Berliner Abgeordnete des Hauptausschusses auf Infotour im Kosmosviertel

Am 10. April gab es hohen Besuch im Kosmosviertel. Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses bereiste im Rahmen einer Busfahrt mehrere mit baulichen und infrastrukturellen Maßnahmen versehene Standorte in der Stadt, um sich über den Stand von Investitionen zu informieren. Dementsprechend wurde auch das Wohngebiet im Süden von Altglienicke angesteuert. Hier im Kosmosviertel werden nicht nur Mittel im Rahmen des Bund/Länder Programms „Zukunftsinitiative Stadtteil-Soziale Stadt“ mitsamt einem Quartiersmanagement eingesetzt, sondern erfolgte jüngst der Rückkauf von 1.821 Wohnungen über die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land. Daher hatten die Mitglieder des Abgeordnetenhauses auch ein großes Interesse, was vor Ort passiert. Ziel des Treffens war es, Herausforderungen und Möglichkeiten einer gelingenden Stadt- und Nachbarschaftsentwicklung zu eruieren.
Mit etwas Verspätung trafen dann nach 11 Uhr die Abgeordneten aus sämtlichen Fraktionen im Kiezladen WaMa an der Ortolfstraße ein. Eine offizielle Begrüßung nahm Bezirksbürgermeister Oliver Igel vor. Dann stellte gleich auch das QM-Team in einer Präsentation die seit 2016 durchgeführten Aktionen und Projekte im Kosmosviertel im Rahmen des Quartiersmanagements vor. Zunächst wurde die Ausgangssituation dargestellt, mit einem kurzen Überblick über die Struktur der Anwohnerschaft.
Im Weiteren wurden die besonderen Herausforderungen aufgezeigt, mit einem hohen Maß an Investitionsrückstau, bei zugleich geringen Instandhaltungsmitteln des Bezirks. Beschrieben wurde wie bislang versucht wurde, eine Beteiligung der Anwohnerschaft und eine Abstimmung mit Wohnungsunternehmen als maßgebende Akteure anzuregen. Im Ergebnis dessen sei es darum gegangen, sich gewisse Zielstellungen zu erarbeiten, um ein besseres nachbarschaftliches Miteinander zu befördern. Daneben ging es um die Qualifizierung  von Bildungseinrichtungen und öffentlichen Grünanlagen, dem Ausbau einer Unterstützungs- und Beratungsstruktur sowie der Nachbarschafts- und Kulturarbeit mit dem Ziel einer aktiven Nachbarschaft.
Nachfolgend stellte sich das insbesondere mit der Integration Geflüchteter befasste Projekt „Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften“ (BENN) vor. Hier wurde die Ausgangslage aufgezeigt, mit der schnellen Errichtung des Tempohomes am Quittenweg, der fehlenden Strukturen für ehrenamtliches Engagement, der bisher nicht vorhandenen Anlaufstellen für Geflüchtete in der Nähe und mangelnden Gemeinschaftsräumen innerhalb der Unterkunft wie auch im Umfeld. Die Herausforderungen lagen im Engagement in temporärer Nachbarschaft, einem plötzlich erhöhten Bedarf bei sozialen Einrichtungen und Trägern im Viertel sowie einem fehlenden Gemeinschaftsleben. Als Maßnahmen galt es im Rahmen des BENN-Verfahrens das Engagement der Bewohnerschaft außerhalb der Geflüchteten-Unterkunft zu befördern und eine Kooperation mit sozialen Trägern im Viertel umzusetzen. Dabei entstand das Café Quitte als Begegnungsraum in der Unterkunft. Herausforderungen blieben eine Sicherung von (Regel-) Finanzierungen, der Aufbau von Strukturen der Stadtteilarbeit, die weitere Öffnung öffentlicher Angebote und die Abstimmung zwischen zentralen Akteuren.

Im weiteren Verlauf ging es das Gespräch mit den Geschäftsführern der Stadt und Land Anne Keilholz und Ingo Malter, die ihre Herausforderungen nach dem Rückkauf der Wohnungen aufzeigten. „Unser Auftrag ist, die Wohnraumversorgung breiter Bevölkerungsschichten sowohl durch Neubau, aber auch durch Ankauf sicherzustellen.  Das ist mit dem Gesellschafter Land Berlin so vereinbart. Wie jeder vergleichbare Marktteilnehmer agieren wir, um diese Ziele zu erreichen, innerhalb der aktuellen Marktkonditionen“, betonte dann Geschäftsführerin Anne Keilholz. Man integriere derzeit die erworbenen Wohnungen in die Bestände der Stadt und Land. Mit Übernahme der Bewirtschaftung prüfe die Stadt und Land nun wie die weitere Perspektive der Objekte gestaltet werden kann, um ein stabiles Quartier und gute Nachbarschaften sicherzustellen. Man habe eine Telefonnummer für die neue Mieterschaft eingerichtet, um Fragen zu beantworten und Hinweise aus aufzunehmen. In den nächsten Jahren werde Stadt und Land die Bestände entsprechend ihres Auftrages und den Rahmenbedingungen der Kooperationsvereinbarung mit dem Land Berlin bewirtschaften. Grundsätzlich solle dabei gelten: Die mietenpolitischen Rahmenbedingungen des Kooperationsvertrages und das Selbstverständnis der Stadt und Land als landeseigenes Unternehmen solle die Grundlage für sicheres Wohnen zu angemessenen und leistbaren Mieten bieten.
„Bei einem kommunalen Wohnungsbauunternehmen gibt es keine Luxussanierungen, sondern Investitionen werden bedarfsgerecht und mit Bedacht und Augenmaß getätigt“, ergänzte Geschäftsführer Ingo Malter. „Aktuell liegt unser Augenmerk auf den Themen technische Verkehrssicherheit und soziale Stabilität im Quartier“, so Malter weiter. Dann folgte eine Diskussionsrunde, in der die Abgeordneten intensiv Fragen stellten. Nach etwas mehr als einer Stunde mussten die Abgeordneten schließlich weiter. Es rief der nächste Termin in der gut neunstündigen Fahrt.
(Text und Fotos von Joachim Schmidt vom Dörferblick. Vielen Dank)


Ein neuer Maulbeerbaum für den Hangkantenpark

Zum 250. Jahrestag der Ansiedlung von Pfälzer Familien am Rande des Dorfes Glienicke, damit entlang der Grünauer und Rudower Straße der Entstehung der neuen Gemeinde Neu-Glienicke, pflanzte der Bürgerverein Altglienicke aus Mitteln der Kiezkasse einen Maulbeerbaum. Im am Sportplatz gelegenen Hangkantenpark sollte er daran erinnern, dass die Kolonisten einst solche reihenweise pflanzten, um darauf Seidenraupen zu züchten. Die besagte Aktion ist nun fünf Jahre her. Leider ist der Baum mit dem lateinischen Namen Morus alba zwischenzeitlich eingegangen, wobei eine Tafel immer noch weiter an die Pflanzaktion erinnerte. Dieser Zustand sollte nicht so bleiben. Am Gründonnerstag wurde durch den Bürgerverein zum 255. Geburtstag von Neu-Glienicke an alter Stelle ein neuer Maulbeerbaum gepflanzt. Ein wesentlich größerer, der auch schon etwa fünf Jahre Wachstum hinter sich hat, damit es auch vom Alter her weiter passt. Möglich wurde das durch eine Spendenaktion für die erforderlichen 550 Euro, zu welcher der Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmer mit 200 Euro sowie zahlreiche Einzelspender beitrugen. Ebenso erklärte sich die den Baum stellende Rudower Baumschule Fischer bereit, 200 Euro vom ursprünglichen Gesamtpreis als Spende abzuziehen. Diese half dann auch gleich beim Anliefern und professionellen Einsetzen mit. Dafür herzlichen Dank. Nun hoffen wir alle, dass dieser zweite Baum besser gelingt und in ein paar Jahren nicht nur Schatten spendet, sondern auch uns Früchte liefert. Die Maulbeeren sind nämlich essbar, der Geschmack liegt zwischen Brombeeren und Rosinen, man bekommt sie jedoch kaum im normalen Einzelhandel, da sie nach Ernten recht schnell verderben. Zwei Baumpaten sorgen jetzt dafür, dass er zum guten Angedeihen regelmäßig gegossen wird.

(Text und Foto von Joachim Schmidt vom Dörferblick. Vielen Dank)


Fußgängertunnel am Bahnhof Schöneweide soll Ende 2019 wiedereröffnen

Der Haupteingang zum S-Bahnhof Schöneweide ist erstmal gesperrt. Der gesamte Bahnhof wird modernisiert. Die dazu gehörige Bahnhofshalle ist abgerissen worden. Der vor dem Eingangsgebäude befindliche Fußgängertunnel unterhalb der Michael-Brückner-Straße soll aber noch dieses Jahr wiedereröffnen, wenn alles gut verläuft. Die ersten Arbeiten zu dessen Wiederherstellung haben begonnen. Eine Antwort auf eine Anfrage des Treptow-Köpenicker FDP-Abgeordneten Stefan Förster liefert die Bestätigung, denn dieser fragte bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz nach dem Stand der bereits vor zwei Jahren zugesagten Sanierung. „Erste Baumaßnahmen wie die Beseitigung von Brandrückständen und irreparablen Bauwerksteilen erfolgen im 2. Quartal. Aktuell wird die Wiederinbetriebnahme für Herbst 2019 erwartet“, heißt es in der Antwort von Staatssekretär Ingmar Streese. Auf die erste Ausschreibung der Bauleistungen im April 2018 war bei der Senatsverwaltung kein einziges Angebot eingegangen. Bei einer erneuten Ausschreibung im September 2018 ging ein einziges Angebot ein, mit einem Mehrfachen der bei einer Kostenberechnung ermittelten Summe. Dieses konnte aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht beauftragt werden. Um einen anderen Bieterkreis anzusprechen, erfolgte die Umstellung auf kleinteilige Vergaben einzelner Fachgewerke, lässt Staatssekretär Streese weiter wissen.

Letztlich hat die Instandsetzung des Tunnels nach einem Brand dann drei Jahren gedauert und somit deutlich länger als ursprünglich geplant. Dieses hatte auch zur Folge, dass alles wesentlich teurer wurde. Schätzte die Senatsverwaltung im Herbst 2017 auf eine erste Anfrage des FDP-Abgeordneten Stefan Förster hin die Sanierungskosten noch auf 50.000 Euro, waren es bei einer ersten Nachfrage im Frühjahr 2018 bereits 210.000 Euro und nun geht man von 300.000 Euro aus. Gespannt kann man bleiben, wie am Ende die Kosten wirklich aussehen.

FDP-Abgeordneter Förster beklagt dazu: „Die zuständige Senatsverwaltung kümmert sich lieber um den Bau grün getünchter und die anderen Verkehrsteilnehmer behindernden Fahrradspuren als um diese wichtige Fußgängerverbindung zum Bahnhof Schöneweide. Ein Teil der Preissteigerung beruht ja auf dem Anstieg der Preise für Bauleistungen in den letzten Jahren. Hätte man 2017 die Sanierung durchgeführt, hätte das Land Berlin vermutlich eine Menge Geld gespart".

Ganz ohne weitere Kosten dürfte der 1972 gebaute und 1994 modernisierte Fußgängertunnel auch nach seiner Wiederherstellung nicht sein, denn von 2006 bis 2016 hatte das Land Berlin rund 877.000 Euro zur Beseitigung von Vandalismusschäden zu investieren. Auch nicht ausgeschlossen ist, dass der Tunnel irgendwann wieder geschlossen wird. Oberhalb des Tunnels soll irgendwann eine Ampel die Querung ermöglichen, wie schon auf der anderen Kreuzungsseite am „Zentrum Schöneweide“. Allerdings kann die erst gebaut werden, wenn die Straßenbahn dort nicht mehr aus der Brückenstraße kommend einbiegt. Um dazu zu kommen, muss zunächst der Bahnhof saniert werden und ein Durchbruch unter den S-Bahngleisen für eine andere Führung der Straßenbahn erfolgen. Erst dann kann die Neugestaltung des gesamten Bahnhofsvorplatzes in Angriff genommen werden. Dieses alles dürfte sich noch einige Jahre hinziehen. Daher heißt es sich so lange mit dem Tunnel zu begnügen. Und auch am S-Bahnhof Treptower Park hat ja ein solcher Tunnel als zusätzliches Angebot zu einer Ampel überlebt. Übrigens unterquert der Tunnel am Bahnhof Schöneweide historischen Grund. Hier wurde 1952 der erste Zebrastreifen im Osten Deutschlands eingerichtet. (Text und Foto von Joachim Schmidt vom Dörferblick. Vielen Dank)


Bauantrag für Werkstattgebäude der Bärenquell-Brauerei

Für die ehemalige Bärenquell-Brauerei in der Schnellerstraße 137 wurde nun ein weiterer Bauantrag gestellt. Für 4,1 Millionen Euro soll das ehemalige Werkstattgebäude (Bauteil D) zu einem Büro- und Boardinghaus umgebaut werden. Beantragt ist die Sanierung und Umnutzung des dreigeschossigen Gebäudes, das Bestandteil des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles der vormaligen Borussia-, Schultheiß- und Bärenquell-Brauerei ist. Es befindet sich 1927 im Stile des Expressionismus errichtet am nordöstlichen Gebäuderand des Areals und grenzt mit seinem nordöstlichen Kopfbau an das Spreeufer. Das Gebäude soll im Erdgeschoss Büros und Ateliers, im ersten und zweiten Obergeschoss als Boardinghaus für gewerbliches Wohnen dienen. Damit gibt es unterdessen für fast alle historischen Teile des Brauereikomplexes einen Bauantrag, der auch einen Erhalt der Bausubstanz vorsieht. Nun darf mit Spannung erwartet werden, wann es nach teils einem Vierteljahrhundert Leerstand losgeht. Das Konzept des britischen Investors sieht vor allem einen Mix aus Veranstaltungsräumen, Gastromomie, Kultur und Gewerbe vor.

(Text von Joachim Schmidt vom Dörferblick. Vielen Dank)


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