Informationen zum MUF-Standort Salvador-Allende-Straße 89 – 91, 12559 Berlin

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow Köpenick vom 07.12.2018

 Am Dienstag, dem 04.12.2018, fand sich im Stuckhaus Köpenick auf Einladung des Bezirksbürgermeisters Oliver Igel der Runde Tisch Allende Viertel zusammen. Der Einladung sind außerdem die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Frau Elke Breitenbach, sowie Frau Lohde von der Senatsverwaltung für Bauen und Stadtentwicklung gefolgt, um über den derzeitigen Planungsstand zum Standort der ehemaligen und künftigen Unterkunft für geflüchtete Menschen in der Salvador-Allende-Straße zu informieren. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales die sogenannte „Modulare Unterkunft für Flüchtlinge“ (MUF) entworfen. Das Bauvorhaben wird nach § 77 BauOBln im Zustimmungsverfahren durch die Oberste Bauaufsicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen genehmigt.

In drei Gebäuden sollen in hauptsächlich 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen 465 Plätze für geflüchtete Menschen geschaffen werden.
Der derzeitige Planungsstand sieht wie folgt aus:

  • Bauvorbereitung (Rodung, Herrichtung) bis Ende 02/2019
  • Abriss Bestandsgebäude bis Ende 07/2019
  • Beginn Neubau 08/2019
  • Fertigstellung Neubau 07/2020
  • Fertigstellung Außenanlagen 11/2020
  • Früheste Inbetriebnahme 12/2020

Soziale Einrichtungen, die der gesamten Region offen zur Verfügung stehen sollen, werden ebenfalls geschaffen. Anregungen des Runden Tisches sollen hierbei aufgenommen werden.
Eine Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner erfolgt zu gegebener Zeit. Nachfragen richten Sie weiterhin gerne an den Integrationsbereich unter integration@ba-tk.berlin.de oder (030) 90297-2308. Alle Informationen finden Sie auch immer unter https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/ueber-den-bezirk/willkommen/informationen/standorte/.


450 Jahre Treptow – Ausfall Jahresabschlusskonzert und neuer Termin am 6. Januar 2019

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow Köpenick vom 10.12.2018

Das für den 3. Advent am Sonntag, dem 16. Dezember 2018, um 15 Uhr im Saal der Rathauses Treptow (Neue Krugallee 4, 12435 Berlin) geplante Jahresabschlusskonzert der Projektreihe „Rathauskonzerte“ muss aus gesundheitlichen Gründen leider verschoben werden. Das Amt für Weiterbildung und Kultur bittet vielmals um Verständnis.
Stattdessen laden wir Sie schon heute zum NEUJAHRSKONZERT am Sonntag, dem 6. Januar, um 15 Uhr unter dem Motto: “Freunde, das Leben ist lebenswert!” in das Rathaus Treptow, Neue Krugallee 4, 12435 Berlin, ein.
Nebelschwaden und Blitzlichtgewitter braucht man nicht im großen Saal des Treptower Rathauses für freundliche, farbenfrohe, musikalische Töne zum Neuen Jahr. Gute Musik ist angesagt, flott oder verträumt, mal frech, mal elegantjedoch gut gesungen und musiziert möchte alles sein. Zu hören werden stimmgewaltig Melodien aus Musical und Operette sein.
Lilia Milek (Sopran) und Christoph Schröter (Tenor) haben an der Hochschule für Musik am Gendarmenmarkt Gesang studiert, waren und sind engagiert an Theatern in Freiberg, Görlitz und Heidelberg. Begleitet werden sie von einem feinen Duo: Virginia Ehrhardt am Klavier, langjährige Dozentin an der Hochschule für Musik „Hans Eisler“, und Matthias Mory, lange Konzertmeister des Brandenburgischen Orchesters. Als Zugabe Moderator Manfred Hütter, fast drei Jahrzehnte an der Komischen Oper Berlin zu Hause. Er darf sogar mal wieder singen. Es erwarten Sie also überraschende Darbietungen beim „Gute-Laune-Konzert“ in der filmreifen Kulisse des Rathauses Treptow.
Die Eintrittskarten zum Preis von 8,00 € (ermäßigt 6,00 €) sind im Vorverkauf über das ABZ im Bürgerhaus Altglienicke (Tel.: 030 / 90297-5720 mit Anrufbeantworter) von Montag bis Freitag in der Zeit von 10:00 bis 17:00 Uhr bis zum 20. Dezember 2018 sowie über den Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick e.V., Alt-Köpenick 31-33, 12555 Berlin (Tel.: 030 / 6557550 /-51) zu den Öffnungszeiten zu erhalten. Restkarten sind an der Tageskasse erhältlich. Reservierte Eintrittskarten, die nicht bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn erworben wurden, gehen anschließend in den freien Verkauf. Wir bitten vielmals um Ihr Verständnis!
Der Einlass beginnt um 14:30 Uhr. Das Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kultur und Museum, sowie die beteiligten Künstlerinnen und Künstler freuen sich auf ein zahlreiches Publikum. Wir wünschen zudem eine schöne Advents- und Weihnachtszeit sowie einen gesunden Start ins neue Jahr.
„Die Küchengeister“ aus Adlershof halten Kaffee, selbstgebackenen Kuchen sowie alkoholfreie Getränke bereit.

Weitere Informationen:
Frau Andrea Lobing, Fachbereich Kultur-Museum, Telefon: (030) 90297-5720 bzw. unter www.berlin.de/bildung-t-k

Rückfragen: *Fachbereich Kultur und Museum* Postanschrift: Postfach 910 240 12414 Berlin, Telefon: (030) 90297-5720


100 Jahre Gagfah: Ausstellungseröffnung am 16.11 zur Altglienicker Gagfah-Siedlung

Um das Video zu sehen, klicken Sie auf das Bild (Pfeil)

In feierlichem Rahmen, fand am Freitag den 16. November 2018 um 18 Uhr im Bürgerhaus Altglienicke (Ortolfstraße 182/ 1.Etage), die Ausstellungseröffnung zur Altglienicker Gagfah-Siedlung statt. Diese wurde durch Kulturstadträtin Cornelia Flader und Joachim Schmidt eröffnet.

In Kooperation mit dem ABZ im Bürgerhaus Altglienicke, Ortolfstraße 182, zeigt der Bürgerverein Altglienicke e.V. interessante Dokumente, Fotos und Informationen zu unserer Gagfah-Siedlung, welche den Ortsteil seit ihrer Entstehung 1934 – 1941 intensiv mitprägte. Diese prägte mit ihren zu den 1930er Jahren neuentstandenen 500 Eigenheim-Wohnungen die Entwicklung des Ortsteils deutlich mit. Der Anlass für die historische Ausarbeitung mit Dokumenten und Bildern ist kein direktes Jubiläum der Siedlung, die würde höchstens übernächstes Jahr 85 Jahre alt, sondern der 100. Geburtstag der Gagfah. Hinter diesem Akronym verbirgt sich die „Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten“.  

Die Ausstellung kann bis zum 31.03.2018 im Bürgerhaus Altglienicke (1 Etage) besichtigt werden. Zusätzlich können Sie an jeden letzten Sonntag im Monat auch unser Altglienicke Museum besichtigen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mehr zur Geschichte der Gagfah Siedlung erfahren Sie hier


Sport-Runner Altglienicke - Nur zum Weglaufen…

Ja, wir alle wissen, der Ton wird zunehmend rauher. Sei es die „große“ Politik, die Wirtschaft oder die unsozialen Netzwerke! Muss es jetzt aber auch der Fahrradladen um die Ecke sein!? So geschehen im Fahrradladen Schönefelder Chaussee. Im April waren die Reifen meines Sohnes nach 5 Jahren täglichen Gebrauches runter. Nun, kein Problem, der Laden um die Ecke wird’s richten.

Allerdings sahen die neuen Reifen nach viereinhalb, in Zahlen 4,5 Monaten schlimmer aus als die alten. Vorn wie hinten rissig und porös wie nach fünf Jahren Sibirien! Dann die Ernüchterung, der Geschäftsführer wird sofort dreist, wirft meinem Sohn vor, permanent mit zu wenig Reifeninnendruck gefahren zu sein. Bei uns in der Familie prüfe allerdings ich den Reifendruck, mindestens zweimal die Woche, es geht um die Sicherheit meiner Familie!

Um seiner „Sachkenntnis“ Nachdruck zu verleihen, will er gleich den Druck messen. Nach ein paar Minuten harten Ringens, ohne das es gelingt, die treffende Bemerkung : „Na ich hab ja auch keine Ahnung“. Treffend bemerkt!

Die Reifen wurden zum Hersteller eingeschickt, welcher umgehend Ersatz erstattete. Auch Reifen einer guten Marke können fehlerhaft sein. Die Frechheiten meiner Familie gegenüber lassen uns jetzt einen großen Bogen um den SportRunner machen. Mit neuen Reifen!

Ronald Seiffert & Familie - Exkunden


20 Jahre Galerie Alte Schule Adlershof: Ausstellung SUPER NOVA ab 7. Dezember

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow Köpenick vom 06.12.2018

Die letzte Ausstellung der Galerie Alte Schule Adlershof in diesem Jahr bietet ein Feuerwerk der Kunst: Dorit Bearach, Künstlerin und langjährige Kuratorin in der Galerie, hat 81 Künstlerkolleginnen und -kollegen eingeladen. Sie möchte damit Einblicke in deren aktuelles Schaffen geben und damit gleichzeitig das 20jährige Jubiläum der Galerie würdigen und feiern.
Zeichnung, Malerei, Fotografie, Druckgrafik und Bildhauerei – die klassischen künstlerischen Genres – zeigen eine Vielfalt an künstlerischen Handschriften und verdeutlichen das Credo der Galerie in ihrer besten Tradition. Die renommierten und öffentlich gut bekannten Künstlerinnen und Künstler kommen aus Berlin und dessen Umfeld sowie aus Schweden, Spanien, Israel und den USA. Viele von ihnen haben nationale und internationale Preise und Auszeichnungen erhalten, sind Mitglieder der Akademie der Künste oder Professorinnen und Professoren der Berliner Kunsthochschulen.
Die Mannigfaltigkeit in dieser Ausstellung zeigt sich in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen Poesie und den auf den Nägeln brennenden Themen des Alltags. Dieses Mosaik von 82 Handschriften lässt mit Sicherheit jede Besucherin und jeden Besucher etwas Berührendes entdecken und es wurde eine schöne Art gefunden, das Ausstellungsjahr zu beenden oder auch den Blick auf das neue Jahr zu richten.
Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler:
Augustinski Michael, Barrett Kedron, Bartnig Horst, Baumeister Ernst, Bearach Dorit, Bertel Ingrid, Böhme Lothar, Böttcher Joachim, Brodauf Julia, Bunge Ulrike, Burghardt Heike, Claus Martin, Colden Martin, Conrad Regina, Crossley Liz, de Maiziere Michael, Diersch Frank, Djurovic Uros, Domröse Wolfgang, Drimmer Norma, Düwel Christine, Engelmann Andrea, Faber Marie-Luise, Flierl Florian, Flierl Petra, Gielen Marianne, Goltzsche Dieter, Grimm Reinhard, Gröszer Marc, Gröszer Clemens, Hagen Sylvia, Handschick Heinz, Hartung Frank, Hausfeld Uta, Henze Volker, Hielscher Christine, Hogrebe Ulrike, Kain Michael, Köhler Jürgen, Korall Wolfgang, Korsig Bodo, Krause Georg, Kühne Gudrun, Kutzner Michael, Leiberg Helge, Leue Doris, Libuda Walter, Ludwig Angelika, Meiser Monika, Meister Sibylle, Müller Felix, Natuschke Sophie, Niemann Achim, Oltmanns Dietrich, Peuckert Sabine, Püschel Ulf, Quevedo Nuria, Rauch Ludwig, Roehl Rüdiger, Roenspieß Klaus, Rüdiger Margit, Sakrowski Karin, Scheib Hans, Schippel Alexander, Schmidt-Matt Robert, Seltmann Kerstin, Stangl Reinhard, Stille Marion, Stöcker Henry, Stötzer Werner, Theel Torsten, Thunström Ida, Trebeljahr Dorit, Ullrich Christian, Unger Kata, Weinhold Martin, Wendisch Trak, Wilde Berndt, Woisnitza Karla, Wollenberger Judith, Zoller Manfred, Zwickert Gerhard

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 07.12.2018, 20:00 Uhr
Begrüßung: Annette Indetzki, Amtsleiterin für Weiterbildung und Kultur
Laudatio: Dorit Bearach, Kuratorin
Performance: Peter „Chappi“ Wawercinek
Laufzeit: 08.12.2018 – 12.01.2019

Öffnungszeiten der Ausstellung: Di, Mi, Do 12:00 bis 19:00 Uhr
Sa 15:00 bis 19:00 Uhr

So, Mo und an gesetzlichen Feiertagen ist die Galerie geschlossen.

Sonderöffnungszeiten zu den Feiertagen: 27.-29. Dezember 14:00 - 18:00 Uhr
2.-5. Januar 14:00 - 18:00 Uhr

Galerie Alte Schule Adlershof, Dörpfeldstr. 56, 12489 Berlin
Telefon: (030) 90297-5716 bzw. App: -5717
www.galerie-alte-schule-adlershof.de
Fahrverbindungen: S-Adlershof, Tram 60, 61 Marktplatz Adlershof bzw. Wassermannstraße

Weitere Informationen: FB Kultur und Museum, Telefon: (030) 90297-5724 oder -5720 bzw. unter www.berlin.de/bildung-t-k

Rückfragen: *Fachbereich Kultur und Museum* Postanschrift: Postfach 910 240 12414 Berlin, Telefon: (030) 90297-5720


Altglienicke Museum

Seit 2006 betreibt der Bürgerverein Altglienicke e.V.  im Ortsteil Altglienicke ein kleines Museum. Begonnen hat die Geschichte des Altglienicke Museum im Jahr 2006 im Wasserturm in der Schirnerstraße zum Spätsommerfest. 

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Alles über den Bürgerverein

Entstanden ist der Bürgerverein im März 1991 aus dem Runden Tisch der Wendezeit heraus, der sich damals in der Rosestraße zusammen-fand. Unser Bürgerverein befasst sich intensiv mit Heimatkunde und Heimatpflege. Er will dabei Überliefertes und Neues sinnvoll vereinen, pflegen und weiter-entwickeln. mehr lesen ...

Alles über Altglienicke

Alles über Altglienicke
Alles über Altglienicke

Anhand der Funde von Herdstellen im Bereich der Ortslage Falkenberg sind in der Altglienicker Region erste menschliche Siedlungen aus der Bronzezeit ab 2000 v.Chr. belegt. Ab etwa 500 n.Chr. lösten slawische Wenden die hier siedelnden germanischen Semnonen ab. mehr lesen ...



Bürgerverein Altglienicke trauert um Dr. Hellmut Rademacher

Hr. Rademacher bei der Enthüllung des Findlings neben der Scharlacheiche im Dez.2000
Hr. Rademacher bei der Enthüllung des Findlings neben der Scharlacheiche im Dez.2000

Am 10. Oktober 2018 verstarb im Alter von 91 Jahren Dr. Hellmut Rademacher. Der Historiker und Kunstwissenschaftler war lange von 1995 bis 2010 Vorsitzender des Bürgerverein Altglienicke.
Geboren am 2. Juni 1927 im märkischen Neuruppin studierte Rademacher von 1946 bis 1951 in Berlin an der Humboldt Universität Geschichte und Germanistik. Nach eineinhalb Jahren als Lehrer an einer Oberschule trat er im September 1952 in das „Museum für Deutsche Geschichte“ in Berlin-Mitte ein, wo er zunächst eher zufällig in die Aufgabe gekommen über 40 Jahre lang deren Plakatsammlung betreute. In dieser Zeit publizierte er wegweisende Arbeiten zur Geschichte des Mediums, unter anderem „Das deutsche Plakat“(1965), „Deutsche Plakatkunst und ihre Meister“(1965), „Theaterplakate“ (1989) und gemeinsam mit René Grohnert als Herausgeber „Kunst! Kommerz! Visionen!“ (1992), weswegen er allgemein als eine Ikone deutschsprachiger Plakatwissenschaft galt. Seine Bücher wurden europaweit zu Standardwerken der Kulturgeschichte. Parteigenosse war er nie, was es zu DDR-Zeiten einschränkte, innerhalb des Museums aufzusteigen. Ebenso brachte es immer einige Mühen mit sich, Bücher zu publizieren, da Leute aus dem SED-Umfeld bei der rationierten Papierzuteilung bevorzugt wurden. Rademacher war am Ende einer der wenigen Mitarbeiter, die nach dem Ende der DDR vom „Deutschen Historischen Museum“ als Nachfolgeinstitution im Zeughaus übernommen wurden. Der damalige Museumsleiter Prof. Christoph Stölzl bezeichnete anlässlich einer im Mai 1992 eröffneten Ausstellung deutscher Plakate von 1888 bis 1933 Rademacher als den "Plakat-Papst der DDR". Im Juni 1992 ging er in den Ruhestand.
Der 1957 nach Altglienicke gezogene Rademacher, wohnhaft in einem Haus unmittelbar am Bahnaußenring, das er zusammen mit seiner ebenso im Museum tätigen Frau Gudrun bezog, war vielfach gesellschaftlich aktiv, so wie sich die Möglichkeiten dann auch boten. Das tat er zum einen über ganz viele Jahre im Gemeindekirchenrat. In der Wendezeit war er im Ortsteil einer der lauten Köpfe der Bürgerrechtsbewegung, die sich rund um den Runden Tisch in der Rosestraße für die demokratische Umgestaltung engagierten. Insbesondere für Umweltthemen setzte er sich ein. Aus dem Runden Tisch erwuchs der Bürgerverein Altglienicke, den er mitgründete. Von 1990 an war er über zwei Jahrzehnte lang der redaktionell Verantwortliche für den Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Altglienicke. Von 1992 bis 1995 war Rademacher auch für Bündnis 90 kommunalpolitisch tätig als Bürgerdeputierter im BVV-Bildungsausschuss. Das Zusammengehen der Bürgerrechtler von Bündnis 90 mit den Grünen sah er kritisch und beendete dort letztlich sein Engagement. Nach dem Rückzug des gesundheitlich angeschlagenen Gründungsvorsitzenden Helmut Hauthal übernahm Rademacher im Februar 1995 die Geschicke des Bürgerverein Altglienicke. Es sollten anderthalb Jahrzehnte werden, bis er 82-jährig den Vorsitz an Joachim Schmidt abgab. In diese Zeit fiel die vom Bürgerverein im Jahr 2000 ausgestaltete 625-Jahr-Feier Altglienickes mit einem großen Festumzug und allerlei weiteren Veranstaltungen. Zuletzt wurde es in einem höheren Alter angekommen, stiller um ihn. Jetzt ist er verstorben. Wir werden ihm als viele Jahre ehrenamtlich aktiven Altglienicker ein ehrendes Angedenken bewahren.
Joachim Schmidt (Vorsitzender Bürgerverein Altglienicke e.V.)


Ansichten von Altglienicke einst und jetzt

9. Spaziergang: Rund um den Falkenberg

Blick vom Wiesenweg auf den Falkenberg im Jahre 2000
Blick vom Wiesenweg auf den Falkenberg im Jahre 2000

Zum Gebirge fehlt Altglienickes Bergen nur die Hefe, scherzte Bäckermeister Beuster vor hundert Jahren. Die Dorfbewohner kannten damals ihren »Kiesberg«, den »Mühlenberg «, der nach 1914 »Schulberg« genannt wurde, den »Apothekerberg« und die Bergstraße (Keltensteig). Weit außerhalb des Dorfes lagen die »Falkenberge«, deren höchster Punkt mit 59,6 m über NN angegeben und inoffiziell als »Buntzelberg« bezeichnet wurde. Auf dieser Anhöhe hatte sich der Gartenbaudirektor Buntzel einen feudal anmutenden Wohnsitz errichtet. Teile des »Buntzelschlosses« existieren heute noch und gehören zum Krankenhauskomplex »Hedwigshöhe«.

Bis nach Hedwigshöhe reichten einstmals Haberechts Äcker. Altglienicker Wald und Wiesen erstreckten sich hinunter bis zum Bahnhof Grünau. Eine neue Grenzlinie wurde vor einigen Jahren am Autobahnzubringer und der S-Bahntrasse am Bahnhof Altglienicke gezogen. Altglienicke musste auf seine östliche Feldmark, das Richtersche Gutshaus und die Gartenstadt Falkenberg, die 2008 von der UNESCO zum »Welterbe« erklärt wurde, verzichten und kann heute nur noch seine »verlorenen Ostgebiete « beklagen. Das »Vorwerk Falkenberg«, vormals auch Gut »Friedrichsthal« genannt, gehörte einst den v. Schlabrendorfs und war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Premier-Leutnants Ferdinand Gustav Richter. Als langjähriges Altglienicker Gemeinderatsmitglied und Teltower Kreistagsabgeordneter hatte er sich stets um eine Verbesserung der Straße am Falkenberg bemüht, die sein Gut mit der Dorfgemeinde Altglienicke verband. Dieser Wunsch erfüllte sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als durch den Bau des Teltowkanals viel Sand anfiel. Der größte Teil des Aushubs wurde zur Hochlegung der seit 1866 existierenden Bahnstrecke der »Berlin-Görlitzer Eisenbahn« verwendet. Mit dem Rest wurden die Grünauer Straße und die Straße Am Falkenberg aufgeschüttet. Durch Eisenbahnbrücken an der Köpenicker Straße und am Bahnhof Grünau verbesserten sich die Verkehrsverbindungen von und nach Altglienicke und begünstigten neue Ansiedlungen.

Der Sand des Teltowkanals bewegte 1902 auch die Siedler des Falkenbergs, einen Haus- und Grundbesitzerverein zu gründen, um den Forderungen seiner Mitglieder bei der Erschließung des Siedlungsgebietes mehr Gewicht zu verleihen. Der notwendige Straßenbau war der äußere Anlass für die Gründung des Vereins, der sich dann jahrzehntelang intensiv für die Entwicklung des Altglienicker Falkenbergs einsetzte.

Ein Unternehmerkonsortium der Gründungsmitglieder Rose und Schirner legte die Straßen an und gewann damit begüterte Berliner »Stadtflüchter« für das Wohnen im Grünen mit dem Ziel, Falkenberg in eine Villenkolonie zu verwandeln.

Die Wasserversorgung, die anfangs durch Windräder betrieben wurde, sicherte das neue Wasserwerk und sein wuchtiger Wasserturm wurde zum Wahrzeichen des Falkenbergs. Eine bessere Verkehrsverbindung versprach man sich durch einen eigenen Bahnhof am Teltowkanal. Eine dazu nötige Brücke über den Plumpengraben wurde von der Gemeinde an der Falkenbrunnstraße gebaut. Doch die Bahn machte nicht mit. 1904 stimmten inzwischen vier Grundbesitzervereine gemeinsam für eine elektrische Straßenbahnlinie von Köpenick über Adlershof, Altglienicke nach Grünau.

Falkenbrunnstraße
Falkenbrunnstraße
Zugang zur Kunstschmiede Achim Kühn
Zugang zur Kunstschmiede Achim Kühn

Der Wäschereibesitzer Hermann Drösse (Drössestraße) setzte sich namentlich dafür ein. 1909 fuhr die erste Straßenbahn, aber nur zwischen Altglienicke Kirche und Bahnhof Adlershof. Die Falkenberger mussten bis 1928 warten und die Strecke endete schon an der Preußenstraße.

Der Falkenberg begann mehr und mehr ein Eigenleben zu führen. Hatte die Gemeinde Altglienicke 1893 ihren hundertjährigen Ärger mit den Neu-Glienickern durch die Vereinigung von Alt- und Neu-Glienicke beenden können, so gab es kaum ein Jahrzehnt später wieder Unruhe mit »den Neuen« auf dem Falkenberg. Soziale und mentale Unterschiede zwischen Villenkolonie und ländlicher Gemeinde machten sich bemerkbar. Berliner Geschäftssinn und Redegewandheit der neuen »Kolonisten« traf auf märkische Bodenständigkeit, kleinbürgerliche Bescheidenheit und bäuerlichen Eigensinn. Je mehr »bessere Leute« den Falkenberg für sich entdeckten, ihre von Reichtum und Wohlstand zeugenden Landhäuser errichteten und von oben auf das alte »Kuhdorf« herab sahen, desto trotziger reagierte »Altnicki«, die belächelte oder verspottete und in ihrem Selbstwertgefühl getroffene Dorfgemeinde.

Die räumliche Distanz zwischen Dorf und Falkenberg versuchte seit 1904 eine »Terrain-Gesellschaft Altglienicke am Falkenberg« zu verringern. Sie parzellierte die Freiflächen und überzog sie mit einem ausgedehnten Straßennetz. Die Gründungsmitglieder des Falkenberger Hausbesitzervereins Rose und Schirner hatten gegenseitig ihre Verdienste um die Landhauskolonie gewürdigt, indem sie den Straßen, die 1908 gepflastert wurden, ihre Namen gaben. Nur Stegemann wollte seinen Namen nicht auf einem Straßenschild verewigt sehen. Er hatte einen Brunnen angelegt und nach dem nannte man die Mittelachse der Siedlung Falkenbrunnstraße. ...