Aktuelles aus Altglienicke und vom Bürgerverein


Ein Kiezkreisel bereichert das Kosmosviertel in Altglienicke

Foto: Joachim Schmidt
Foto: Joachim Schmidt

Nach über einjähriger Planungs- und Bauzeit wurde am 12. Juli im Innenhof an der Ecke Ortolfstraße / Siriusstraße ein neuer Sport- und Kulturplatz für das Kosmosviertel feierlich eröffnet. Damit soll es hier nach Jahren eines maroden Bolzplatzes wieder einen Ort geben, an dem Menschen verschiedenen Alters aus der Nachbarschaft gemeinsam Sport treiben und sich treffen können oder auch ein Fest oder ein Kinoabend stattfinden kann. Dieser hat ebenso durch nachfolgende entsprechende Beteiligung der Bürgerschaft einen griffigen Namen bekommen: Kiezkreisel.

Im März vergangenen Jahres startete begleitet von STADT UND LAND und Quartiersmanagement Kosmosviertel ein Beteiligungsverfahren, in dem Menschen aus der Anwohnerschaft die Möglichkeit hatten, sich in die Umgestaltung des in die Jahre gekommenen und zuletzt aus Verkehrssicherheitsgründen gesperrten Bolzplatzes einzubringen. Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden eingeladen, ihre Bedarfe und Anregungen zum umzubauenden Standort zu benennen. Bei den Planungen wurde darauf geachtet, dass für alle Gruppen etwas dabei ist. So finden sich hier neben vielen Sitzmöglichkeiten eine Boule-Bahn, Tischtennisplatten, ein multifunktionales Sportfeld mit Basketballkörben sowie allerlei fest installierte Sport und Fitnessgeräte für Jung und Alt. Um 18 Uhr gab es schließlich für den neugeschaffenen Ort gemeinsam von Quartiersrat und STADT UND LAND als Bauherrin den offiziellen Startschuss. Dann wurde der Platz auch gleich von allen erobert, darunter viele Kinder und Jugendliche, die sich über den neuen vor allem in Blau gehaltenen Platz freuten. Es wurden rund um die Fläche verschiedene kleinere sportliche Wettbewerbe gestartet, aber auch individuell gespielt. Eine Karaoke-Show sorgte neben DJ-Musik vor allem bei den Jüngeren für Unterhaltung. Getanzt wurde ebenso. Zudem gab es am Stand des Quartiersrates neben Salaten allerlei vom Grill und kühle Getränke. Der Raum für nette Gespräche war ringsherum gegeben. Viele Vertreterinnen und Vertreter von vor Ort tätigen Trägern und Initiativen waren bei der Eröffnung zugegen. Auf dem Areal des Kiezkreisels findet nun während der Ferien immer dienstags ein Angebot zur Spielausleihe statt. Kinder können in der Zeit von 15 bis 17 Uhr auf dem Platz unter Anleitung einer Übungsleiterin Spiele zur Bewegung ausleihen. Das Angebot geht bis zum Ende der Ferien, findet aber nicht am 26. Juli und 16. August statt. Finanziert wurde die Umbaumaßnahme des Platzes durch das Programm „Soziale Stadt” des Quartiersmanagements Kosmosviertel mit 85.000 Euro. Für die restliche Summe sorgte die STADT UND LAND Wohnbautengesellschaft als Eigentümerin. Als Grundlage diente ein Entwurf, der durch das Planungsbüro Plan B entwickelt wurde.

(Text vom Dörferblick von Joachim Schmidt)


Kiezkasse Altglienicke vergab Mittel

Am 30. Juni fand im Bürgerhaus die Versammlung für die Kiezkasse Altglienicke 2022 unter den neuen Kiezpaten Sascha Lucke (SPD) und Julia Falkenberg (CDU) statt. Insgesamt 10.200 Euro waren zu verteilen. Anträge für Projekte gab es diesmal in Höhe von fast 13.000 Euro, aber es gelang, sich untereinander auf die eine und andere Mittelreduzierung zu verständigen, so dass am Ende alle zehn Projekte Geld bekamen. Finanziert werden in diesem Jahr 2.540 Euro für den Familien-Mutmach-Tag an zwei Standorten, 2.000 Euro für die Restaurierung der Orgel in der Pfarrkirche, 1.827 Euro für die Erneuerung der Beleuchtung in der Pfarrkirche, 1.300 Euro für ein Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche, 513 Euro für ein Wiesenprojekt, 500 Euro an den Bürgerverein für den Altglienicker Adventsmarkt, 450 Euro an die VSG Altglienicke für einen Tag der Offenen Tür, 450 Euro für ein Tagebuchprojekt, 420 Euro für das IBB Kiezfest und 200 Euro an den Bürgerverein für die Erneuerung der durch Graffiti beschmierten Erinnerungstafel 250 Jahre Ansiedlung der Pfälzer in Neu Glienicke von 2014. Sollten Mittel von einzelnen Projekten nicht abgerufen werden, kommen sie gemäß Nachrückerbeschluss der Kiezkassenversammlung zunächst dem Familien-Mutmach-Tag und danach der Orgel Restaurierung zugute.

(Text vom Dörferblick von Joachim Schmidt)


Kiezladen WaMa in Altglienicke präsentiert Bilder von Khaled Alsamra

Foto: Joachim Schmidt
Foto: Joachim Schmidt

Am 28. Juni 2022 fand eine Ausstellungseröffnung mit Werken des Künstlers Khaled Alsamra im Kiezladen WaMa statt. Die Ausstellung wurde im Rahmen des dort ansässigen Interkulturellen Cafés initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Kiezladen WaMa ermöglicht. Der in Damaskus/ Syrien aufgewachsene Khaled Alsamra kam durch Flucht 2017 mit seiner Familie nach Deutschland. In seiner Heimat hatte er Chemie, Physik und Mathematik studiert und lange Zeit als Verkäufer gearbeitet. Nach seiner Ankunft in Berlin wohnte er zunächst in der Geflüchtetenunterkunft am Quittenweg. Dort begann er auch sich vielfältig in Altglienicke ehrenamtlich zu engagieren. Mittlerweile hat er mit seiner Familie eine eigene Wohnung im Kosmosviertel und einen festen Job in einer Konditorei gefunden. In seiner Freizeit malte er schon immer, dabei in verschiedenen Stilrichtungen der modernen Kunst. Sein Talent fiel auch anderen hier auf, so dass über das alle zwei Wochen dienstags in der Wama stattfindende Interkulturelle Café die Idee aufkam, daraus eine Ausstellung zu machen. Er freut sich, einen Teil seiner Bilder nun einer größeren Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ganz viele kamen dann auch zur Vernissage. Natürlich dabei seine Familie. Die sehenswerten Werke unter dem Titel „Farbimpressionen” können vor Ort nun die kommenden Wochen betrachtet werden. Der Kiezladen WaMa ist in der Ortolfstraße 206b, 12524 Berlin-Altglienicke zu finden. Die Ausstellung kann zu den täglichen Öffnungszeiten (www.kiezladen-wama.de) besucht werden.  (Text vom Dörferblick von Joachim Schmidt)


Möglichkeiten des Ehrenamts in Altglienicke

Ehrenamt ist gefragt – auch in Altglienicke. In einer Reihe wollen wir verschiedene Einrichtungen dort kurz vorstellen, was diese machen und wie man sich ehrenamtlich einbringen kann. Damit wollen wir einladen, sich gemeinsam mit anderen für einen noch lebenswerteren Kiez einzubringen.


#5 Familienzentrum

Bild: BVA
Bild: BVA

Das Projekt selbst:

In der Ortolfstraße 164 befindet sich das Familienzentrum in Trägerschaft des Jugendwerks Aufbau Ost (JAO) gGmbH mit offenen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien, einer trägereigenen „Kita im Kosmosviertel” sowie der Bereich der ambulanten Hilfen zur Erziehung. Das Familienzentrum ist kompetente Anlaufstelle rund um den Familienalltag für die Anwohnerschaft des Kosmosviertels. Es ist Treffpunkt für Familien, um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und durch die unterschiedlichen Angebote ggf. auch Unterstützung und Entlastung zu erfahren. Es gibt enge Kooperationen mit vielen Kitas und Einrichtungen im Sozialraum. Die Angebote richten sich grundsätzlich an alle Familien aus Altglienicke und Umgebung. In Form von Krabbelgruppen wird bereits Familien mit Babys frühzeitig ein erstes Angebot gemacht. Durch die Stadtteilmütter, die am Familienzentrum verortet sind, finden auch Familien mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund im Familienzentrum Unterstützung sowie eine Anlaufstelle. Man versteht sich hierbei auch als Brückenbauer und unterstützt die Integration in den Sozialraum.

Wie kann man sich engagieren?

Eine ehrenamtliche Mitarbeit im Familienzentrum ist eingeschränkt und gemäß den personellen Kapazitäten vor allem im Rahmen des in die Arbeit des Familienzentrums integrierten Projekts für Geflüchtete möglich, welches sich an Familien mit Migrationshintergrund richtet, um hier zusätzliche Angebote für Kinder zu schaffen. Es können sich dabei prinzipiell alle Menschen einbringen, gerne welche mit eigenem Migrationshintergrund, die schon eine gewisse Zeit hier sind. Erforderlich ist in jedem Fall eine Offenheit gegenüber anderen Kulturen und entsprechende Kompetenzen für die Arbeit. mit der Zielgruppe sowie in der Tätigkeit eine gewisse Flexibilität und Selbständigkeit. Auch Kindern mal an Nachmittagen etwas aus Büchern vorzulesen, ist eine mögliche ehrenamtliche Beschäftigung. Bei der Arbeit für und mit Kindern ist ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis Grundvoraussetzung. Ehrenamtliche werden unterstützt durch fachliche Begleitung und dem regelmäßigen Austausch mit dem Team der Mitarbeitenden. Bisher gibt es eine ehrenamtlich tätige Person.

Wie macht man mit?

 Ansprechpartner für das Ehrenamt ist der Leiter des Familienzentrums Marcus Heidrich, Tel. 030-654961 95, E-Mail kjfz-haus-im-kosmos viertel@jao-berlin.de.

(Text vom Dörferblick von Joachim Schmidt)


Lösungssuche für Rattenproblem im Kiez

Ende Mai fand wieder ein Kiezgespräch im Altglienicker Kosmosviertel statt. Die Veranstaltung im Kiezladen WaMa stand dabei ganz im Zeichen der Ratte. Immer wieder wurden nämlich in der Vergangenheit die kleinen Nagetiere auch hier im Wohngebiet gesichtet. Von daher stellte sich für viele die Frage, was man für Lösungen dazu finden könne. Es wurde für die interessierte Nachbarschaft eine durchaus interessante Veranstaltung mit dem Titel „Ratten im Kosmosviertel – Lösungen für ein Dauerproblem” auf den Weg gebracht. Dazu wurden als spezielle Gäste die Wohnungsunternehmen, das Gesundheitsamt Treptow-Köpenick, das Freilandlabor Britz und ein erfahrener Schädlingsbekämpfer eingeladen. Nach der Begrüßung gab es zunächst einmal durch das Freilandlabor Britz eine Einführung über die Ratte allgemein. Da war unter anderem zu erfahren, dass die zur Gruppe der Altweltmäuse gehörige Ratte ursprünglich aus der Himalaya-Region in Asien stammte und sich schnell an das Leben der Menschen andockte, weil sie hier immer zahlreich Nahrung fanden. Über Wanderzüge und letztlich Schiffe verbreiteten sich die Ratten schon ab der Antike über die ganze Welt. Ratten sind Allesfresser und bewohnen gerne alles in menschlicher Nähe, was ihnen Schutz und Nahrung bietet, so unter anderem auch Keller, Lagerhäuser, Mülldeponien und Abwasserkanäle. Sie gelten als recht intelligente und widerstandsfähige Tiere, die Familienclans bilden. Eine Ratte kann bei einer Tragzeit von 22–24 Tagen mehrfach im Jahr bis zu jeweils zehn Nachkommen auf die Welt bringen. Sie leben bis zu drei Jahre. Das Hauptproblem an Ratten ist neben der zerstörerischen Wirkung als Nagetier die Verbreitung vieler Krankheiten. Was die Ratten anlockt und zu starker Verbreitung in einem Bereich menschlichen Zusammenlebens führt, ist alles was Nahrungsmittel enthält, so besonders im Müll.

Sie nagen auch Vorräte an Obst und Gemüse an. Geradezu paradiesisch sind für Ratten Abwässerkanäle. Sie können von dort sogar über Abwasserrohre in Wohnhäuser gelangen. Zur Bekämpfung der Verbreitung von Ratten gibt es mehrere praktische Tipps. So sollten im Freien Mülltonnen, Müllsäcke und insbesondere die Biotonne, aber auch die ganzen Gebäude selber stets gut verschlossen sein. Essensreste gehören keinesfalls in den öffentlichen Raum. Ebenso sollte man kein Essen in der Toilette herunterspülen, weil es die Tiere anlocken könnte. Sogenannte Köder mit Rattengift bilden bei der Bekämpfung keine absolute Sicherheit, weil sich die Ratten untereinander in Clans oft warnen, wenn es einem Mitglied nach dem Fressen plötzlich schlechtgeht von dort sogar über Abwasserrohre in Wohnhäuser gelangen. Nach den Informationen über die Ratte allgemein folgte in der Veranstaltung ein Block, wo aus der Nachbarschaft alle ihre Erfahrungen zur Situation mit Ratten im Kosmosviertel zusammentrugen. Das Grundproblem blieb dabei, dass sie dort gehäuft auftreten, wo besonders viel Müll anfällt. Dabei ist es nicht nur der Müll, der einfach fallen gelassen wird, auch Müllbeutel sind gerne eine Beute der Nagetiere. Diese reißen Beutel auf, mit dem Ergebnis, dass sich der Inhalt in der Umgebung verbreitet.

Ein Schädlingsbekämpfer erläuterte Maßnahmen, die es in anderen Berliner Wohngebieten mit verschiedenen Projekten gegen die Rattenplage gab, etwa im Nachbarbezirk Neukölln in seinen Großsiedlungen, wo es darum ging die ansässige Bevölkerung zu sensibilisieren. Anschließend ging es in zwei Arbeitsgruppen, die sich um gemeinsame Lösungen für die Situation vor Ort bemühten. Eine betrachtete alles aus Sicht der Wohnungseigentümer, die andere aus Sicht der Anwohnerschaft. An die Eigentümer gerichtet gab es den Wunsch einer besseren Positionierung der Biotonnen, aber auch deren häufigere Leerung. Es sollte mehr kontrolliert werden, dass die Müllhäuser im Wohngebiet abgeschlossen sind. Es wurden größere Müllbehälter im öffentlichen Raum gewünscht. Daneben wurde angeregt, Strauchanlagen mehr auszulichten. An die Adresse der Anwohnenden wurde gewünscht, mehr Müll zu trennen und zu vermeiden sowie mehr Rücksicht mit diesem walten zu lassen. Dazu sei eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Desweiteren sollte kein Sperrmüll einfach so im öffentlichen Raum abgestellt werden. Dazu wurde angeregt mehr Sperrmülltage durchzuführen, wo dieser im Kiez abgeholt wurde. Die Ergebnisse beider Arbeitsgruppen wurden zusammengetragen und noch einmal diskutiert. Im Ausklang gab es noch ein paar kleine Snacks, um in lockerer Runde das eine und andere Gespräch zu führen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kiezgespräche Kosmosviertel statt. Die Kiezgespräche werden vom Quartiersmanagement Kosmosviertel, der Sozialraumorientierten Planungskoordination (SPK) des Bezirks Treptow-Köpenick, dem Projekt Dialog im Kosmos (Offensiv 91 e.V.) und dem Projekt Gemeinsam älter werden (SOHPIA) organisiert. (Text vom Dörferblick von Joachim Schmidt)


Vielen Dank für Ihre Unterstützung geht an:

Der Dörferblick
Der Dörferblick