich kostenneutral mit einem Stand zu präsentieren. Ebenso laden wir dazu ein, etwas im Bereich Kunst, Kultur und Sport auf der Festbühne zu präsentieren. Anfragen und Anmeldungen bitte per E-Mail an [email protected].

Ein paar Musikbands, die im vergangenen Jahr dabei waren, zeigten sich auch bereit, wieder teilzunehmen. Es wird zahlreiche Stände geben, die für Essen und Getränke sorgen, sowie einiges an Angeboten für Kinder. Wir freuen uns darauf eine lange Festtradition im Ortskern wiederbeleben zu können – mit dem 19. Altglienicker Spätsommerfest. Weitere Details folgen in den kommenden Wochen.

(Joachim Schmidt Bürgerverein Altglienicke e.V.)


Allerlei los in der Stadtteilbibliothek Altglienicke

Mit über 25.000 Medien lädt die Stadtteilbibliothek Altglienicke im Erdgeschoss des Bürgerhauses Altglienicke zum Vorbeischauen ein. Der Medienbestand umfasst dabei Bücher zum Lesen und Hören, DVDs, CDs, TONIE-Figuren und -Boxen und diverse Computerspiele. Darüber hinaus ist eine große Auswahl an aktuellen Zeitschriften vorhanden. Seit etwas mehr als einem Jahr – seit Februar 2025 – hat die Bibliothek im Kosmosviertel eine neue Leiterin: Dr. Marie Czarnikow. Doch auch in den Bibliotheksräumen selber gibt es allerlei Neuigkeiten, die zu einem Interview mit ihr verleiten, um mehr zu erfahren.

Die Stadtteilbibliothek Altglienicke bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen. So gibt es einmal im Monat eine Buchlesung für Erwachsene zu verschiedenen Themen. Dabei kann man mittlerweile auf einen Hörerkreis von rund 30 Personen bauen. Besonders gut kommen Lesungen zur DDR-Geschichte an. Einige namhafte Autoren kamen schon nach Altglienicke, wie Spiegel Bestseller-Autorin Anne Stern mit ihrem Roman „Wenn die Tage länger werden” oder Buchpreisträgerin Annett Gröschner mit ihrem Roman „Schwebende Lasten“. Kürzlich im Mai war der Wissenschaftsjournalist Jens Grandt mit seinem Buch „Bodenlose Fahrt” über eine Arktisexpedition zu Gast und im Juni Peggy Mädler mit dem Buch „Selbstregulierung des Herzens”, in dem es um Leben und Widerstand in der DDR und im frisch wieder vereinigten Deutschland geht. Im Juli gab es vor dem Start der Sommerferien sogar zwei Lesungen: Im Rahmen der Seniorenwoche 2026 las der Vorsitzende des Kulturvereins Altglienicke e.V. und stellvertretende Vorsitzende der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick Wolfgang Bogumil aus Ellen Bergs Roman „Zur Hölle mit den Seniorentellern”. Des Weiteren kamen im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit dem Bürgerverein Altglienicke e.V. die Autoren Dietmar Arnold und Helmut Müller-Enbergs in die Bibliothek. In ihrem aktueller erschienenen Buch „Operation Gold -Der Spionagetunnel in Berlin” geht es um ein Stück Weltgeschichte, das vor 70 Jahren ganz in der Nähe der Bibliothek geschrieben wurde, nämlich den britisch-amerikanischen Spionagetunnel von Rudow nach Altglienicke. Auch für Kinder wird allerlei geboten, z. B. zweimal wöchentlich eine Hausaufgabenbetreuung. Jeden Dienstag und Donnerstag von 15:00 bis 17:00 Uhr haben Schulkinder der Klassen 1 bis 6 die Möglichkeit, sich in der Bibliothek bei den Hausaufgaben helfen zu lassen. Das Angebot ist kostenlos und es ist dafür keine Voranmeldung nötig. Es sind dabei ausreichend qualifizierte Betreuerinnen und Betreuer vor Ort. Dieses Angebot könnte noch stärker in Anspruch genommen werden. Finanziert wird die Hausaufgabenhilfe über das Programm „Kultur und Bibliotheken im Stadtteil – KUBIST”. Dazu noch später. Für alle Kinder von 4 bis 12 Jahren gibt es jeden Donnerstag von 16:15 bis 17:15 Uhr eine Vorlesestunde mit Lesewelt Berlin e.V. Auch hier ist unter dem Motto „Vorlesen, Zuhören, Reden, Spaß haben!” die Teilnahme kostenlos! Immer freitags 13:30 bis 15:30 Uhr sind technik- und computerinteressierte Kinder von 7 bis 12 Jahren ohne Voranmeldung kostenfrei eingeladen zum „Tüftelwerk–Computerspielenachmittag in der Bibliothek” mit Mike Schubert. Dort gibt es Edurino-Spiele, Augmented Reality mit Quiver, LEGO-Programmieren und vieles mehr: Im Vormittagsbereich gibt es zudem regelmäßig Angebote für Kita- und Schulkinder, die hier im Rahmen von Besuchstouren vorbeischauen. Dabei sind bei Schulkindern speziell die Angebote LEGO-Bauen und Programmieren beliebt. In den Schulferien gibt es ergänzend Familienangebote, z. B. jahreszeitliches Basteln oder eine Druckwerkstatt. Ein neues Angebot seit Mitte Mai ist ein Sprachkurs für Kinder von 6 bis 13 Jahren mit Muttersprache Arabisch, der in Kooperation mit dem BENN-Team Altglienicke organisiert wird. Dabei geht es im „Arabischunterricht Lesen und Schreiben” darum, dass man eine Fremdsprache besser lernt, wenn man die eigene Sprache fehlerfrei schreiben kann. Der Kurs ermöglicht es zudem den Kindern, die Bibliothek kennen-zulernen, sich mit öffentlichen Einrichtungen vertraut zu machen und Interesse im Umgang mit ihnen zu entwickeln. Durch das gemeinsame Lernen der arabischen Sprache entwickeln diese einen persönlichen Bezug zur Bibliothek und werden darin bestärkt, sie regelmäßig zu nutzen. Zwei Lehrerinnen arabischer Muttersprache unterrichten einmal wöchentlich. Der kostenfreie Kurs findet immer Dienstags 16:30 bis 18:00 Uhr statt (außer in den Ferien) und geht von Mai bis Dezember 2026. Hier ist eine Voranmeldung über den Kooperationspartner, das BENN Team Altglienicke, unter [email protected] erbeten.

Die Bibliothek in Altglienicke nimmt ebenso regelmäßig an den landesweiten Aktionen von Berliner Stadtbüchereien teil, wie etwa vom 14. bis 18. September 2026 bei der „Woche der Demokratie” für Kinder, wo bei den Bibliotheken in Treptow-Köpenick das Thema Kinderrechte im Zentrum steht und in Altglienicke speziell das Recht auf Mitbestimmung. Ebenso im Herbst gibt es die Aktionswochen „Mach’s digital” mit speziellen Angeboten zur digitalen Bildung.

Die umfänglichen Angebote und Veranstaltungen in der Bibliothek sind vor allem dadurch möglich, dass im Rahmen des Quartiersmanagements für das Kosmosviertel eine besondere Förderkulisse besteht. Dieses erlaubt, wie geschehen, spezielle Mittel über Senat und EU zu beantragen. Eines davon ist KUBIST–Kultur und Bibliotheken im Stadtteil, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln des Landes Berlin finanziert wird. KUBIST unterstützt investive und sozial-kulturelle Vorhaben im Bereich der bezirklichen Bibliotheks- und Kulturarbeit zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere. Es wird daran gearbeitet, die Vernetzung mit anderen Akteuren im Kiez noch mehr zu intensivieren und darüber gemeinsam durch zusätzliche Angebote das Bürgerhaus Altglienicke zu beleben. Hierzu wird im Sommer ein neuer Antrag für die KUBIST Förderlinie eingereicht, der dann einen Projektzeitraum bis Ende 2028 haben wird. Insgesamt gebe es aber schon jetzt eine gute Vernetzung der Bibliothek mit anderen lokalen Akteuren wie Quartiersmanagement, Schulen und Kitas. Aktuell arbeiten in der Stadtteilbibliothek vier Personalkräfte plus ein Azubi. Demnächst soll eine weitere Stelle hinzukommen. Das Stichwort lautet hier „Digital-Zebra”. Über das Landesprogramm sollen Bibliotheken die digitale Inklusion und Teilhabe in unserer Stadt fördern, also Menschen einen besseren Einstieg in digitale Welten und den Zugang zu digitalen Dienstleistungen ermöglichen. Dabei kommen geschulte Digital-Lotsinnen und -Lotsen zu festen Servicezeiten wöchentlich 20 bis 30 Stunden zum Einsatz, die kostenlose Unterstützung ohne Terminvereinbarung anbieten. Hierzu ist auch in Altglienicke eine Ausschreibung der Stelle für niedrigschwellige Digitalangebote in Vorbereitung.

Auch baulich steht einiges Neues in der Stadtteilbibliothek an. Es wird neben dem bestehenden Eingang über das Bürgerhaus bald einen zusätzlichen Eingang zur Ortolfstraße hin über den gerade in Neugestaltung befindlichen Garten geben. Auch insgesamt wird in den Jahren 2027/28 nach der Fertigstellung eines Erweiterungsbaues am Saal das Bürgerhaus Altglienicke umfassend saniert, von energetischen Maßnahmen über Umbauten an den Räumlichkeiten bis hin zu einer technischen Aufrüstung. Insgesamt sollen auch sämtliche Eingangsbereiche im Bürgerhaus deutlich aufgewertet werden. Dazu wird gerade ein architektonisches Konzept erarbeitet.

Ein weiteres anstehendes Projekt ist „Open Library”.  Dahinter verbirgt sich ein letztlich Berlin weites Vorhaben, in den Bibliotheken erweiterte Bibliotheksleistungen anzubieten. Hierbei soll die interessierte Nutzerschaft außerhalb der regulären Öffnungszeiten Zugang zur Bibliothek erhalten. Dieses Konzept hat seinen Ursprung in Skandinavien, wo im Jahr 2004 in Dänemark die erste Open Library ihre Türen öffnete. Mit dem persönlichen Bibliotheksausweis soll es die ganze Woche über den vollen Tag, auch nachts, möglich werden, durch die Eingangstür zu gelangen, das Bibliotheks-angebot zu nutzen und sich über Einscannen am Leihautomaten Medien mitzunehmen oder auch zurückzubringen. Dieses Verfahren gibt es bereits bei der Bibliothek der TU Berlin. Momentan wird noch an einem Sicherheitskonzept für das problemlose Funktionieren von Open Library gearbeitet. Die Realisierung in Altglienicke ist für 2028 angedacht.

Die Stadtteilbibliothek in Altglienicke in der Ortolfstraße 182 ist jederzeit einen Besuch wert. Die aktuellen Öffnungszeiten sind Montag 10–16 Uhr, Dienstag 12–18 Uhr, Donnerstag 12– 18 Uhr und Freitag 10–16 Uhr. Mittwochs und am Wochenende ist geschlossen.

(Text von Joachim Schmidt vom Dörferblick, Bild von der Bibliothek)


Richtfest in der Köpenicker Straße 25

Lange ist das Grundstück in der Köpenicker Straße 25 im Ortskern Altglienicke unbebaut gewesen. Um die Jahrtausendwende wurde dort die länger leerstehende Ruine eines dreigeschossigen Mehrfamilienhauses abgerissen, das vor 1945 mal einer Familie Woyt gehört haben soll. Später erwarb die G & G Gruppe das Areal. Vor acht Jahren realisierte das Unternehmen der ortsansässigen Familie Glotzbach bereits nebenan in der Köpenicker Straße 27–29 ein Wohnhaus mit einem Netto Marken-Discount-Markt im Erdgeschossbereich. Seit dem vergangenen Jahr konnten auch die Bauarbeiten auf der bislang brachen Fläche sichtbar voranschreiten. Trotz der Herausforderungen durch den langanhaltenden Winter und den damit verbundenen Baustillstand arbeitet der von der G&G Gruppe beauftragte Generalunternehmer Schneider System Bau gemeinsam mit allen beteiligten Handwerkern engagiert daran, den Fertigstellungstermin planmäßig einzuhalten. Am 10. Juni konnte groß Richtfest gefeiert werden. Dabei weilte auch der Berliner Senator Stefan Evers (CDU) unter den Gästen. An der Köpenicker Straße 25 entstehen nach einem Architektenentwurf der Fabrik No. 40 Weiß & Faust GbR innerhalb zwei Häusern 12 Wohnungen mit 56 bis 91 Quadratmetern sowie zwei Gewerbeeinheiten, die Ergänzung und Abschluss des Ensembles rund um den Supermarkt sein sollen. Trotz der veränderten Bedingungen, bei Zinsen und Baukosten, hatte man sich für die Realisierung und die Fertigstellung des Vorhabens gerade hier entschieden. Als Familienunternehmen baut die G&G Gruppe ohne öffentliche Mittel. Im Erdgeschoss wird zur Bereicherung des Ortskerns ein Restaurant eingerichtet. Der schon feststehende Betreiber bewirtschaftete bereits beim Richtfest die Gäste, die einen ersten Eindruck vom Inneren des Gebäudes nehmen konnten.

(Text vom Dörferblick von Joachim Schmidt)


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