Der Fälscher von Baumschulenweg - Ein Stolperstein für den Widerstandskämpfer Fritz Hasselhuhn

Aus Anlass seines 110. Geburtstages wird in diesem Jahr vor dem ehemaligen Wohnhaus des Widerstandskämpfers Fritz Hasselhuhn in der Kiefholzstraße 177 ein Stolperstein verlegt. Fritz Hasselhuhn wurde am 05. Mai 1910 in Berlin-Baumschulenweg geboren und wuchs dort bei seiner Mutter auf. Er erlernte den Beruf eines Grafikers. Bereits 1930 trat er der SPD, vorher war er Mitglied der SAJ und Mitglied im Arbeitersportverein „Fichte“. Als sich die SAP gründete (eine Partei zwischen KPD und SPD), schloss er sich dort an und war hier auch als Funktionär tätig. mehr lesen ...


Danach die Kunst - Große Kunst im Bürgerhaus und der WaMa

Bildtitel: Kriegstraumata - Mirko Gabris
Bildtitel: Kriegstraumata - Mirko Gabris

Nicht unwichtig zu wissen, was die Künstler antreibt, welche wir in unserer neuen Kunstausstellung zeigen dürfen. Sind doch die Beweggründe, sich durch Kunst mitzuteilen, genau so vielfältig wie es Kunstformen gibt. Malerei, Bildhauerei, zu Musizieren, oder Kunst zu schmieden, wie in der Werkstatt von Fritz und Achim Kühn am Ende der Straße am Falkenberg. Für Werner Domke, ehemals Lehrer in Altglienicke, boten Hinterglasmalerei, Mal/Schabetechniken, Bilder aus Stoffstücken kreieren, sowie Masken und andere Skulpturen aus Gips formen die Herausforderungen, seine Wege, sich künstlerisch auszudrücken. Eine doch eher akademisch ausgeprägte Form, Kunst zu „praktizieren“. Mit beachtlichen Resultaten! Mirko Gabris, seine Malerei ist so unglaublich vielschichtig, bezieht seine Motivation zum Malen beinahe unfreiwillig.

Der Weg ins Leben, ein sehr schwerer. Mit 18 Jahren war der Weg gefunden, sich seiner Erlebnisse, Gedanken und Gefühle durch die Malerei Ausdruck zu verleihen. Sein „Doktor-Vater“ Professor Gerhard Hahn sieht seine Kunst in der Nähe des surrealen Malens von Max Ernst oder Hieronymus Bosch`s grotesken Szenerien. Wenn nur alle schwere Kindheiten so große Kunst hervorbrächten, und nicht Kriminelle und Amerikanische Präsidenten! Eine virtuelle Eröffnung der Ausstellung wird es zu Pfingsten auf den Kanälen altglienicke24.de des Bürgervereines, sowie auf der Internetseite der WaMa, natürlich auch anderer unsozialer Netzwerke geben.

Corona verschwindet – die Kunst kommt! Also neugierig und dranbleiben!

 (Text und Foto von Ronald Seiffert & Holger Wiegandt (Bürgerverein & WaMa))


Als Geflüchtete ehrenamtlich engagiert im Altglienicker Kiez: Abir Oqleh

Abir Oqleh und ihr Ehemann
Abir Oqleh und ihr Ehemann

In unregelmäßigen Abständen wollen wir mit kleinen Portraits ehrenamtlich Tätige aus dem Altglienicker Kiez vorstellen und damit auch deren Arbeit im Kiez würdigen. Diesmal geht es um Abir Oqleh, deren Weg als Geflüchtete aus Syrien in unseren Ortsteil führte. Auch in der Unterkunft für Geflüchtete am Quittenweg läuft vieles an Aktivitäten allein darüber, dass sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Dabei sind es nicht nur diejenigen aus der Umgebung, die schon länger ihre Heimat in Altglienicke gefunden haben, sondern auch Bewohner der Einrichtung selber, die sich aktiv einbringen, um den Alltag für möglichst viele etwas schöner zu gestalten. Für die 44-jährige Abir Oqleh war Berlin und Altglienicke vor einigen Jahren noch ganz weit weg und jenseits aller Vorstellungen. Fast 3.400 Kilometer entfernt ist sie in Damaskus geboren worden. Die syrische 3-Millionen-Stadt in Syrien zählt zu den ältesten dauerhaft bewohnten der Welt und gilt als ein kulturelles Zentrum des Orients. Schon Jahrtausende vor Christus gegründet fand Damaskus bei den alten Ägyptern wie auch im 1. Buch Moses der Bibel Erwähnung. Hier ist Abir in einem südwestlich gelegenen Viertel namens Jarmuk aufgewachsen. Dass sie überhaupt dort aufgewachsen ist, dem ging schon eine weitere Flucht voraus. Das Viertel Jarmuk oder ausgeschrieben Muḫayyam al-Yarmūkist aus einem Flüchtlingslager hervorgegangen, das 1957 für palästinensische Flüchtlinge aus dem ersten arabisch-israelischen Krieg 1948 gegründet wurde. Wie auch andere Flüchtlingslager in Syrien entwickelte sich Jarmuk zu einem normalen Stadtviertel mit Wohnhäusern und Geschäften. In Jarmuk lebten zeitweise bis zu 150.000 Palästinenser, aber auch irgendwann Syrer. Die Palästinenser galten als Gäste und waren den Syrern rechtlich weitgehend gleichgestellt. Sie besaßen kein Wahlrecht, konnten aber studieren und alle Berufe ausüben, Häuser bauen und Firmen gründen. Dann kam es zum Aufstand gegen Syriens Präsidenten Assad und auch in Jarmuk gab es Proteste gegen ihn, die irgendwann eskalierten. Im Frühjahr 2015 wurde Jarmuk von Extremisten der IS-Terrormiliz eingeschlossen und schließlich in langen Kämpfen erobert. Etwas später begann die Rückeroberung durch die syrische Regierung, bei der nochmals unzählige Menschen starben.Für Abir gestaltete sich das Leben bis zum Bürgerkrieg ganz normal. Sie hatte bis zum 3. Semester Archivwissenschaft studiert, geheiratet und drei Kinder bekommen. Man arbeitete alles Mögliche, um die Familie zu ernähren und sich nebenbei etwas zur Seite zu legen. Mit 40 war es dann geschafft,sich als Familie ein schönes Leben einzurichten. Man kaufte sich vom Ersparten ein Haus. So wie es halt auch viele Familien hierzulande als Alterssicherung für sich und kommende Generationen machen. Für Abir war das ein Fundament. Man sei so glücklich gewesen, sich in Syrien den Traum vom eigenen Haus erfüllt zu haben und das als Nachkommen von Flüchtlingen, die es nie einfach hatten und sich so etwas umso härter erarbeiten mussten. Aus diesem Traum wurde die Familie nach nur neun Monaten jäh herausgerissen, als der Bürgerkrieg Jarmuk einholte und von den eigenen vier Wänden nur noch ein Trümmerhaufen übrig blieb. Man hatte seine Unterkunft verloren. Um der Familie in dieser kriegerischen Umgebung ein Überleben zu sichern, schickte man zunächst die Söhne alleine auf die Flucht, mit dem Ziel in Europa anzukommen, wo ein ersehntes friedliches Leben wieder möglich erschien. Und kam dann ein paar Jahre später nach. Der Weg von Abir und ihrem Mann führte somit aus den Trümmern von Jarmuk nach Deutschland. Für sie war alles zunächst einmal sehr schwierig. Sechs Monate lang habe sie fast nur geweint. Alles war hier so anders als man es bei sich kannte. Große Angst hatte sie zunächst vor Hunden, die es derart in ihrer Heimat so nicht gab. Fremd fühlte sie sich, weil sie als Frau ein Kopftuch trägt, anders als die Frauen hier. Mit der Zeit wandelten sich ihre Empfindungen. Sie lernte immer mehr Menschen hier kennen, erfuhr mehr über die deutsche Gesellschaft und sei endlich auch angekommen.

Unterdessen will sie auch nicht mehr zurück. Mit 44 Jahren will sie endlich ein normales Leben ohne ständige Veränderungen ihres Umfelds führen. Nachdem sie als palästinensisches Flüchtlingskind in Syrien erlebte, wie das hart erarbeitete Einfamilienhaus in Trümmern lag, möchte sie in Deutschland ihr weiteres Leben einrichten. Untergebracht wurde sie in Deutschland durch die zuständigen Stellen in der Unterkunft für Geflüchtete am Quittenweg. Hier im Ortsteil Altglienicke fühlt sie sich unterdessen ganz wohl. In Altglienicke hat sie alles. Es gibt viel Unterstützung für Geflüchtete. Es gibt eine Reihe von Projekten, an denen sie sich beteiligte, wie etwa auch ein Theaterstück einzustudieren und aufzuführen. Sie begreift Altglienicke immer mehr als ihren Stadtteil. Natürlich könne sie noch nicht ganz angekommen sein, so lange man noch dort in der Unterkunft lebe. Sie hofft bald eine richtige Wohnung zu finden und das gerne weiterhin hier.Im Café Quitte in der Unterkunft hilft sie allwöchentlich als Ehrenamtliche aktiv mit, aber auch darüber hinaus ist sie dabei. So hat sie letztes Jahr für das vom Quartiersmanagement im Kosmosviertel veranstaltete Picknick mitgekocht. Auch im Bürgerhaus ist sie öfter. Großen Spaß hat ihr das Theaterprojekt gemacht, welches in der WaMa aufgeführt wurde. Ebenso beteiligte sie sich an Bepflanzungsaktionen im Kosmosviertel oder bei der Durchführung mehrerer Maßnahmen des BENN-Teams. Warum engagiert sich Abir ehrenamtlich? Es spielt herein, dass sie ein besseres Bild von Geflüchteten in Deutschland aufzeigen möchte. Eines von Menschen, die nicht nur ausnutzen oder profitieren möchten, hier zu leben. Sie will sich gerne hier integrieren, mit möglichst vielen Menschen in Kontakt kommen, die deutsche Sprache lernen, nicht nur nehmen wollen. Wenn sie eine Wohnung gefunden hat, möchte sie richtig ankommen und auch entsprechend Arbeit finden. Ihr Wunsch ist eine Ausbildung als Erzieherhelferin. Sie hofft, dass es kein Hindernis sei, dass sie nach wie vor ein Kopftuch trage. Man solle sie nicht am Kopftuch bemessen, was nun mal ein Teil von ihr sei, nichts Schlimmes darin sehen, sondern ganz normal damit umgehen. 

(Text und Bild wurde vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt.)


Richtfest für 890 neue Wohnungen an der Fließstraße in Niederschöneweide -Erinnerung an das dort vor 65 Jahren eröffnete BMHW-Klubhaus „Ernst Schneller“

Der Festsaal des BMHW-Klubhauses anno 1958 (Foto: Bundesarchiv)
Der Festsaal des BMHW-Klubhauses anno 1958 (Foto: Bundesarchiv)

In Niederschöneweide ist entlang des Spreeufers allerlei in Bewegung. Dort, wo jahrzehntelang sich Ruinen der Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke (BMHW) erstreckten, entsteht Wohnungsbau. Im März konnte an der Fließstraße die Buwog Bauwerk als Investor Richtfest feiern. Es entsteht ein neues Wohnquartier mit rund 890 Miet- und Eigentumswohnungen, Studentenwohnungen sowie eine Sozialstation „Strohhalm“ mit sozialtherapeutischen Angeboten der Stiftung SPI für zeitweise wohnsitzlose Menschen. Damit verschwindet eine lange industrielle Nutzung des Areals. Bereits 1881 siedelte sich nahe der Treskowbrücke, die Nieder- und Oberschöneweide verbindet, die Schal- und Tuchfabrik Anton und Alfred Lehmann zwischen Fließstraße 1-8 und Hasselwerderstraße an.

Später trat das Hüttenwerk Kayser & Co. AG in Erscheinung, die 1938 mit der benachbarten Deutsche Messingwerke Eveking AG zusammenging, ab 1949 der VEB Deutsche Messingwerke. Am 1. Januar 1951 entstand nach Zusammenschluss mit dem VEB Berliner Halbzeugwerk und VEB Sonderbronze besagter VEB Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke. Besonders in Erinnerung bleibt aber an der Fließstraße 3 das hier zum 1. Mai 1955 eröffnete Kulturhaus der Berliner Metall- und Hüttenwerker. Das große Klubhaus wurde vor 65 Jahren dem VEB BMHW zur gewerkschaftlichen Nutzung übergeben, verfügte über einen 500 Quadratmeter großen Saal mit Bühne und eine Kapazität von 350 Plätzen. Neben den obligatorischen betrieblichen Veranstaltungen wurde im Haus eine Vielzahl kultureller Programme geboten, die auch anderen offen standen. Barbetrieb und gastronomische Einrichtung sorgten dafür, dass das Haus regelmäßig ausgebucht war, bis zu ein Jahr im Voraus. Wenige Jahre später wurde es im Beisein der Witwe Hilde Schneller in Kulturhaus „Ernst Schneller“ benannt. Ernst Schneller, anfangs Lehrer und Reichswehroffizier, dann 1924 bis 1933 KPD-Reichstagsabgeordneter, wohnte zuletzt hier um die Ecke in Schöneweide in der heute nach ihm benannten Straße und wurde von den Nationalsozialisten im Oktober 1944 ermordet. Der Festsaal war einer der größten des Stadtbezirks Treptow, neben den großen BMHW-Festveranstaltungen wie zum 1. Mai („Arbeiterkampftag“), zum 7. Oktober („Republikgeburtstag“), zum 7. November („Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“) oder zu Gedenkveranstaltungen für den Namensgeber, wurde dieser auch regelmäßig an externe Nutzer vermietet, an Parteien, den Demokratischen Frauenbunds Deutschland, die Volkspolizei, den Rat Treptow, Abt. Kultur, die Volkssolidarität Treptow oder etwa an die 10. Klassen der nahegelegenen 6.POS „Arkadi Gaidar“ für ihre Abschlussfeiern. Mit dem Ende der DDR infolge der friedlichen Revolution im Herbst 1989 wurde der VEB BMHW erstmal zur Berliner Metallhütten-und Halbzeugwerke GmbH umgewandelt. Nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten orientiert wurden alle Bereiche, die nicht zur Produktion gehörten, ausgegliedert und der Treuhand gesondert zur Vermarktung zugeführt. Das galt für den BSG Stahl-Sportplatz in Oberschöneweide, den BMHW-Ferienheimen auf Hiddensee (Zum Klausner) und in Lychen (Haus Eichhof), als auch für dieses Klubhaus. Für letzteres fand sich rasch ein Pächter. Der ehemalige Kulturhausleiter, Gero Fischer, und der gastronomische Leiter, Günther Frei, versuchten von 1990 an das Haus privatisiert als Zwei-Mann-Firma fortzuführen. Im Mai 1991 stellten beide, unterstützt von der BMHW-GmbH, bei der Treuhand den Antrag, das Haus zu kaufen und legten dafür ein umfangreiches Konzept vor. Aus dem Klubhaus sollte ein Sport-und Freizeitzentrum werden. Solarium, Sauna, Hausfrauengymnastik, Kraftsport, Einrichtungen der Gastronomie mitsamt einem großen Saal für Veranstaltungen sollten unter einem Dach Platz finden. Die Treuhand stimmte dem Konzept zu. Auch das Bezirksamt Treptow unterstützte die Pläne. Die Treuhand sicherte zu, dass der Kauf zum vereinbarten Preis im Sommer 1991 über die Bühne gehen könne, ging dann aber plötzlich auf Tauchstation. Erst Monate später kam es zu einem weiteren Gespräch, bei dem die Treuhand mitteilte, dass sich der Kaufpreis verdoppelt habe. Unter diesen Rahmenbedingungen sahen sich Fischer und Frei finanziell nicht mehr in der Lage, ihr Konzept allein zu verwirklichen und suchten einen seriösen Partner, der die zusätzlichen Mittel beisteuern könnte. Dieser fand sich auch mit einem namhaften Betreiber gewerblicher Sportstätten im Westteil der Stadt, so dass es noch im Herbst 1991 zu einem weiteren Gespräch mit der Treuhand kam. Der genau ausformulierte Kaufvertrag zum doppelten Preis wurde dann im Dezember von den potentiellen Käufern auch notariell beglaubigt hinterlegt. Trotzdem forderte die Treuhand wöchentlich immer neue Unterlagen an, darunter teils auch ältere noch einmal, da die dort nicht mehr auffindbar gewesen seien. Mit ständig neu erforderlichen Gutachten und notariellen Beglaubigungen mussten die Kaufwilligen ein kleines Vermögen aufbieten, waren jedoch immer noch nicht im Besitz der Immobilie. Es entwickelte sich zu einer unendlichen Geschichte. 

Außenansicht vom „Club in Schöneweide” im Jahr 2016
Außenansicht vom „Club in Schöneweide” im Jahr 2016

Die Treuhand redete sich zwischenzeitlich heraus, dass weitere Gesichtspunkte aufgetreten seien, weshalb „neue Überlegungen und Verhandlungen notwendig“ wären. Trotz des letztendlich stocken gebliebenen Verkauf des Hauses, womit auch größere Investitionen in die bauliche Substanz ausblieben, erfüllten Fischer und Frei lange als Pächter das alte Haus mit Leben. Über einen Großteil der 90er Jahre hinweg diente das alte Kulturhaus „Ernst Schneller“ als „Club in Schöneweide“ (CiSch). Im großen Festsaal, der „gutbürgerliche Küche“ und „kalte Buffets“ bot, fanden

fortan „Großveranstaltungen, wie Hochzeiten, Konferenzen, Konzerte und  Tanzveranstaltungen“ statt. Dabei blieben in Erinnerung vor allem die „Depeche Mode-Parties“, in deren Umfeld auch eine Reihe neuer Synthesizer-Bands live auftraten. And One, DeVision und Oomph! zählen dazu. Der CiSch-Club war ein beliebter Treffpunkt für EBM-, Synthipop-, Dark Wave-, Gothic- und Industrial-Fans, die hier zumeist ganz in schwarz gekleidet ein- und ausgingen. Irgendwann war es dann mit dem Pachtvertrag vorbei. Das Haus wurde geschlossen und fiel immer mehr dem Vandalismus zum Opfer, bis es 2018 abgerissen wurde. Bereits Ende 1991 wurde im Bezirk beschlossen, für das gesamte Areal der Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke einen Bebauungsplan aufzustellen, nachdem die BMHW-GmbH unterdessen bis auf kleinere ausgegliederte Betriebsteile wie die ADMOS Gleitlager GmbH die Produktion eingestellt hatte und ein Großteil der Gebäude auf den Betriebsteilen Fließstraße und Schnellerstraße leerstanden. Allerdings zeigten sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten nicht wirklich Investoren, die etwas dort in die Hand nehmen wollten. Das Areal lag einfach brach und verfiel. Über ein Vierteljahrhundert musste vergehen, bis die starke Nachfrage nach Wohnraum dafür sorgte, dass auch dieses Grundstück in Spreenähe neu bebaut werden konnte. Die Buwog erwarb es 2016. Übersät war es von Ruinen, Schrott und Wildwuchs, vor allem enthielt es aber jede Menge Altlasten. Es war eine umfangreiche Tiefenenttrümmerung vorzunehmen. Bis zu drei Meter unter Straßenniveau wurde alles entfernt. Das gesamte Betriebsgelände war versiegelt. Es mussten Betonflächen abgetragen und ein alter Luftschutzbunker entfernt werden. In jedem Fall wird ein kleines Stück Geschichte der BMHW für die Zukunft bewahrt bleiben. Vor dem Abriss des einstigen Kulturhauses „Ernst Schneller“ wurden seitens der Buwog zwei mehrere Quadratmeter große Schmuckmosaiken geborgen und aufbewahrt, die im neuen Wohngebiet wieder an einer Wand Verwendung finden.

(Text wurde vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt.)


Ihre Meinung, Ihre Beiträge

Dann schreiben Sie uns oder schicken Sie Ihre Beiträge an:

buergerverein@altglienicke24.de 

oder melden Sie sich über das Kontaktformular.


Mitglied im Bürgerverein werden.Mitmachen jetzt !

Hier finden Sie die Beitrittserklärung und das Kontaktformular.
Hier mehr Informationen über den Bürgerverein und die Satzung.


Vielen Dank für Ihre Unterstützung geht an:

Der Dörferblick
Der Dörferblick