Ein erster erfolgreicher Tag der offenen Höfe in Altglienicke

Tapas Bar El Gecko
Tapas Bar El Gecko

Ganz neue Einblicke, wie es hinter den Toren diverser Grundstücke im Ortskern von Altglienicke so aussieht, bot am 2. Juni 2019 der Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmer e.V. Dieser rief im Vorfeld seine Mitglieder und interessierte Altglienicker dazu auf, zu einem erstmaligen Tag der offenen Höfe die eigenen Anwesen zu öffnen. Dabei ging es im Kern darum, dass sich in den letzten 30 Jahren die alten Höfe und Gärten in Altglienicke verändert haben. Einige wurden liebevoll aufgearbeitet, die Remisen und Nebengebäude hergerichtet und Gärten schön gestaltet. Das sollte nicht länger im Verborgenen bleiben. Im Rahmen eines Nachmittags galt es besondere Merkmale Altglienicker Dorfkultur erstmals einer größeren Öffentlichkeit zu zeigen und zu einem interessanten Spaziergang anregen, um den Ortskern mal ein bisschen anders kennenzulernen.

So öffneten zum Auftakt neun Nutzer und Eigentümer rund um die Grünauer und Rudower sowie der Semmelweisstraße ihre Grundstücke für einen Einblick in ihre Höfe und Gärten, stellten Tische und Stühle raus und waren auch zu dem einen oder anderen Plausch bereit, mit dem man sich im Rahmen der Nachbarschaftspflege besser kennenlernen konnte. So ließ sich dann im Osten in der Grünauer Straße 29 beim Baugeschäft Anhalt starten. Dort gab es neben dem Bestaunen der Hofgebäude Kaffee von der dort auch befindlichen Kaffeerösterei sowie Popcorn. Genau gegenüber ging es weiter bei Familie Herrmann in der Tapas Bar El Gecko. Dort konnte man nicht nur die sehr liebevoll eingerichtete Gaststätte anschauen, sondern den ebenso sehenswerten Hof mitsamt der Gebäude. Das war sicher einer der schönsten Punkte auf dieser Tour. Kaum zu glauben, dass dieses zu DDR-Zeiten eine Dienststelle der Volkspolizei war. Es gab hinten im Garten einen Bierausschank mit allerlei zusätzlichen Verweilmöglichkeiten. Ein Antikmarkt wurde geboten, wo man das eine und andere Alte erwerben konnte. Ab 16.30 Uhr folgte Livemusik von der Berliner Folk-Funk-Bluegrass-Band Tapper Glur & The Glues. 

(Weitere Bilder von den offenen Höfen  von R. Seiffert. Vielen Dank)

Ein weiterer sehr schöner Hof war der von Familie Günther in der Grünauer Straße 12, wo sich ein liebevoll gestalteter Terrassengarten mitsamt Springbrunnen in der Altglienicke landschaftlich prägenden Hangkante zwischen Urstromtal und der Hochfläche des Teltow erhebt. Dort gab es einen Hofflohmarkt. Nur ein Stückchen weiter ging es zum Autohaus Vogel. Hier konnten auf dem Hof allerlei Tuning Cars bestaunt werden. Gegenüber ging es hinein zu Jalousien Haack in der Grünauer Straße 65, der in den letzten Jahren das Gebäude einer früheren Schlosserei für seinen Betrieb umfangreich umbaute. Dort konnte man nach unten schreiten und im Garten nett bei Kaffee und Kuchen sitzen. An der Ecke Grünauer Straße/ Köpenicker Straße angekommen, ging es hinein bei GSM Treuhand Steuerberatungs GmbH, wo es ebenso eine Sitzecke mit Kaffee und Kuchen gab. Nochmals eine Ecke weiter zur Semmelweisstraße 1 stand man an der Gaststätte Ebel. Die hatte wie fast immer sonntags geschlossen, jedenfalls von vorne, aber man konnte die sonst versperrte Hofeinfahrt von der Köpenicker Straße hinein. Dort wurde mit allerlei Stühlen und Tischen ein Hofcafé geboten. Damit konnte man mal die Hinteransicht der Gaststätte genießen, von wo aus sich in früheren Jahrzehnten noch ein heute teils überbauter Biergarten erstreckte. Etwas weiter die Semmelweisstraße herunter war man schließlich im Haus Spreetalhof angelegt. In dem Seniorenpflegewohnheim gab es ein intergeneratives Programm für die Jüngsten mit Kinderschminken, Basteln und Riesenseifenblasen. Abschließend konnte man noch als westlichsten Punkt im Garten von Bauingenieur Bugs Halt machen und auch hier ein wenig verweilen.

Hof Gasstätte Ebel
Hof Gasstätte Ebel
Tapas Bar El Gecko
Tapas Bar El Gecko

Der erste Tag der offenen Höfe fiel mit Sonne pur und Temperaturen um die 30 Grad auf einen richtig sommerlichen Tag. Da kam man beim Spaziergang schon etwas ins Schwitzen, tat aber der allgemein guten Stimmung keinen Abbruch. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und einen herzlichen Dank an die Organisatoren vom Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmer e.V. wie auch den Beteiligten, die ihre Höfe für den einen Nachmittag öffneten. Man konnte tatsächlich neue schöne Seiten des Altglienicker Dorfkerns entdecken. Auch wenn es zum Auftakt erstmal nur neun Höfe waren, musste man sich hier und da allzu schnell mit etwas Wehmut wieder lösen, um in den vier Stunden überall mal gewesen zu sein. Nun hoffen wir, dass im kommenden Jahr ein zweiter Tag der offenen Höfe folgt, vielleicht mit dem einen und anderen, der im Ortskern dann zusätzlich öffnet.

(Der Text und die Fotos wurden vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Aktive Menschen im Kosmosviertel – 46 Nachbarschaftsaktionen seit 2016

 Bild: Erster Trödelmarkt im Kosmosviertel – Foto: Benjamin Barthmann
Bild: Erster Trödelmarkt im Kosmosviertel – Foto: Benjamin Barthmann

Pressemitteilung des Quartiersmanagement Kosmosviertel 

Seit 2016 stellt das Quartiersmanagement im Kosmosviertel Gelder für Nachbarschaftsaktionen zur Verfügung. Und die Menschen im Kiez machen fleißig davon Gebrauch. Bis heute wurden bereits 46 kleinere bis größere Aktionenorganisiert; Von der Arbeit in den Hochbeeten über ein Kinderfest bis hin zu Kartenspiel-Turnieren. Die vielen engagierten Nachbarinnen und Nachbarn haben einen großen Anteil daran, dass sich das Kosmosviertel immer mehr zu einem lebendigen Kiez entwickelt. Auch im Jahr 2019 stehen wieder 10.000€ zur Verfügung, die von einer Jury aus dem Kosmosviertel vergeben werden.

Zutiefst beeindruckt zeigt sich das Quartiersmanagement selbst von dieser Entwicklung. „Als wir hier 2016 angefangen haben, konnten wir uns kaum vorstellen, dass die Menschen hier im Kosmosviertel so vieles selbst in die Hand nehmen. Schließlich hieß es immer, dass hier im „Ghetto“ nichts los ist und sich niemand engagiert“, sagt Daniel Fritz im Quartiersbüro. Dass das ganz und gar nicht so ist hat spätestens das Jahr 2018 gezeigt. Ganze 22 Anträge wurden von den Nachbarinnen und Nachbarn gestellt. Zuviel für das Budget des Quartiersmanagement, das in jedem Jahr im Aktionsfonds 10.000€ dafür zur Verfügung hat. Aufgrund der großen Nachfrage war es im vergangenen Jahr möglich das Budget, das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zur Verfügung gestellt wird, nochmals zu erhöhen. So konnten alle von der Nachbarschaftsjury für gut befunden Projekte auch finanziert werden. Und das hat sich gelohnt.

Kartenturnier, Feste, Verschönerungsaktionen – für jeden was dabei

Insbesondere die Vielfalt an unterschiedlichen Themen und Aktionen für die sich Menschen im Kosmosviertel ist beeindruckend. Auf der einen Seite stehen Highlights mit großem Organisationsaufwand wie der mittlerweile traditionelle Weihnachtsmarkt mit über 500 Besucher*innen, das im Juni zum zweiten mal stattfindenden Kinderfest im Kosmosviertel oder die lange und arbeitsintensive Umgestaltung der Hochbeete. Auf der anderen Seite kleinere Verschönerungsaktionen wie die Begrünung des Vorgartens in der Kita Sonnenschein oder dem Bau einer Werkstatt im Kiezladen WaMa. Und mittendrin tummeln sich regelmäßige Veranstaltungen, wie der Kosmos Film Klub, weihnachtliche Vorlesestunden in der Bibliothek oder die neu gestaltete Ausstellung 30 Jahre Kosmosviertel, die über mehrere Monate im Kiezladen zu sehen war. „Genau so soll es sein“, hört man dazu aus dem Quartiersmanagement. „Wir wollen, dass alle, die allein oder gemeinsam etwas für ihre Nachbarn tun wollen, das auch können“. Dafür gibt es bis zu 1.500€ Zuschuss, aber oft auch tatkräftige Unterstützung bei Planung, Organisation und Umsetzung vom Quartiersmanagement und anderen sozialen Einrichtungen aus dem Kosmosviertel.

Stolze Nachbarschaft und Hoffnung auf mehr

Stolz zeigen sich vor allem die Organisatorinnen und Organisatoren und alle die bei den Aktionen mithelfen. Uwe Regelin ist vor allem bei vielen Projekten im öffentlichen Raum fleißig am organisieren und anpacken. „Es ist schon beachtlich, was wir in den letzten Jahren so alles geschafft haben, ob es die Hochbeete sind oder wie jetzt bei der letzten Aktion die Betonblöcke“. Trotzdem wünscht er sich noch mehr Unterstützung, sowohl aus dem Kosmosviertel, als auch vom Straßen- und Grünflächenamt. „Wir packen ja gerne mit an und sehen dann direkt, dass etwas passiert. Aber am Ende muss dann doch auch das Grünflächenamt wieder mehr Verantwortung übernehmen“. So zeigt es sich in fast allen Bereichen: Am Ende geht es nur, wenn das Miteinander zwischen unterschiedlichen Menschen aus dem Kosmosviertel, den Einrichtungen im Kiez mit ihren Räumen und Mitarbeitern und an einigen Ecken auch den Ämtern des Bezirkes Treptow-Köpenick gelingt. Die größte Mühe gibt sich dabei das Team des Quartiersmanagement um Leute mit ähnlichen Ideen zusammenzubringen, damit es dann gemeinsam losgehen kann.

Ideen gesucht - Antragsstellung jederzeit möglich

Und die Menschen im Kosmosviertel scheinen noch lange nicht genug zu haben und überraschen regelmäßig mit neuen Ideen. Die Anträge für Unterstützung können jederzeit direkt beim Quartiersmanagement gestellt werden. Die Aktionsfondsjury entscheidet monatlich, ob die eingereichten Ideen auch unterstützt werden sollen. In der Jury selbst sitzen verschiedene Menschen, die selbst im Kosmosviertel leben und große Freude an den vielen Aktionen haben. Daher gibt es bei den Sitzungen nicht nur Diskussionen, sondern auch Tipps und Ratschläge, wie sich die Ideen am besten in die Tat umsetzen lassen. Denn in einem sind sich alle einig: So wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat, so soll es weiter gehen im Kosmosviertel. Mit vielen Aktionen für Jung und Alt, mit Verschönerungen und Festen und vor allen Dingen mit vielen tollen Menschen und jeder Menge Spaß.

Weitere Termine: 

Mi, 17.07. 18 Uhr - Sitzung des Quartiersrates (bitte anmelden)

Mo, 22.07. 18 Uhr - Start der Sport-Aktions-Wochen im Kosmosviertel

Fr, 02.08. 18 Uhr - Abschlussfest der Sport-Aktions-Wochen

Do, 08.08. 18 Uhr - Nachbarschaftliches Abendbrot vor oder im Kiezladen Wa

 

Kontakt: Quartiersmanagement Kosmosviertel                                                        
Schönefelder Chaussee 237, 12524 Berlin - Tel:  (030) 77 32 01 95

- www.kosmosviertel.de  - team@kosmosviertel.de

 Facebook: Quartiersmanagement Kosmosviertel


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