Eine Ausstellung zeigt sie: 20 Jahre Kölner Viertel in Altglienicke am 23.10.2013

Wieder stand in Altglienicke ein Jubiläum an. Das Kölner Viertel ist nun auch schon 20 Jahre alt. Ein guter Grund für den Bürgerverein Altglienicke e.V. die Entstehung und Entwicklung seinen Bewohnern und Nachbarn in einer umfangreichen Ausstellung zu präsentieren. Am Mittwoch, den 23. Oktober 2013 war dazu im Ausstellungszentrum am Ehrenfelder Platz 2 die Eröffnung. Anhand zahlreicher Fotos und Dokumente wurde die Geschichte dieses Altglienicker Quartiers erstmals interessant dokumentiert. Einen Dank für die Realisierung des langgehegten Projekts geht an Ronald Seiffert und die AG Heimatgeschichte.

 

Rückblende:


Es ist gar nicht so einfach zu sagen, wo man zeitlich mit dem Kölner Viertel ansetzt. Ursprünglich befand sich hier zwischen Weidenweg im Süden und Mohnweg im Norden eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, die von 1962 an durch den Bahnaußenring geteilt wurde. Ab 1985 bestanden beim Berliner Magistrat Planungen in Altglienicke auf sämtlichen bisher landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen eine große bis nach Schönefeld reichende Plattenbausiedlung zu errichten. 1987 wurde damit südlich der Siedlung Altglienicker Grund an der Venusstraße begonnen. Es entstand in Plattenbauweise der noch um die Wendezeit 1989/90 herum fertig realisierte Bauabschnitt Wohngebiet 2 zwischen Schönefelder Chaussee und Ortolfstraße, der heute als Kosmosviertel bezeichnet wird.
Nur in Anfängen befand sich der davon leicht nordöstlich gelegene Bauabschnitt Wohngebiet 1, das spätere Kölner Viertel als WG1.1 und das spätere Ärztinnenviertel als WG1.2. Die Arbeiten ruhten hier, nachdem es von Seiten der Anwohner Proteste und Eingaben gegen ein allzu überdimensioniertes Neubaugebiet gab, welches sich nicht in den von Einfamilienhäusern geprägten Ortsteil Altglienicke einfüge. So standen ab Frühjahr 1989 allerlei Fundamente und einige Rohbauten wegen Baustopp verwaist da. Es erhoben sich derweil auf dem brachen Land neben unzähligen Kellergeschossen halbfertig in Plattenbauweise eine Schule mit Turnhalle, ein Jugendklub, ein Kindergarten und der erste Wohnriegel. Bis auf den umgebauten Jugendklub (das heutige „Fairness“ in der Ehrenfelder Straße) wurde das alles Anfang der 90er Jahre wieder abgerissen. Ebenso die fast fertige Brücke über die Bahnaußenring in Höhe der heutigen (und einige Zeit unterdessen gesperrten) Fußgängerbrücke an der Coloniaallee. Einer der ersten Entscheidungen der mit der Wiedervereinigung wieder gemeinsamen Berliner Landesregierung war nämlich dieses Gebiet nicht mehr mit bis zu achtstöckigen Plattenbauweise fertigzustellen. Die Plattenbaukonzeption entsprach nicht mehr den nun neuen bundesdeutschen Wohnungsbauförderungsbestimmungen, war entsprechend nicht nutzbar und abzureißen.


Man beschloss daher eine konzeptionelle Neugestaltung in Form einer drei- bis fünfstöckigen Wohnbebauung, die sich architektonisch an Bruno Taut orientieren sollte. Das alles sollte mit viel Grün verbunden werden. Nach einem 1992 abgeschlossenen architektonischen Wettbewerb kam es schließlich zur Grundsteinlegung. In Regie der Wohnbautengesellschaft STADT UND LAND wurden 587 Wohnungen realisiert. Gebaut wurde mit Beginn 1993 in zwei Abschnitten, zunächst dem zwischen Rebenweg und Coloniaallee und dann anschließend dem östlich der Coloniaallee. Diese sind erkennbar durch eine unterschiedliche architektonische Gestaltung der beiden Bauabschnitte, die aber durch die Verwendung gleicher Materialien einheitlich wirken. Da im Jahre 1990 die Städtepartnerschaft zwischen Berlin-Treptow und Köln entstand, bekam das Viertel auch seinen Namen. Ursprünglich waren für diesen Bereich ähnliche Straßennamen nach Gestirnen wie im Kosmosviertel vorgesehen. Die Porzer Straße in Fortsetzung des Rebenweges hätte so z.B. Wegabogen gehießen. Dieser Name lebt noch im Namen der Kita fort. Ansonsten hätte es unter anderem einen Polluxring, einen Andromedasteig oder einen Marswinkel gegeben. Mitte der 90er Jahre entschloss sich Treptow der Patenstadt Köln für Beistand und Hilfe in der Wendezeit mit einem "Kölner Viertel" zu danken, dessen Straßen die Namen Kölner Stadtteile erhielten. Dementsprechend erhielten die Straßen Namen nach Ortsteilen ihrer Partnerstadt : Porzer Straße, Nippeser Straße, Coloniaallee, Ehrenfelder Platz, Rodenkirchener Straße, Chorweiler Straße und so fort. Die ersten Mieter konnten im August 1995 ihre neuen Wohnungen beziehen. Die Häuserblocks sind in Bogenform angeordnet, die Wohnhöfe mit Grünflächen und Sitzbänken sowie Spielanlagen für Kinder versehen. Die ersten Einzüge waren noch mit großen Problemen versehen, weil die Straßen später fertig waren als die Häuser. So blieben einige Umzugswagen im Schlamm stecken. Zudem gab es in der Anfangszeit Probleme von anderen gefunden zu werden, selbst von Polizei und Feuerwehr, weil die Stadtpläne (es gab noch keine heutigen Navis) noch Jahre lang anstatt des Kölner Viertels eine Brachfläche aufführten. 1997 entstand das Kölner Viertel Ost. Dieser Komplex ist ein Bereich mit Gartenstadtcharakter. Die Häuser haben eine Terrasse im Erdgeschoss oder einen kleinen Garten. Direkt auf dem Ehrenfelder Platz steht eine Plastik der Kölner Originale " Tünnes und Schäl", gestaltet vom Künstler Wolfgang Reuter. Es wird gesagt, wer die Knollennase von Tünnes berührt, der soll Glück haben. Wie Ossi und Wessi stehen sie da als stumme Zeugen des mehr oder weniger pulsierenden Lebens und Treibens auf dem Stadtplatz. Ebenso sind dort ein Einkaufs- und Dienstleistungsviertel entstanden, mit Post, Friseur, Apotheke, Bäcker, Gastronomie und diverse Geschäften. In der Mitte des Colonia-Parks befindet sich eine große Rasenfläche für Sport-, Spiel- und Freizeit Aktivitäten. Über den Pultdächern hinaus ragt seit 1997 am Ehrenfelder Platz ein dominantes Hochhaus als Wahrzeichen des Viertels. Der 36 Meter hohe, zwölfgeschossige Wohnturm der Architekten Dörken & Heise wird "Campanille" genannt und ist nach dem Turm der Pfarrkirche von 1895 mit 42 Metern und dem Wasserturm von 1906 mit 38,5 Metern das dritthöchste Gebäude Altglienickes. Vieles mehr rund um dieses Wohngebäude können Sie nun umfangreich aufbereitet immer montags im Ausstellungszentrum am Ehrenfelder Platz 2 sehen.
(Text von Joachim Schmidt - Bürgerverein Altglienicke e.V.)


Geschichte des Kölner Viertel

Wer über die namenslose Fußgängerbrücke geht, überschaut das Kölner Viertel mit einem Blick, erkennt die unterschiedliche architektonische Gestaltung zweier Bauabschnitte, die aber durch die Verwendung gleicher Materialien einheitlich wirken. 1985 begannen die ersten Planungen neuer Wohngebiete auf den Restflächen der Altglienicker Feldmark, die von Gartensiedlungen geteilt und gesäumt war. Auch beiderseits der Bahnlinie sollten Hochhäuser in DDR-Großplattenbauweise entstehen.
Der Baubeginn an der Schönefelder Chaussee hatte 1988 heftige Proteste Altglienicker Bürger gegen "Wohnsilos" ausgelöst, die sich nicht generell gegen Neubauten wandten, sondern eine dem Siedlungsumfeld angemesse Bebauung forderten. Einsprüche und Eingaben führten dann noch vor der Wiedervereinigung zu Konzeptionsänderungen und später für das weitere Geschehen zu einem Baustopp. Zwischen dem Mohnweg und dem Weidenweg standen derzeit schon einige Rohbauten von Schulen, Turnhallen und Kindertagesstätten, die Betonfundamente von Wohnbauten waren gegossen und eine schlanke Brücke verband die durch die Bahntrasse getrennten Teile der Großsiedlung. Die Umwälzungen und Neuorientierungen der Wendezeit gaben die Chance zu einer völlig neuen Baukonzeption, die dann unter Berücksichtigung der neuen Ramenbedingungen in einer Architekturwerkstatt erarbeitet wurde.


Das Bestehende entsprach nicht mehr den Wohnungsbauförderungsbestimmungen, war nicht nutzbar und wurde abgerissen. Im Jahre 1990 entstand die Städtepartnerschaft Berlin-Treptow mit Köln. Der Grundstein für dieses Viertel wurde im Jahr 1992 gelegt. Im Jahre 1993 konnte der Planungsprozess endlich realisiert werden. Es entstanden die ersten 587 Wohnungen im Kölner Viertel West. Die ersten Mieter konnten im August 1995 ihre neuen Wohnungen beziehen. Die Häuserblocks sind in Bogenform angeordnet, die Wohnhöfe mit Grünflächen und Sitzbänken sowie Spielanlagen für Kinder versehen. Während der Treptower Festwochen 1996 entschloss sich der Stadtbezirk, der Patenstadt Köln für Beistand und Hilfe in der Wendezeit mit einem "Kölner Viertel" in Altglienicke zu danken, dessen Straßen die Namen Kölner Stadtteile erhielten.Somit entstand im Ortsteil Altglienicke ein neugebautes Quartier das als "Das Kölner Viertel" benannt wurde.
Dementsprechend erhielten die Straßen Namen nach Ortsteilen ihrer Partnerstadt Köln. So zum Beispiel : die Porzer Straße, Nippeser Straße, Coloniaallee, Ehrenfelder Platz, Rodenkirchender Straße, Chorweiler uvm. Im Jahr 1997 entstand das Kölner Viertel Ost. Dieser Komplex ist ein Bereich mit Gartenstadt -Charakter, die Häuser haben eine Terrasse im Erdgeschoss oder einen kleinen Garten.


Direkt auf dem Ehrenfelder Platz steht eine Plastik der Kölner Originale " Tünnes und Schäl" gestaltet von Wolfgang Reuter. Es wird gesagt, wer die Knollennase von Tünnes berührt, der soll Glück haben. Wie Ossi und Wessi stehen sie da als stumme Zeugen des mehr oder weniger pulsierenden Lebens und Treibens auf dem Stadtplatz. Ebenso sind dort ein Einkaufs- und Dienstleistungsviertel entstanden, mit Post, Friseur, Apotheke, Bäcker, Gastronomie und diverse Geschäften. In der Mitte des Colonia-Parks befindet sich eine große Rasenfläche für Sport-, Spiel- und Freizeit Aktivitäten. Ebenso sind sehr schön gestaltete Aufenthaltbereiche sowie Kinderspielplätze vorhanden. Parallel zur Porzer Straße befindet sich der Fernbahn Außenring. Zum Schutz der Anwohner vor Bahnlärm wurde 1999 eine Lärmschutzwand gebaut.
Über den Pultdächern hinaus ragt seit 1997 ein dominantes Hochhaus als Wahrzeichen des Viertels. Der 36 Meter hohe, zwölfgeschossige Wohnturm der Architekten Dörken & Heise wird "Campanille" genannt und ist nach dem Turm der Pfarrkirche von 1895 mit 42 Metern und dem Wasserturm von 1906 mit 38,5 Metern die Nummer 3 der herausragenden Bauten Altglienickes. Dieser befindet sich am Ehrenfelder Platz.
Im Jahr 2005 feierte das Kölner Viertel sein 10jähriges Bestehen mit einem großen Volksfest rund um den Ehrenfelder Platz. Anwesend waren Vertreter der Partnerstadt Köln, Vertreter vom Stadtbezirk Treptow-Köpenick und WBG Stadt und Land. Seit der Namensgebung zu den Treptower Festtagen im Jahr 1996 trägt das Wohngebiet offiziell den Namen " Kölner Viertel


Stadt und Land feierte mit Ihnen am 24.09.2010 auf dem Ehrenfelder Platz das Umweltfest

Gemeinsam mit der GASAG hat die STADT UND LAND im vergangenen Jahr in Altglienicke 1.349 Wohnungen von Fernwärme auf Blockheizkraftwerke umgerüstet. Dank der damit einhergehenden Verringerung der CO2-Emissionen um ca. 1.000 t CO2 pro Jahr haben wir unseren Anspruch, vorbildlich ökologisch zu wirtschaften, einmal mehr unter Beweis gestellt. Diesen Erfolg feiern wir mit unseren Mietern und der GASAG am:
Freitag, 24. September 2010, 16.00 bis 22.00 Uhr auf dem Ehrenfelder Platz, 12524 Berlin.
Hier sehen Sie schon einige Bilder vom Umweltfest. Leider ist die Qualität der Bilder nicht sehr gut, da sie mit meinen Handy aufgenommen wurden. Ich war mit meinen Kindern von ca. 16:15 bis 18:30 Uhr beim Umweltfest. Für Essen und Trinken wurde gesorgt und wenn man die Einladung mitgenommen hat (ich hatte sie leider vergessen) gab es kostenlos jeweils was zum Essen und Trinken. Aber wir hatten Glück und bekamen vom Stand der Stadt und Land Wohnungsbaugesellschaft auch ohne Vorlegen der Einladung die Wertmarken, um uns ein Freigetränk und Grillgut zu holen. Am Anfang wurde auf der Bühne kurz einige Daten und Fakten über die neuen Blockheizkraftwerke erzählt. Danach gab es Musik und Unterhaltung. Für den heutigen späten Abend werden noch Ulli Zelle mit Band und die drei Berliner Tenöre (21.30 Uhr) erwartet. Des Weiteren konnten die Kinder sich Kostüme aus Verpackungsmaterial basteln und die große Hüpfburg war bei den Kindern begehrt. Eine kleine Ausstellung mit Erdgasfahrzeugen und Fahrräder mit Stromantrieb konnten besichtigt werden. Viele Stände über Umwelt, Ernährung, Recyling und Energie waren vorhanden. Die Kinder konnten sich noch schminken lassen oder auch mal einen Topf bepflanzen. Auch die Geschichte der Entstehung der Wohnviertels mit Gebäudemodellen war zu sehen.



Bilder vom Kölner Viertel