Treppenhauscafé im Kosmosviertel mit Fahrradaktion der Polizei

Seit gut vier Jahren gibt es im Kosmosviertel Treppenhauscafés veranstaltet durch das Quartiersmanagement. Ein niedrigschwelliges Angebot, um Menschen im Kiez bei Kaffee und Kuchen zusammenzubringen und über den alltäglichen Kaffeeklatsch die Nachbarschaft zu stärken, daneben aber auch um von Seiten des QM-Teams zu informieren und aktuelle Themen aus der Anwohnerschaft aufzunehmen. Auch in Corona-Zeiten soll nicht allzu viel an gegenseitigem Informationsfluss für die Fortentwicklung des Wohngebiets auf der Strecke bleiben. Andere wichtige Veranstaltungsformen wie etwa das zweimonatliche Abendbrot waren zuletzt nicht möglich, so ist es gut, dass zumindest seit Ende Mai 2020 wieder das Treppenhauscafé unter zu beachtenden Corona Regeln durchgeführt werden kann. Am 17.09. stand wieder ein Treppenhauscafé an. Diesmal vor dem Kiezladen der Möglichkeiten WaMa, was gute Synergien bot, da sich das dortige Team aktiv beteiligte.

Doch nicht nur die WaMa war dabei – auch der bezirkliche Polizeiabschnitt 35 kam mit einem Infomobil. Dort konnte man sich nicht nur allgemein informieren, sondern als besonderes Angebot zum Schutz vor Diebstählen sein Fahrrad kennzeichnen lassen. Ergänzend zur am Rad befindlichen Rahmennummer wird dabei an das Gefährt nach Vorlage eines Ausweisdokuments ein individueller Kennzeichnungsaufkleber angebracht, der Diebe abschrecken soll. Das Rad wird vorbeugend als Bürgerservice in einem zentralen Polizeicomputer erfasst, so dass im Falle eines Diebstahls eine Verfolgung, aber auch eine eventuelle Wiederauffindung vereinfacht wird. Polizeihauptkommissar Manowski als Präventionsbeauftragter des Abschnitts 35, unterstützt durch Polizeioberkommissarin Feige, Präventionsbeauftragte für Altglienicke– Bohnsdorf, und Polizeioberkommissar Ziemer, Kontaktbereichsbeamter im Kosmosviertel, kennzeichneten in vier Stunden ganze 40 Fahrräder. Darüber hinaus wurden natürlich viele interessante Gespräche mit den Anwohnerinnen und Anwohnern geführt, um gut Sinn und Zweck der Maßnahme zu vermitteln, aber gerne auch für andere Fragen im Kiez zur Verfügung zustehen. Polizeihauptkommissar Manowski erklärte, dass solche Fahrradkennzeichnungsaktionen durch die Polizei Berlin regelmäßig und rollierend im gesamten Stadtgebiet angeboten werden. Dabei sollen in gewissen zeitlichen Abständen alle Kieze Berücksichtigung finden. Auch im Kosmosviertel sei man so nun wieder angekommen. Es gehe darum, den Bürgerinnen und Bürgern ein zusätzliches Angebot zur Sicherheit vor Diebstählen zu bieten. Dieses werde als Service gerne angenommen, wie auch hier wieder die rege Beteiligung an der Aktion zeigte. So Einige folgten den schon im Vorfeld im Wohngebiet angebrachten Terminaushängen. Es würde nämlich die Ermittlungsarbeit erleichtern, wenn bei einem anzuzeigenden Fahrraddiebstahl alle notwendigen Daten zum Fahrrad im Polizeicomputer schon vorlägen, ergänzte Manowski.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Von einer unsinnigen Umbenennung des Betriebsbahnhofs Schöneweide in Johannisthal

Bild: www.altglienicke24.de
Bild: www.altglienicke24.de

Wer mit den „Öffentlichen” nach Johannisthal will, muss traditionell S-Bahnhof Schöneweide aussteigen. Er liegt direkt an der Ortsteilgrenze. Bis 1929 hieß der Bahnhof sogar Niederschöneweide-Johannisthal, bis die Bahnverantwortlichen den Namen verkürzten. Von Schöneweide erreicht man über den Sterndamm in wenigen Minuten den historischen Ortskern Johannisthals. Nun beabsichtigt völlig unverständlich die Deutsche Bahn nicht ganz kundige Menschen, die das Ziel Johannisthal haben, in die Randlage eines neuentstehenden Gewerbegebietes zu verfrachten, wo es zum bewohnten Bereich des Ortsteils zumeist weit weg ist. Bereits zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2020 will die Deutsche Bahn AG den Betriebsbahnhof Schöneweide in Johannisthal umbenennen. In wenigen Monaten. Kurios ist dabei, man erreicht von dort gar nicht auf legalem Weg Johannisthal, denn für die alle paar Minuten frequentierten S-Bahn-Schienen heißt es „Betreten verboten”. Eine darüber zum alten Betriebs- und Güterbahnhof führende Brücke darf zwar für eine einzelne Feste am historischen Lokschuppen geöffnet werden, ist aber ansonsten wegen baulicher Schäden nicht für eine generelle Öffnung genehmigungsfähig. Es muss also erstmal eine neue Brücke her, damit man vom alten Betriebsbahnhof nicht nur den Lok-Sportplatz und die Werkstätten am Adlergestell erreicht, sondern auch Johannisthal. Eine Anfrage im Abgeordnetenhaus ergab, dass die Brücke von dem eigens umbenannten „Bahnhof Johannisthal” nach Johannisthal frühestens in drei Jahren kommen soll. Das fand man selber bei Bahn und Senat etwas merkwürdig, so dass man nun eine Beschleunigung des Brückenbaus zusicherte. Ein erster Spatenstich für eine neue Brücke westwärts ist nun zum Dezember 2020 angekündigt, im Zusammenhang mit der Umbenennung des Betriebsbahnhofs. Man beabsichtigt die Brücke binnen eines Jahres fertigzustellen. Mal schauen, ob das wirklich so klappt. Doch auch dann erscheint die Umbenennung des Betriebsbahnhofs weiter merkwürdig, denn das gesamte Areal des früheren Rangierbahnhofs zählt historisch zum Ortsteil Niederschöneweide, so auch ein großer Teil des neuentstehenden Gewerbeparks Gleislinse. Wer folglich meint, über die künftige Brücke Johannisthal erreicht zu haben, läuft erst einmal weiter durch Niederschöneweide. Ein Grund, weswegen der Betriebsbahnhof nun unbedingt umbenannt werden muss, ist nicht erkennbar. Zwar sind die weitreichenden Gleisanlagen des Güterbahnhofs verschwunden, aber einige denkmalgeschützte Gebäude werden weiter die Geschichte dieses Geländes erzählen, wie es auch weiterhin auf der anderen Seite des Adlergestells das Bahnausbesserungswerk gibt. Warum nicht historisch weiter Betriebsbahnhof? Oder etwa Gleislinse Schöneweide?

In jedem Fall sollte man aber von dem irreführenden Unsinn Abstand nehmen, den Betriebsbahnhof schon im Dezember in Johannisthal umzutaufen, bevor es eine Brücke in diese Richtung gibt.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Niederschöneweide soll zweiten Grundschulstandort bekommen

Bisher gibt es in Niederschöneweide nur eine staatliche Grundschule, die Schule an der Alten Feuerwache, doch wer durch den Ortsteil fährt, sieht wie viele neue Wohnungen dort etwa entlang der Schnellerstraße oder der Köllnischen Straße entstanden sind.

Auf dem früheren BMHW-Gelände an Hasselwerder- und Fließstraße ist eine weitere größere Siedlung in Bau. Überall wird verdichtet. Das ist auch dem Bezirksamt nicht entgangen. Daher ist in Niederschöneweide mittelfristig eine weitere Grundschule notwendig, da die Kapazitäten am bisherigen Standort bald nicht mehr ausreichen werden. Bei der Schule an der Alten Feuerwache wurde bereits auf dem Schulhof ein Modularer Ergänzungsbau aufgestellt, um mehr Plätze bieten zu können. Mehr geht nicht neben dem denkmalgeschützten Schulbau. Jetzt sucht das Bezirksamt eine Fläche für eine neue Schule. Einfach ist das nicht, denn nahezu jede erdenkliche Fläche wurde für Wohnungsbau in Beschlag genommen, ohne an Reserven für die dazu gehörige Infrastruktur zu denken. Die in der Hartriegelstraße 77 befindliche Plattenbauschule wurde vor mehr als einem Jahrzehnt an die in freier Trägerschaft befindliche BIP Kreativitäts Grundschule übertragen. Dort in der Nähe will man nun eine neue Schule errichten, gegenüber von der Sporthalle des Archenhold Gymnasium. Mangels sonstigen Baulandes soll dafür eine Grünfläche entlang der S-Bahntrasse an der Rudower Straße hin zu einem Anwohnerparkplatz an der Köllnischen Straße weichen. An dieser Stelle erhebt sich unter anderem eine riesige Kastanie. Der BVV-Schulausschuss war kürzlich vor Ort. Es handelt sich bei erstem Augenschein um eine recht schmale, langgezogene Fläche. Das Grünflächenamt zeigt sich gesprächsbereit. Angedacht ist eine dreizügige Schule in Holzmodulbauweise. Lärmschutzmaßnahmen sollen von der vorbeifahrenden S-Bahn schützen. Um alles unterbringen zu können, ist beabsichtigt, ein auch in Landesbesitz befindliches baumbestandenes Dreieck vor den Q3A-Genossenschaftswohnungen an der Rudower Straße als Schulhof einzuziehen. Wertvollen Baumbestand will man erhalten. In jedem Fall werde man die Anwohner informieren, wenn es konkret wird. Noch steht der Standort nicht in der Schulentwicklungsplanung. Bezirksverordnete gaben noch mal auf den Weg, zu prüfen, ob es nicht doch Alternativen gibt. Eingesehen wird, dass es eine zusätzliche Schule geben muss. Grundschulversorgung muss wohnungsnah erfolgen. Die Schüler über den Kaisersteg nach Oberschöneweide zu schicken, ist keine Lösung.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Drogerie Kussatz fliegt raus – Das Biotop-der Teich wird vernichtet! Moralische Entartungen im Kosmosviertel!

Moral – Anstand – Ehrlichkeit, keine Tugenden vom Grünflächenamt Treptow-Köpenick, der Wohnungsgenossenschaft Altglienicke oder dem Quartiersmanagement Kosmosviertel!

 

1. Eine unheilige Allianz von der Katholischen Kirche Deutschland und der Wohnungsgenossenschaft Altglienicke vernichtet die gewerbliche Existenz von Familie Kussatz. Die allseitsbekannte Drogerie besteht seit 1992, also stolze 28 Jahre. Generationen von Altglienickern kauften dort die 1000 Notwendigkeiten des Alltags. Was es nicht gab, wurde bestellt. Mit einem Projekt für Jugendliche zieht die Katholische Kirche in den Komma10-Laden, welcher den Ladenstandort der Drogerie Kussatz von der WGA bekommt. Die Katholische Kirche erkaufte sich Ablass von Familie Kussatz, indem sie Hilfe beim Auszug anbot sowie die August-Miete bezahlte. Der Komma10-Geschäftsführer entschuldigte sich bei Familie Kussatz... Vielen Dank Familie Kussatz für jahrzehntelanges Engagement und Freundlichkeit! Sehr befremdlich Wohnungsgenossenschaft Altglienicke!

2. Wie erwartet, wurde die auf Druck der Anwohner zustande gekommene Infoveranstaltung der Planer zur Abqualifizierung des Grünzuges zwischen Venusstraße und Uranusstraße zur Bankrotterklärung derselben. Die durchschaubare Bürgerbeteiligungsfarce gipfelte in der Verhöhnung der Bürgerinitiative zum Erhalt des Biotops. Erschreckend diese Arroganz und Ignoranz gegenüber den Anwohnern! Der ideale Nährboden für zukünftige Protestwahlen. Leider wurde die Veranstaltung durch das Quartiersmanagement, willfährig im Sinne der Veranstalter, gegen den Willen der Bewohner beeinflusst. Als Ansprechpartner der Kosmosbewohner für deren Interessen hat sich das Quartiersmanagement disqualifiziert!

3. Wenn die Zerstörung von Natur unter der Flagge „Zukunft Stadtgrün“ stattfindet, dann bitte NO FUTURE!!!

Ronald Seiffert war dabei als interessierter und informierter Altglienicker


Tante Emmas Laden im Altglienicke-Museum

So sah damals ein Laden aus.
So sah damals ein Laden aus.
Heute nachgebildet und aufgestellt im Museum
Heute nachgebildet und aufgestellt im Museum

Am Sonntag den 30.08.2020 ab 14 Uhr wurde der alte Kaufmannsladen im Altglienicke Museum feierlich eröffnet.

Liebevoll aufgearbeitet und ausgestellt sind diese Schätze unserer Heimatgeschichte

ab sofort in unserem kleinen Museum zu besichtigen.

Von einer Secura-Registrierkasse aus dem Konsum Schönefelder Chaussee, einem Fleischer-Hauklotz der Fleischerei Jauer in der Straße am Falkenberg, einen Verkaufstresen von Goldschmied Hasche in der Köpenicker Straße, sowie Ladenregale und noch vieles mehr. 

Diese Sammlung von Ausstattungsgegenständen, aus längst geschlossenen Läden der alten Altglienicker Geschäftswelt, wurde unserem Museum als Dauerleihgabe von unserem Mitglied Ezard Geike zur Verfügung gestellt. Dafür Vielen Dank. 

Hier können Sie einige Bilder von der Eröffnung sehen. 


Theater Adlershof wird saniert

Das Theater Adlershof (Foto Ralf Drescher)
Das Theater Adlershof (Foto Ralf Drescher)

Unweit vom S-Bahnhof Adlershof liegt an der Moriz-Seeler Straße das Studiogebäude S5, welches 1952 unter dem in der Bauhaus-Schule Dessau ausgebildeten Architekten Franz Ehrlich (1907–1984) als „Fernsehtheater der DDR” mit einem großen Saal, Empore, Regieräumen und repräsentativem Eingangsfoyer errichtet wurde. Der Saal bot für 520 Leute Platz. Bis 1957 wurden von hier vom Deutschen Fernsehfunk (DFF), dem DDR-Fernsehen, Inszenierungen, Opern und Schauspielaufführungen gesendet. Es war das erste und einzige Fernsehtheater in Deutschland. Einer der ersten Schauspieler, die hier auf der Bühne standen, war Herbert Köfer. Dann entkernte man nur fünf Jahre nach seiner Errichtung das Gebäude und es diente bis Ende 1990 insbesondere für die Produktion der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“. Dort diente der Theaterschauspieler Köfer sogar als erster Nachrichtensprecher. Das Haus steht heute als wichtiges bauliches Zeugnis der DDR-Moderne unter Denkmalschutz. Es ist auch das letzte erhaltene Fernsehstudio aus der Zeit des DDR-Fernsehens. Der große Saal steht seit längerem leer, während das vorgelagerte Foyer seit fünf Jahren vom „Theater Adlershof” unter Intendantin Kathrin Schülein als Spielstätte genutzt wird. 2008 sah Schülein das Haus zum ersten Mal, als sie Proberäume für ihr Ballett sowie ihre Compagnie „art changé” suchte und sich schnell in das Gebäude verliebte. Sie belebte durch ihr privates Engagement die kurzzeitige Theatertradition der 1950er Jahre auf ihre Weise wieder. Schon zuvor hatte sie in Adlershof das Theater „Casablanca” in der Friedenstraße zum Leben erweckt, wo zu DDR-Zeiten lange nur Lagerräume waren.

Jetzt geht es nach einem langwierigen Kampf, den Kathrin Schülein führte, insbesondere nachdem es für ihre Spielstätte Brandschutzauflagen gab, welche die weitere Existenz in Frage stellte, auch mit dem Theatergebäude weiter voran.

Blick in den Saal des „Fernsehtheaters der DDR” im Jahr 1953 (Foto: theater-adlershof.de)
Blick in den Saal des „Fernsehtheaters der DDR” im Jahr 1953 (Foto: theater-adlershof.de)

Die WISTA.Plan GmbH beurkundete kürzlich für das Land Berlin einen Erbbaurechtsvertrag mit der Studio 5 GmbH & Co. KG, die von dem Architekten Stefan Klinkenberg vertreten wird. Klinkenberg konnte in der Vergangenheit schon mehrfach beweisen, dass er Denkmalschutz und Kultureinrichtungen gut miteinander verzahnen und mit Leben füllen kann. So übernahm dieser beim Bürgerprojekt Rathaus Friedrichshagen die Projekt-entwicklung. In dem historischen Gebäude an der Bölschestraße, welches lange als Polizeirevier diente, finden sich heute Dienstleister aus den Bereichen Kultur, Medien, Tourismus sowie soziale Einrichtungen und Initiativen. Auch die Brauerei Königstadt in Prenzlauer Berg erweckte der Architekt zusammen mit der Genossenschaft der ansässigen Gewerbetreibenden zu neuem Leben. Aktuell saniert er das Schloss Broock in Vorpommern, wo künftig Tagungen, Musik- und Kulturfestivals stattfinden sollen. Jetzt wird Klinkenberg das Adlershofer Studiogebäude S5 denkmalgerecht sanieren und mit einem Neubau ergänzen. Darin sollen Büros für Unternehmen aus dem Kultur- und Medienbereich einziehen. Der Abschluss der Baumaßnahmen ist für 2024 geplant. Mit dem erfolgten Vertragsabschluss wurde jetzt ein großer Schritt getan, um das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren, nachhaltig mit kulturellen Leben zu füllen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Daran beteiligt waren insbesondere die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie das Bezirksamt Treptow-Köpenick, die gemeinsam bereit waren, kreative Lösungen bei den Denkmalschutz-belangen sowie bei der kulturellen Nutzung zu finden.

Der sanierte Saal soll dann auch als Spielstätte für das Theater Adlershof genutzt werden. Damit verfügt man auch über größere Möglichkeiten als bisher in dem Foyer. Nachdem es zuletzt Coronabedingt eine dreimonatige Spielpause gab, finden dort wieder seit Juni Aufführungen statt, die immer aktuell unter theater-adlershof.de zu sehen sind. Derzeit wird dafür ein Außengelände genutzt, doch wenn es die Situation erlaubt, wird es bald wieder nach innen gehen. Mit dem sanierten Saal in ein paar Jahren gibt es dann ein zusätzliches kulturelles Highlight für den sich entwickelnden Stadtteil Adlershof und die Region darüber hinaus.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Wie steht es aktuell um das Areal Kühlautomat Johannisthal?

(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-42563- 0004 / CC-BY-SA 3.0)
(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-42563- 0004 / CC-BY-SA 3.0)

Eine Anfrage des Abgeordneten Stefan Förster (FDP) im Berliner Abgeordnetenhaus beschäftigt sich mit der aktuellen Situation auf dem seit 1996 brachliegenden Betriebsgelände von Kühlautomat. Demnach befindet sich das ca. 21,1 ha große Gelände des ehemaligen VEB Kühlautomat am Segelfliegerdamm 1–45, bis auf eine der Deutschen Telekom AG gehörenden Teilfläche, im Eigentum der ungeteilten Erbengemeinschaft nach Frau Thekla Müller. Die Erbengemeinschaft besteht seit dem 01.02.2020 durch Erwerb des englischen Erbteils aus der Bauwert AG / Bauwert Segelfliegerdamm GmbH und dem American Commitee for the Weizmann Institute of Science, Inc. Zu den Zielsetzungen und weiteren Verfahrensschritten für dieses Gelände infolge des beim Senat in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan heißt es, mit dem Bebauungsplan 9-15a wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für Gewerbegebiete, Wohngebiete für rd. 1.800 Wohneinheiten und Flächen der grünen und sozialen Infrastruktur (u. a. Spielplatz, Kindertagesstätte) geschaffen. Der Bebauungsplan befinde sich nach abgeschlossener Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und sonstiger Behörden nach § 4 Abs. 2 BauGB in Überarbeitung. Dazu, welche Gebäude sich momentan auf diesem Gelände und in welchem Erhaltungszustand befinden, antwortete der Senat, die Bebauung besteht aus einer Vielzahl von ein- und zweigeschossigen Lager-, Produktions- und Werkstattgebäuden, Funktions- und Behelfsbauten sowie mehrgeschossigen Verwaltungsgebäuden. Ein Großteil der Gebäude sei in schlechtem bzw. sehr schlechtem baulichen Zustand. Die Anzahl der Gebäude könne nicht abschließend benannt werden, da einzelne Gebäude bis auf die Grundmauern abgebrannt, vollständig beräumt oder durch Witterungseinflüsse verfallen sind. Bei einer Ortsbesichtigung am 25.06.2019 konnten ca. 60 Gebäude teilweise von innen teilweise von außen besichtigt werden. Dazu wurde eine umfangreiche Liste mit dem jeweiligen Gebäudezustand vorgelegt. In der Denkmalliste eingetragen sind als Bestandteile der einstigen Flugzeugfabrik der Luftverkehrsgesellschaft von 1912–16 Verwaltungsgebäude mit Produktionshalle (Gebäude 7, 7A), Fabrikhalle (Gebäude 6), Wohlfahrtsgebäude und Schmiede (Gebäude 5), Versuchshalle (Gebäude 52), Fabrikhalle (Gebäude 4), Feuerwehr und Pförtnerhäuschen mit Einfriedung. Die Denkmalliste sei aber im Rahmen einer Inventarisierung noch nicht abgeschlossen, sie wird sukzessive fortgeschrieben. Die Senatsverwaltung beantwortete die Frage, wie künftig vor Ort angemessen an die Nutzung des Geländes am Beginn des Flugzeitalters und als Produktionsstätte eines bedeutenden Industriebetriebs zu DDR-Zeiten erinnert werden solle, dass mit dem Bebauungsplanverfahren 9–15a der Erhalt der Baudenkmäler Nr.5a/b, 6, 16 und 17 planungsrechtlich gesichert werde. Die Gebäude Nr. 5a/b, 6 und 17 sollen künftig als Kindertagesstätte und/oder für andere soziale Zwecke genutzt werden. Für das Baudenkmal Nr. 4, das nicht mehr erhalten werden kann, soll durch Wahrung der ursprünglichen Kubatur bei einer Neubebauung an die Geschichte des Ortes erinnert werden.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Bald Start für den Umbau des Altglienicker Wasserturms

Visualisierung des geplanten Projektes (Quelle: terraplan)
Visualisierung des geplanten Projektes (Quelle: terraplan)

Wie es mit dem Altglienicker Wasserturm weitergeht, beschäftigt uns in dieser Zeitung schon ganze 26 Jahre. Der allererste „Dörferblick” im September 1994 hatte als Titelthema das 1906 fertiggestellte Baudenkmal. Im Jahr zuvor, Mitte 1993, hatte der Bezirk Treptow den Turm mitsamt dem Grundstück in der Schirnerstraße 19 von den Berliner Wasserbetrieben übernommen. Diese nutzten den Wasserturm für seinen eigentlichen Zweck als Wasserreservoir und zum Aufbauen eines Drucks auf die vom Wasserwerk Altglienicke gespeisten Wasserleitungen für die Region schon seit 1956 nicht mehr. Er diente der Wasserwirtschaft nur noch als Vorhaltung und als Lagerraum. Es war nach einem entsprechenden Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung beabsichtigt, durch die Kommune ein soziokulturelles Zentrum für die Ortslage Falkenberg zu schaffen, etwas mit Kulturangeboten, Gastronomie, Galerie und Aussichtsplattform. Nur wenige Jahre später wurden die Pläne dann zu den Akten gelegt, als sich der Sanierungsbedarf nach festgestellten Rissbildungen im oberen Teil als recht groß erwies und die dafür erforderlichen mehr als eine Million D-Mark nicht im Bezirkshaushalt zur Verfügung standen. Ein privater Investor sollte darum her, den 38,55 Meter hohen Wasserturm in seiner neugotischen Gestaltung nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Heinrich Scheven zu sanieren. Mitte 1999 wurde der Wasserturm schließlich vom Bezirksamt an einen Bauunternehmer verkauft, der als Vorstellung dort eine Nutzung als Wohnung, Büroräume sowie unten im Sockelgeschoss einen öffentlichen Raum als Galerie und Café favorisierte. Ein Konzept, dass dem Bezirk gefiel, da so der Wasserturm neben der privaten auch weiter die ursprünglich verfolgte öffentliche Nutzung in einem Teilbereich beinhaltete. In einem ersten Schritt führte Eigentümer Michael Eyberg zeitnah eine Bestands- und Schadensanalyse durch, in dessen Folge Sicherungsmaßnahmen unter anderem an den Holzteilen erfolgten. Im September 2002 konnte der Wasserturm erstmals im Rahmen des Tages des Offenen Denkmals von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Mit der Zielsetzung seiner baulichen Weiterentwicklung wurde 2003 ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren eingeleitet, zu dem auch bauliche Vorschriften zu erfüllen waren, wie ein zweiter Fluchtweg über einen separaten Treppenturm mit Aufzug. Ferner plante der Eigentümer für eine bessere Nutzung des Turmkopfes einen modernen Neuaufbau mit größeren Panoramafenstern. Daraufhin formierte sich gegen die geplanten Veränderungen aus Anwohnern heraus eine Bürgerinitiative. Am Ende stellte Eigentümer Eyberg alle weiteren Aktivitäten zum Umbau des Wasserturms ein und das Bebauungsplanverfahren wurde nicht weiterverfolgt. Da durch verstärkte Rissbildung am Turmkopf 2005 unmittelbare Einsturzgefahr bestand, wurde im Einvernehmen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde das gesamte Mauerwerk, das den Wasserkessel umgab, abgetragen. So wird seit gut 15 Jahren der obere Teil des Wasserturms durch eine weiße Kunststoffplane verhüllt.

Der Wasserturm auf einer Ansichtskarte von 1910 (Bild: BVA).
Der Wasserturm auf einer Ansichtskarte von 1910 (Bild: BVA).

Jahrelanger Stillstand hatte ein Ende, als Eigentümer Eyberg das Wasserturm-Areal 2016 an die Terraplan Baudenkmalsanierungs-gesellschaft mbH verkaufte. Die ist in der Region bereits gut bekannt, da sie 2012 die benachbarte Preußensiedlung denkmalsgerecht sanierte, dafür im Nachgang für vorbildlichen Denkmalschutz mit der Berliner Ferdinand von-Quast-Medaille ausgezeichnet wurde. Damals beim Umbau der Preußensiedlung wurde Terraplan-Geschäftsführer Erik Roß-nagel auf diese von Weitem sichtbare Landmarke des Wasserturms aufmerksam. Jetzt soll es nach intensiven historischen Recherchen und planerischen Gedankenspielen sowie auch der frühzeitigen Einbindung der Anwohnerschaft in sämtliche Pläne losgehen. Das Stadtentwicklungsamt Treptow-Köpenick hat die nötige Baugenehmigung für den Umbau des historischen Wasserturms erteilt. Dieser soll zum Wohngebäude werden, in dem neun Wohnungen Platz finden, die durch einen ergänzenden Treppenturm erschlossen werden. Darüber hinaus werden neben dem Turm zur Schirnerstraße hin zwei weitere Doppelhäuser mit vier weiteren Wohnungen errichtet. Abrunden soll das ganze eine Tiefgarage für 20 Pkw. Terraplan investiert für das ganze Projekt fünf Millionen Euro. Der Bau soll im vierten Quartal 2020, spätestens im ersten Quartal 2021 beginnen. Wie das Ganze mal aussehen soll, hat Terraplan unterdessen als Visualisierung vorgestellt. Erkennbar ist, dass der Turmschaft weitgehend unverändert bleibt. Der vor 15 Jahren abgetragene Turmkopf wird in einer modernen, aber nachempfundenen Form in Ziegelrot wiedererrichtet. Wo sich bisher ein rostiger Wasserkessel befand, verteilen sich auf vier Ebenen mit entsprechenden Fenstereinschnitten nach außen Wohnungen. Oben als Dachabschluss werden die bisherigen Zinnen angedeutet. Gerechnet wird mit der Fertigstellung des Bauvorhabens nach zwei Jahren.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Dankeschön für Ihr Engagement! Germanenplatz steht nach Umgestaltung allen Anwohnerinnen und Anwohnern zur Verfügung

Nach einer4-jährigen Phase der Neuund Umgestaltung steht der Germanenplatz in Altglienicke seit Ende August wieder allen Anwohnerinnen und Anwohnern zur Nutzung zur Verfügung. Grundlage für die Umgestaltung war ein dreiteiliges Verfahren zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Das dreistufige Beteiligungsverfahren fand am 10.11. 2016 seinen Abschluss mit der Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie für die künftige Gestaltung des Germanenplatzes. Der Impuls zur Umgestaltung des damals heruntergekommenen Platzes kam durch die Bürgerinnen und Bürger auf der Ortsteilwerkstatt Altglienicke am 21.06. 2015. Viele Impulsgebende engagierten sich in den kommenden Monaten mit ihren Ideen und Vorschlägen im Rahmen des Beteiligungsverfahrens. Ein großer Fokus wurde dabei auf die barrierefreie Erschließung und Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen gelegt. Daraus ergab sich in der Umsetzung ein eigener Bereich zur Nutzung für Kinder und Jugendliche im nördlichen Bereich des Platzes. FürErwachsene, insbesondere Seniorinnen und Senioren ist im südlichen Bereich ein Ort zum Erholen und Entspannen entstanden. In Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Sozialraumorientierten Planungskoordination, dem Fachbereich Grün, dem Fachbereich Stadtplanung und den Landschaftsarchitekten gruppe F hat der historisch gewachsene Schmuckplatz ein neues Gesicht bekommen und freut sich auf Ihren Besuch. Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für ihre Zeit, Geduld und ihr großartiges Engagement.

(Pressemitteilung Bezirksamt Treptow-Köpenick)


Altglienicker Brücke wird 2025 erneuert

Foto: BVA
Foto: BVA

Schon über ein Vierteljahrhundert ist die Altglienicker Brücke im Zuge der Köpenicker Straße ein Ärgernis. 1993 wurde die Brücke zwischen Altglienicke und Adlershof aufgrund ihrer anhaltenden Mängel (unter anderem Risse und Einbrüche an den Widerlagern) zunächst für LKW und die damals noch über sie führende Straßenbahn gesperrt. Zu diesem Zwecke wurde 1995 neben der alten eine Behelfsbrücke errichtet, die wie es damals hieß nur kurzzeitig ihren Dienst erfüllen sollte. Doch dann war plötzlich kein Geld mehr da. Schon wenige Jahre nach Eröffnung der Behelfsbrücke musste auch diese zeitweise gesperrt werden. Sie war von ihrer ganzen Befestigung zum einen nicht genügend auf mehrjährigen Betrieb angelegt und zum anderen erwies sich das Provisorium als zu tief errichtet, da nach der Wiederfreigabe des nach dem Mauerbau versandeten Teltowkanals etliche Güterschiffe nicht unterhalb der Brücke durchfahren konnten. Daher wurde im Jahr 2003 die Behelfsbrücke mit den entsprechenden Rampen für ganze 750.000 Euro um 80 Zentimeter angehoben, während nebenan die alte Altglienicker Brücke weiter im Dornröschenschlaf verharrte und wegen der Baufälligkeit auch für Fußgänger gesperrt wurde, da sich Gehwegplatten lösten und in den Kanal zu fallen drohten. Die alte Brücke musste vorerst weiter als Leitungsträger erhalten werden.Über und unter ihr verlaufen einige Gasleitungen, ein Frischwasserrohr der Berliner Wasserbetriebe sowie mehrere Kabel. Die Behelfsbrücke ist hingegen mit ihren baulichen Schlenkern aufgrund der Kurvenradien nicht unproblematisch zu befahren für Busse und LKW. Jetzt werden endlich Planungen für einen Ersatzneubau konkret, wie durch eine Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus zu erfahren ist. Ein Grund für die lange Dauer waren Abstimmungen verschiedener Behörden mit Senat und Bezirk. Die Altglienicker Brücke befindet sich im Eigentum und in der Unterhaltung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Berlin. Für die Planung und Baudurchführung des Ersatzneubaus der Brücke ist das Wasserstraßenneubauamt (WNA) Berlin zuständig.Das WNA teilte zum aktullen Planungsstand mit, dass die für das Bauvorhaben erforderliche Haushaltsunterlage nunmehr genehmigt wurde. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen für den Ersatzneubau gegeben, sodass die Maßnahme planmäßig fortgeführt werden kann. Eine Sanierung der im Jahr 1906 erbauten Fachwerküberbaubrücke ist dabei aus bautechnischen Gründen nicht mehr möglich, so dass neugebaut werden muss. Hinsichtlich der Baudurchführung wird angegeben, dass die bestehende Behelfsbrücke bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus weiterhin genutzt werden soll. Der geplante Standort für den Ersatzneubau befindet sich ungefähr in der Lage der alten Altglienicker Brücke, mit Anpassung in Fahrtrichtung stadteinwärts, um die Verkehrssituation im Kreuzungsbereich besser gestalten zu können. Der Baubeginn ist für 2025 geplant, nach Fertigstellung des Ersatzneubaus für die Marggraffbrücke an der Köpenicker Landstraße.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt.)