Spreepark - Bund stellt Fördermittel für Sanierung des Riesenrads und der Werkhalle zur Verfügung

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchte auf eine Pressemitteilung der Grün Berlin GmbH aufmerksam machen:
Der Bund unterstützt die Sanierung des Riesenrads und der Werkhalle im Spreepark mit Fördermitteln in Höhe von 5,88 Millionen Euro. Das hat gestern der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen. Bewilligt wurden die Mittel im Rahmen des vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) aufgelegten Förderprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Die Wiederinbetriebnahme des sanierten Riesenrads ist für 2024, die Fertigstellung der Werkhalle für 2026 vorgesehen.
Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz: „Dieser Beschluss ist sehr erfreulich und bestärkt uns in unserem Bemühen, mit dem Spreepark einen attraktiven Ort zu gestalten und den Berliner*innen diesen tollen Erholungsraum bald wieder umfänglich zur Verfügung zu stellen. Das Riesenrad als historisches Wahrzeichen ist das Herz des Parks. Die Förderung des Bundes trägt dazu bei, dass es sich bald wieder drehen wird.“
Christoph Schmidt, Geschäftsführer Grün Berlin GmbH: „Mit der Förderung unterstreicht der Bund die regionale und überregionale Relevanz des Projekts und unterstützt die Umsetzung des gemeinsam mit den Bürger*innen erarbeiteten Konzepts für den Spreepark der Zukunft“.
Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick: „Die Förderung des Bundes ist ein wichtiger Baustein zur Reaktivierung des Spreeparks. Ich bin dem Bund ausdrücklich dankbar für diese Unterstützung des Projektes. Zusammen mit den Mitteln des Landes wird damit eine Investition ermöglicht, die die Lebens- und Freizeitqualität für die Berliner*innen verbessert. Bei vielen Menschen werden Erinnerungen an den Spreepark wach und wir freuen uns darauf, dass der Spreepark zurückkehrt, natürlich anders und moderner, aber für uns alle.“
Das BMI bezuschusst in Höhe von 2,88 Millionen EUR die Sanierung des Riesenrads, die Maßnahmen zur Sanierung der Werkhalle werden mit 3 Millionen EUR gefördert.
In historischer Kulisse des ehemaligen Vergnügungsparks entsteht in den kommenden Jahren ein einmaliger Kunst-Kultur-Natur-Park. Die Vielschichtigkeit des geschichtsträchtigen Ortes soll erhalten und erlebbar gemacht werden und dabei umfangreiche kulturelle und künstlerische Angebote für Anwohner*innen, Berliner*innen sowie Gäste der Stadt entstehen. Die Sanierung des Riesenrads und der Werkhalle stehen dabei beispielhaft für die Gesamtentwicklungskonzeption des zukünftigen Spreeparks.
Werkhalle und Riesenrad
Die Werkhalle soll auf ihrer Grundfläche von 2.500 qm bis 2026 so saniert und ausgebaut werden, dass ein ganzjährig nutzbarer, multifunktionaler Kulturraum entsteht. Rund um die Halle kann auf dem rund 12.000 qm großen Außenraum zukünftig zusätzlich ein Kultur- und Veranstaltungsprogramm stattfinden.
Nach der Sanierung soll sich das Riesenrad ab 2024 wieder für die Besucher*innen drehen. Auf vielfachen Bürgerwunsch wird es wiederbelebt und darüber hinaus künstlerisch qualifiziert. Zur Wiederinbetriebnahme des Rads gehört auch die Wiederherstellung des umgebenden Wasserbeckens.
Das Förderprogramm
Das Programm “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur” ist Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung und zielt auf die Behebung des Investitionsstaus bei der sozialen Infrastruktur. Gefördert werden investive Projekte mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die soziale Integration in der Kommune und die Stadtentwicklungspolitik. Insgesamt wurden 600 Millionen Euro für ganz Deutschland bereitgestellt.
Weitere Informationen zum Spreepark finden Sie auf Spreepark.Berlin.
Bei Fragen und für weitere Informationen können Sie sich gern an uns wenden.
Kontakt Grün Berlin
Grün Berlin GmbH (Pressestelle)
Tel.: (030) 700 906 186
E-Mail: pressestelle@gruen-berlin.deRückfragen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, Telefon: pressestelle@ba-tk.berlin.de


144 neue Eigentumswohnungen an der Teutonenstraße

Visualisierung des Neubauprojekts „Zaunkönige” (Foto: Streletzki-Gruppe)
Visualisierung des Neubauprojekts „Zaunkönige” (Foto: Streletzki-Gruppe)

Lange tat sich auf dem früheren Mitropa-Gelände in Altglienicke an der Germanenstraße wenig, nachdem vor etlichen Jahren die dort zuletzt ansässigen Gewerbebetriebe gekündigt und die Gebäude abgeräumt wurden. Nun geht es auf dem Areal voran, nachdem das Bezirksamt kürzlich die entsprechenden Baugenehmigungen für das Neubauprojekt „Zaunkönige” erteilte. Im Zuge des Vorhabens entsteht auch der Abschnitt der Teutonenstraße zur Normannenstraße hin wieder, der jahrzehntelang durch die gewerbliche Flächennutzung überbaut war.

Im 1. Bauabschnitt werden in der Teutonenstraße 3, 5, 8 und 10 vier Stadthäusern mit 72 Wohneinheiten und einer Tiefgarage errichtet. Danach folgt der 2. Bauabschnitt in der Teutonenstraße 7, 9, 12 und 14 mit vier weiteren Stadthäusern mit 72 Wohneinheiten plus Tiefgarage. Verbunden ist das Ganze auch mit einer Geländeaufschüttung, da sich das Vorhaben an einer Hangkante zur Grünauer Straße befindet. Die insgesamt 144 Wohneinheiten entstehen als Eigentumswohnungen mit zwei bis fünf Zimmern und einer Wohnfläche von 56 bis 122 Quadratmetern. Die Fertigstellung ist bis 2023 geplant. Verkauf und Vertrieb erfolgt durch die SGI Immobilien Entwicklung und Verwaltung GmbH, die zur Streletzki-Gruppe gehört.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Kiezkassen des Bezirks Treptow-Köpenick 2021

Bild: Photo-K - Fotolia.com
Bild: Photo-K - Fotolia.com

Auch im Haushaltsjahr 2021 stellt das Bezirksamt Treptow-Köpenick 100.000 Euro aus dem Bezirkshaushalt zur finanziellen Unterstützung bei der Verwirklichung kleiner Projekte in den Kiezen unseres Bezirks zur Verfügung. Gefördert werden Vorhaben, die den Zusammenhalt im Kiez anregen, Nachbarschaften stärken oder das Wohnumfeld verschönern, z. B. Selbsthilfe- und Nachbarschaftsprojekte, Pflanzaktionen, Hoffeste, Nachbarschaftsfeste, Straßenfeste, Vortragsveranstaltungen oder Material für Bürgerinformationen. Anträge können von Trägern, Bürgerinitiativen, oder auch von Privatpersonen gestellt werden. Über die Vergabe der Mittel wird, wie in den Vorjahren, in Bürgerversammlungen bzw. Kiezkassenveranstaltungen vor Ort mit den Anwesenden entschieden. Rechtzeitig werden die verantwortlichen Kiezpatinnen und Kiezpaten die Termine der Bürgerversammlungen für 2021 veröffentlichen und

dazu einladen. Es ist zu empfehlen, den Vorschlag auf der Bürgerversammlung persönlich vorzustellen. Um der aktuellen Situation gerecht zu werden und möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, Projektideen einzureichen, ist neben den geplanten Bürgerversammlungen für die 20 Kiezkassen im Bezirk beabsichtigt, die Beteiligungsplattform „mein. berlin.de” einzusetzen.

Antragsformulare können abgerufen werden unter:

https://www.berlin.de/ba-treptowkoepenick/aktuelles/buergerbeteili gung/kiezkassen/artikel.24998.php und eingereicht werden im Büro der BVV bzw. bei den Kiezpaten Ihrer Kiezkasse, oder bei der Sozialraumorientierten Planungskoordination kathrin.voneiff@ba-tk.berlin.de

bzw. janine.lueck@ba-tk.berlin.de

Internet:www.treptow-koepenick.de unter dem Stichwort „Kiezkasse”


Marktpassagen sollen neuem Wohnquartier „Adler” weichen

Im Rahmen eines bezirklichen Änderungsbeschlusses zum Bebauungsplan 9-66 Adlershof soll das Projekt einer baulichen Umgestaltung der Marktpassagen mit einer Reduzierung des bisherigen Geltungsbereichs nun weiter vorangetrieben werden. So soll dieses künftig nach Absprache des Stadtplanungsamtes mit dem Eigentümer, der Spree-Elster-Area GmbH, als vorhabenbezogener Bebauungsplan 9-66 VE für das Grundstück Florian-Geyer-Straße 109 laufen. Auf dem ca. 12.000 Quadratmeter großen Grundstück werden anstelle des zuletzt von zahlreichem Leerstand betroffenen Einkaufszentrums „Adlershofer Marktpassagen” Geschosswohnungsbau mit 220 Wohnungseinheiten sowie einem Nahversorger im Erd- und Untergeschoss entwickelt. Weitere gewerbliche Einheiten sind ferner im Erdgeschossbereich der vier neuen Gebäude geplant, die einen neuen zentralen Quartiersplatz beleben sollen. Hierbei soll auch ein Restaurant, ein Café und eine Apotheke Platz finden. Insgesamt 6.000 Quadratmeter stehen für Einzelhandel zur Verfügung, darunter 2.000 für den Nahversorger. Pkw-Stellplätze will man dabei in ausreichender Anzahl in einer Tiefgarage unterbringen. Ferner ist beabsichtigt, eine Kindertagesstätte in das Projekt zu integrieren.

Unterdessen hat der Investor auch seine genaueren Pläne für das Areal öffentlich gemacht. Die Marktpassagen werden dabei abgerissen, um an der Stelle neben Gewerbe im unteren Bereich den Wohnungsbau zu realisieren. Es soll unter dem Projektnamen „Adler Berlin” (teils auch unter „The Eagle” firmierend) eine aufgelockerte Bebauung mit vier Einzelgebäuden mit jeweils vier Obergeschossen entstehen, die von offenen Fußgängerpassagen mit im Mittelpunkt einen Platz durchzogen werden. Von diesem neuen Platz kann man wahlweise zum Marktplatz, zur Altheider Straße und zur Florian-Geyer-Straße laufen. Richtung Osten wird der Baukörper beispielsweise treppenartig bis auf zwei Geschosse reduziert. Der Entwurf der PA GmbH Pätzold Architekten, die unter anderem schon am Holzmarkt-Quartier aktiv waren, will architektonisch anspruchsvoll sein, zeigt dabei etwa durch kubische Elemente aufgelockerte Fassaden und eine intensive Dachbegrünung. Jedes Haus wird sich optisch unterscheiden. Es soll viele offene und wenig versiegelte Flächen als Teil eines ausgeklügelten Grünkonzeptes geben. Man hofft zum Jahr 2024 das Projekt zu realisieren. 30 Prozent werden als mietpreis- und belegungsgebundener Wohnraum angeboten.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Sanierungsarbeiten am Alten Eierhäuschen

Die Sanierungsarbeiten am Alten Eierhäuschen im Plänterwald gehen auch voran.

In zwei Jahren kann man vielleicht in dieser alten (seit 1990 geschlossenen) Ausflugsgaststätte wieder wie zu Theodor Fontanes Zeiten Kaffee trinken.

(Fotos von Joachim Schmidt)


Tolerantes Miteinander – Wohnen im Integrationswohnprojekt „ToM” in Altglienicke

In Altglienicke sind 164 neue Wohnungen und Kita für Geflüchtete mit Bleiberecht und Berliner Wohnungssuchende entstanden. Die Vermietung läuft. An der Schönefelder Chaussee/ Ecke Wegedornstraße in Altglienicke hat degewo mit „ToM” ein zukunftsfähiges Stadtkonzept entwickelt, das die Integration von Zugewanderten aktiv durch vielfältige Angebote unterstützt. Auch die Nachbarschaft wird von der Aufwertung des Quartiers und den neuen Infrastruktur- und Gemeinschafts-einrichtungen für das „Tolerante Miteinander” profitieren. Projektpartner ist der Träger „Internationaler Bund”. Die insgesamt 164 Wohnungen sind je zur Hälfte für geflüchtete Menschen mit Bleiberecht und Berliner Wohnungssuchende vorgesehen. Die 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen haben Größen von 39 m² bis 109 m². 133 Wohnungen sind gefördert und werden durchschnittlich zu 6,50 Euro/m² nettokalt angeboten.

Ein Wohnberechtigungsschein ist erforderlich. Die Kita für 100 Kinder wird im Frühjahr 2021fertiggestellt. (Bezirksamt Treptow-Köpenick)


Neuer Kulturrat Altglienicke hat für 2021 einiges vor

Holger Wiegandt
Holger Wiegandt

Eigentlich sollte es 2020 so richtig losgehen mit der Kulturarbeit im Kosmosviertel, als angeregt vom Quartiersrat das neue Projekt „Kulturförderung und -koordination” unter der Leitung von Holger Wiegandt von der WeTeK gGmbH startete. Die Beschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie machten leider vieles zunichte. Eine Reihe von geplanten Veranstaltungen musste ausfallen. Trotzdem ist einiges passiert.

Das Internationale Frühlingsfest auf dem Abenteuerspielplatz Waslala, das „Kosmos-Kinder-Kiezfest”, das Konzertprogramm zur Fete de la Musique, die Sommerkulturtage, das Herbstfest, die Märchentage und der Weihnachtsmarkt zum Mitsingen standen im Terminkalender – das waren alles für 2020 im Altglienicker Kiez vorgesehene Veranstaltungen, die so nicht stattfinden konnten. Möglich war aber unter anderem die Ausstellungseröffnung mit „Großer Kunst in Altglienicke” mit Werken der Künstler Werner Domke und Mirko Gabris aus den Sparten Malerei – Plastik – Installation im Museum Altglienicke und im Kiezladen der Möglichkeiten WaMa. Ebenso gab es in Regie des Bürgerverein Altglienicke e.V. und finanziell unterstützt durch die Kiezkasse im September und Oktober die Altglienicker Filmabende, wo kostenfrei auf einer Großleinwand Kinofilme zu sehen waren.

Ferner konnte sich am 8. Oktober 2020 ein neuer Kulturrat gründen, in dem sich kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger in und aus Altglienicke zusammenfinden, um an der Seite der „Kulturförderung und -koordination” sich künftig Gedanken zu machen, wie man Kulturarbeit im Kiez noch stärker beleben kann. In dem Kulturrat sitzen unter dem Dach der in diesem Jahr wiederbelebten AG Kultur des Bürgerverein Altglienicke e.V. zum einen Berry Hänel als Vorsitzender jener AG Kultur, im weiteren Holger Wiegandt, Joachim Schmidt und Jonathan Scherbarth sowie Vertreter des Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi und der Stadtteilbibliothek Altglienicke. Darüber hinaus kooperiert man mit dem Verein Phönix e.V. zusammen. Der Kulturrat beantragte so dann auch auf seiner ersten Sitzung Fördergelder für einige Veranstaltungen, die 2021 dann hoffentlich unter besseren Voraussetzungen stattfinden sollen. So ist als Höhepunkt für den Sommer wieder ein großes Open Air mit Kinoabenden und Konzerten angedacht. Der Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi will ein Wandertheater verbunden mit Workshops in den Sommerferien durchführen. Stärker soll der Saal des Bürgerhauses für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Darüber hinaus werde es, wie die Corona-Situation es im anstehenden Jahr ermöglicht, ein Frühlingsfest, ein Kiezfest verbunden mit einem Kinderfest, die Fete de la Musique und einen Weihnachtsmarkt zum Mitsingengeben. Vor der anstehenden Runde von Trägern im Kiez am 26. Januar wird der Kulturrat sich noch einmal treffen, um die Planungen für Veranstaltungen im Kiez detaillierter auszuarbeiten. Was genau veranstaltet wird, findet sich immer aktuell auf der Internetseite des Kiezladens WaMa unter http://kiezladen-wama.de/. Dort können alle in Altglienicke tätigen Träger auch jeweils ihre eigenen Veranstaltungen in einen Kalender mit eintragen. Für weitere Ideen in Sachen Kulturarbeit ist man jederzeit offen. Die können per E-Mail an kiezkultur@ wetek.de gerichtet werden. Angedacht ist auch eine regelmäßige Reihe mit Künstlern aus dem Kiez. Hier gibt es etwa die Altglienicker Schriftstellerin Irmgard Tabea Laps mit einer Präsentation ihrer Gedichte. Da momentan keine richtige Lesung möglich ist, wurden ihre Werke schon mal in Form einer Plakataktion präsentiert, die im Schaufenster des Kiezladens WaMa sowie auf der Plakatwand auf dem nahe gelegenen Roten Platz zu bewundern sind.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Germanenplatz umgestaltet

Der neu gestaltete Germanenplatz in Altglienicke konnte Ende 2020 für die Öffentlichkeit frei gegeben werden. Der Platz, dessen Gestaltung auf Grundlage eines Bürgerbeteiligungsverfahrens erarbeitet wurde, stellt die Umsetzung der gewünschten Ansprüche der Nutzer aller Altersgruppen dar. Auf der südlichen Platzseite werden Spielmöglichkeiten geboten, die nördliche Platzseite bietet einen überwiegend ruhigeren Bereich. Sowohl der innere Platz als auch der Anschluss an den umlaufenden neu angelegten öffentlichen Gehweg sind barrierefrei. Die Ergänzung von Bänken sowie der Handläufe konnten noch im Dezember 2020 abgeschlossen werden. Die erneute Beseitigung des Wildaufwuchses und die Unterpflanzung des umlaufenden Gehölzstreifens mussten aufgrund der derzeitigen Lage in das Jahr 2021 geschoben werden. Das Projekt wurde mit 296.000 Euro durch Fördermittel des Programms zur Umgestaltung von Stadtplätzen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen finanziert.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


125 Jahre Teltowkanal, 100 Jahre Kirche Johannisthal und vieles mehr – Auch 2021 verspricht wieder viele Jubiläen und Gedenktage

Teltowkanal in Altglienicke Bild: BVA
Teltowkanal in Altglienicke Bild: BVA

Runde und halbrunde Jahrestage haben es in Zeiten der Corona-Pandemie schwer durchzudringen. Jedes Jahr gibt es eine ganze Reihe davon, die oft Anlass von Würdigungen durch Festveranstaltungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen sind. Wie wir wissen, ist davon ab dem Frühjahr 2020 ganz vieles auf der Strecke geblieben.

So manche oft jahrelang vorbereitete Festlichkeit oder mühsam aufgebaute Ausstellung konnte nicht wie geplant stattfinden, da das Coronavirus größere Zusammenkünfte nicht zuließ. Auch das neue Jahr 2021 hat wieder eine Menge große und kleine Jubiläen und Gedenktage zu bieten. Schaut man in die Veranstaltungskalender spürt man ungewöhnlich große Zurückhaltung, etwas für 2021 anzukündigen, was aber auch klar ist, denn das Virus wird uns mit Sicherheit noch die ganze erste Jahreshälfte mit Einschränkungen beschäftigen. Wer will da etwas vorbereiten? Trotzdem wollen wir auch dieses Jahr auf einige Jubiläen schauen, die nur eine subjektive Auswahl darstellen können.

Am 5. Mai ist der 200. Todestag von Napoleon Bonaparte. Vor 200 Jahren wurde am 25. Mai 1821 das nach Schinkels Plänen errichtete Konzerthaus am Gendarmenmarkt eröffnet. Zur Premiere erklang Händels „Alexanderfest”. Am 13. Oktober 1821 wurde der weltberühmte Mediziner Rudolf Virchow im hinterpommerschen Schivelbein geboren. 1856 kam er als Professor nach Berlin und wirkte hier bis zu seinem Tod 1902. Daneben war der nunmehr 200-jährige Arzt auch noch für die liberale Fortschrittspartei (später Deutsche Freisinnige Partei) aktiv, war Landtags- und Reichstagsabgeordneter und machte sich so im Parlament als Gegenspieler Otto von Bismarcks einen Namen. Am 11. November wird der 200. Geburtstag des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski begangen. 150 Jahre alt wird der im Spiegelsaal von Versailles verkündete erste deutsche Nationalstaat. Am 18. Januar 1871 wurde nämlich das Deutsche Reich gegründet. Der preußische König Wilhelm I. wurde deutscher Kaiser und Berlin Reichshauptstadt. Kurz nach der Reichsgründung geboren hat seinen 150. Geburtstag am 4. Februar der erste deutsche Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD). Der wohnte sogar von 1912 bis 1919 in Treptow – in der Defreggerstraße 20.

Am 12. Mai wäre der 100. Geburtstag des Künstlers Joseph Beuys. Vor 100 Jahren gab es eine meteorologische Sensation in Berlin. Am 6. Juni 1921 fielen in eigentlich sommerlich geprägter Jahreszeit im Rahmen einer extremen Kälteperiode Schneeflocken. Im September 1921 eröffnete im Grunewald die erste reine Autostraße der Welt. Mit der als Übungs und Rennstrecke gebauten Avus begann vor 100 Jahren die Geschichte der Autobahn. Am 24. September startete dort auch das erste Avus Rennen. Im August werden die 1946 aus Zusammenlegungen entstandenen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, im November Niedersachsen 75 Jahre alt. Zum 60. Male jährt sich am 13. August der Bau der Berliner Mauer 1961. Am 19. Januar 1971 – vor 50 Jahren – gab es nach 19 Jahren Kappung sämtlicher Leitungen erstmals wieder Telefonverbindungen zwischen Ost- und West Berlin. Am 15. Januar wird die uns oft hilfreiche Online-Enzyklopädie Wikipedia 20 Jahre alt. Die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 werden zum 20-jährigen Gedenken mahnen. Am 11. März jährt sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum zehnten Male. Das und viel mehr werden uns zumindest die großen Medien wachrufen.

Für uns als Lokalzeitung in Treptow Köpenick ist sicher bewegender, was es an Jubiläen hier draußen in den Verteilgebieten von „Dörferblick” und „Kiezblick” gibt. Über das eine und andere werden wir sicherlich 2021 noch ausführlicher schreiben.

Was gibt es da?

Auf 100 Jahre kann die evangelische Kirchengemeinde Johannisthal am Sterndamm zurückblicken.
Auf 100 Jahre kann die evangelische Kirchengemeinde Johannisthal am Sterndamm zurückblicken.

Vor 125 Jahren wurde am 2. Juni 1896 der Teltowkanal in Betrieb genommen. Am 31. Oktober 1891 – vor 120 Jahren – wurde die Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Niederschöneweide-Johannisthal (heute Schöneweide) und Spindlersfeld in Betrieb genommen. Im Jahre 1906 wurden in unserer Region richtig viele Gebäude fertiggestellt. Hier mussten wir uns gar auf eine Auswahl beschränken. 115 Jahre ist es am 20. März her, dass am Glienicker Weg 125–127 in Adlershof die Fabrikanlage der Brennerei C.A.F. Kahlbaum (nach 1945 Spirituosenfabrik von VEB Bärensiegel) eröffnet wurde. Heute steht dort nur noch die denkmalgeschützte Außenfassade als Eingangsbereich zu einem modernen Möbeldiscounter. Ebenso vor 115 Jahren fanden die ersten Rudermeisterschaften für alle Bootsklassen in Grünau statt. 115 Jahre ist es zugleich her, dass nach zweijähriger Bauzeit die Friedenskirche in Grünau an einem 14. Dezember eingeweiht wurde. Genauso lang jährt sich die Errichtung des Johannisthaler Rathauses nach einem Entwurf des Charlottenburger Architekten Georg Roensch. Auf 115 Jahre schauen als neugotische Baudenkmäler auch in Altglienicke das Wasserwerk in der Straße Am Falkenberg und der Wasserturm in der Schirnerstraße – eröffnet am 11. September 1906 – zurück. Wir haben auch Hundertjährige. Vor 100 Jahren eröffnete am 3. Juli 1921 die evangelische Kirchengemeinde Johannisthal am Sterndamm ihr erstes eigenes Gotteshaus, das alles in einem umgenutzten Saalbau, der zuvor als Ausflugsgaststätte „Kaiser-Wilhelm Garten” und danach noch kurzzeitig als Kino diente. 100 Jahre kann auch in Niederschöneweide die Wohnsiedlung „Siedlung Oberspree” zwischen Hartriegel- und Oberspreestraße feiern, die 15 Jahre später zu ihrem heutigen Umfang erweitert wurde. Auf 90 Jahre kann 2021 im Osten Johannisthals die gesamte Wohnbebauung Hagedornstraße/ Am Grünen Anger/ Greifstraße/ Nieberstraße/ Pilotenstraße nach einem Entwurf von Jakobus Goettel für die „Stadt und Land Siedlungsgesellschaft Johannisthal” zurückschauen. 85 Jahre jähren sich die XI. Olympischen Wettkämpfe in Berlin und damit auch auf der Regattastrecke Grünau. Diese begannen hier am 14. August 1936 mit den Ruderwettbewerben. Deutschland holte dabei als neuen Rekord in den sieben Kategorien fünfmal Gold. Vor 75 Jahren gab es am 20. Oktober 1946 in den Berliner Bezirken die ersten und für 44 Jahre im Ostteil auch letzten freien Wahlen nach dem Krieg, bei denen die SPD in Treptow und Köpenick mit 40,7 % bzw. 37,9 % als stärkste Partei hervorging. 70 Jahre ist es her, dass die Schauspielschule des Deutschen Theaters unter Max Reinhardt eigene feste Räumlichkeiten in Niederschöneweide in einem ausgedienten Bootshaus der ehemaligen Rudergesellschaft „Wiking” erhielt. Diese wurde 1981 in die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch” umgewandelt. 2018 erfolgte allerdings der Umzug von der Schnellerstraße nach Berlin-Mitte. Das Gebäude ist derzeit verwaist. 1956, damit vor 65 Jahren, nahm als Neubau die 9. Grundschule im Ellernweg 20 in Johannisthal den Schulbetrieb auf. Es ist Standort des heutigen Montgolfier-Gymnasiums. 65 Jahre jährt sich zugleich am 21. April die Entdeckung des in der „Operation Gold” vom US-Geheimdienst CIA errichteten Spionagetunnels von Rudow nach Altglienicke. Am 31. Januar feiert der Bürgerverein Altglienicke seinen 30. Gründungstag bzw. muss es zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Vor 30 Jahren wurde am 8. März1991 das Heimatmuseum Treptow im Rathaus Johannisthal eröffnet. Am 24. August 1991 – damit genauso lange zurückliegend – wurde als ein nach zeitweisem Baustopp zur Wendezeit schließlich noch fertiggestellter DDR-Typenbau die 13. Grundschule am Saturnring in Altglienicke eingeweiht. 

Vor 115 Jahren wurde in Adlershof die Fabrikanlage der Brennerei C.A.F. Kahlbaum eröffnet – nach 1945 Spirituosenfabrik von VEB Bärensiegel. Hier zu sehen das Gebäude vor dem Umbau im Jahr 2014.
Vor 115 Jahren wurde in Adlershof die Fabrikanlage der Brennerei C.A.F. Kahlbaum eröffnet – nach 1945 Spirituosenfabrik von VEB Bärensiegel. Hier zu sehen das Gebäude vor dem Umbau im Jahr 2014.

Heute wird das komplett modernisierte Gebäude vom Anne-Frank-Gymnasium genutzt. Seinen 30. Todestag hat am 12. Juli der Altglienicker Schauspieler und Fernsehmoderator Willi Schwabe („Rumpelkammer”). Zum Jahresende, am 31. Dezember 2021, jährt sich zum 30. Male die letzte Sendung des in Adlershof ansässigen „Deutschen Fernsehfunks“. Damit endete über ein Jahr nach der Wiedervereinigung die Geschichte des einstigen DDR-Fernsehens und neue ARD-Länderanstalten wie der MDR und ORB (heute RBB) übernahmen die Nachfolge. Vor 30 Jahren wurde auch am 21. September die Entwicklungsgesellschaft Adlershof gegründet, aus der 1994 die WISTA hervorging, die sich heranmachte, die einstigen Liegenschaften der Akademie der Wissenschaften, des MfS Wachregiments Feliks Dzierzynski und des Fernsehfunks zu entwickeln zu einem modernen Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort Adlershof. 20 Jahre gibt es seit dem 1. Januar den Bezirk Treptow-Köpenick. Mit dem Inkrafttreten der Berliner Bezirksgebietsreform wurden 23 zu 12 Bezirken fusioniert, hier dabei Treptow und Köpenick. Ebenso vor 20 Jahren eröffnete der in der Straße An der Wuhlheide ansässige Mellowpark, der größte Skate- und BMX-Park Berlins. Am 3. Mai 2001 wurde zur Umgehung des Altglienicker Ortskerns das Ernst-Ruska-Ufer dem Verkehr übergeben. Auch schon zwei Jahrzehnte her. Am 6. Juli erfolgte Richtfest für den ersten Neubau der Humboldt-Universität in Adlershof – mit dem Institut für Physik. Der Grünauer Schriftsteller Stefan Heym wird am 16. Oktober genau 20 Jahre tot sein. 15 Jahre sind vergangen, seit am 20. Dezember 2006 der Groß-Berliner Damm (bis dahin Sackgasse) von Johannisthal nach Adlershof verlängert wurde. Vor 10 Jahren wurde das Jugendzentrum Johannisthal an der Winckelmannstraße an die tjfbg gGmbH in freie Trägerschaft übergeben und zum Kiezzentrum entwickelt. Am 27. Oktober jährt sich zum zehnten Male, dass Oliver Igel (SPD) zum Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick gewählt wurde. Er war damals mit 32 Jahren der bislang jüngste Berliner Bezirksbürgermeister. Unterdessen hat er diese Besonderheit auch schon wieder verloren, nachdem sein Amtskollege in Neukölln das Amt 2018 mit nur 31 Jahren antrat. Mit einem noch jungen Jubiläum kann im Mai das Quartiersmanagement Kosmosviertel auf fünf Jahre zurückblicken.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank

Bilder: Bild 1: BVA, Bild 2: Wikipedia, Bild 3: Wikipedia / Sebastian Rittau


Seltene Pflanzen im Altglienicker Kosmosviertel entdeckt

Der herzblättrige Trompetenbaum, Foto: Detlef Kirstein
Der herzblättrige Trompetenbaum, Foto: Detlef Kirstein

Oft fehlt uns der Blick für die Schätze der Natur in unserer unmittelbaren Umgebung. Ein Projekt im Kiezladen WaMa befasst sich seit 2019 mit den Bäumen und Sträuchern im Grünzug des Kosmosviertels - darunter allerlei Exoten, die es nicht allzu häufig in unserer Region gibt. Der Herzblättrige Trompetenbaum, der Japanische Schnurbaum, der Kentucky-Coffeetree (auch Geweihbaum genannt), das Chinesische Rotholz (auch Urweltmammutbaum genannt) oder die Schwedische Mehlbeere – bei solch wohlklingenden Namen wähnt man sich in einem botanischen Garten, aber nicht unbedingt im Grünzug des Altglienicker Kosmosviertels. Dieser hat tatsächlich wahrhafte Schätze an Baum- und Straucharten zu bieten, die in Berlin äußerst selten zu finden sind. Als vor mehr als drei Jahrzehnten das Kosmosviertel entstand, wurden auf einer zuvor ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Fläche erste Bäume gepflanzt. In den folgenden Jahren legte man bei der Schaffung des Grünzuges großen Wert auf eine besondere gartenarchitektonische Gestaltung. Leider ist diese Besonderheit an Bäumen und Sträuchern inzwischen in Vergessenheit geraten. Die meisten von uns erkennen bestenfalls Ahorne, Birken, Eichen, Kastanien oder Linden, wie sie häufig den Berliner Straßenrand säumen.

Nicht so der Geologe Detlef Kirstein, der sich hauptsächlich mit Mineralogie und Paläontologie beschäftigte, später aber auch sein Interesse für die lebende Botanik entdeckte und in mehreren natur- und umweltpädagogischen Einrichtungen arbeitete. Schließlich trat er eine Stelle im Kiezladen WaMa im Altglienicker Kosmosviertel an. Sofort fielen ihm auf seinem Arbeitsweg die vielen exotischen Pflanzen im Grünzug des Viertels auf, von denen einige sogar auf anderen Kontinenten beheimatet sind. Detlef Kirstein begann, den gesamten Baum- und Strauchbestand im Grünzug zu sichten, zu analysieren und zu erfassen. Während er unserer Redaktion die Entwicklung beschreibt, kommt er immer wieder ins Schwärmen über die diversen Baumarten, ihre Herkunft, Blätter, Früchte und weiteren Besonderheiten: etwa der im Herbst leuchtend gelb schimmernde Eisenholzbaum, der als Ziergehölz aus dem Iran stamme. Einige Bäume und Sträucher seien dabei auch ein beliebter Lebensraum für bestimmte Insektenarten.

Als im Jahr 2019 der Bürgerverein Altglienicke im Kiezladen WaMa eine Ausstellung zu 30 Jahre Kosmosviertel eröffnete, hielt Detlef Kirstein einen ersten Vortrag über die botanische Vielfalt im Quartier. Ergänzend kam die Ausstellung „Natur im Kosmosviertel“ hinzu. Auf der Webseite der WaMa stellt Detlef Kirstein alle zwei Wochen ausführlich neue Baumarten vor: http://kiezladen-wama.de/gruenzug/

Für sein Projekt bekam er schon jede Menge positives Feedback. Zukünftig sind weitere Aktionen geplant: 2021 sollen vor einigen Bäumen Beschilderungen mit Informationen zur Baumart angebracht werden. Im Schaufenster des Kiezladens WaMa soll es eine Bildschirmpräsentation geben. Darüber hinaus sind Projekte mit Kindern geplant, etwa in Zusammenarbeit mit Schulen, in denen spielerisch Wissen über die Baumarten vermittelt wird –natürlich nur in dem Rahmen, den die Corona-Situation zulässt.

Quartiersmanagement & BENN Kosmosviertel                                               
Schönefelder Chaussee 237, 12524 Berlin - Tel:  (030) 77 32 01 95

www.kosmosviertel.de  - team@kosmosviertel.de


Deutsch – Polnisches Gedenken - Friedhof Altglienicke – von einer Begräbnisstätte zum Erinnerungsort

Die Familie des ermordeten Pfarrers Waclaw Zienkowski besuchte am 9.November dessen Begräbnisort, den Altglienicker Städtischen Friedhof Schönefelder Chaussee. Momentan befindet sich an dieser Stelle lediglich ein Erinnerungsstein auf einem Sammelgrab mit der Inschrift: „Den 1284 ermordeten Antifaschisten, deren Asche hier bestattet ist.“ Dem Engagement Klaus Leutners, Mitglied im Bürgerverein Altglienicke, ist es zu verdanken, dass alle hier namenlos Bestatteten ihre Namen wiederbekamen und ihnen demnächst an diesem Ort mit einer angemessenen Begräbnisstätte und Erinnerungsort gedacht werden kann. Es handelt sich nicht um die Aschen von 1360 (das ist die genaue Zahl!) Antifaschisten. Ob bewusste Geschichtsfälschung oder Ignoranz?! Wir wissen es nicht. Begraben sind hier von tumben Nazis in Konzentrationslagern ermordete Häftlinge aus etlichen überfallenen Länder sowie Euthanasieopfer und Geistliche. Von diesen 18 polnisch-katholischen Pfarrern ist einer Waclaw Zienkowski. Die Namen dieser 1360 Opfer wurden handschriftlich von 1360 Menschen aller Altersgruppen, in den letzten Monaten aufgeschrieben und werden auf große Tafeln des neu zu gestaltenden Erinnerungsortes aufgedruckt. Dieses Projekt der Künstlerin Katharina Struber und ihres Mannes Klaus Gruber – Architekt, gewann die Ausschreibung des Senates von Berlin zur Gestaltung des Ortes. Die Großnichte des Pfarrers Zienkowski, Krystina Iwanicka, und ihre Tochter Katarzyna Scwacinska fanden im weltweiten Netz somit den tatsächlichen Ort, an dem sie ihrem Großonkel gedenken können. Bis dahin gab es nur den Ort des Mordes, das Konzentrationslager Sachsenhausen, für stille Trauer. Bezirksbürgermeister Oliver Igel, über alle Fortschritte als auch Entwicklungen zum neuen Begräbnis- und Erinnerungsort in Altglienicke informiert, machte den Besuch der Familie des Pfarrers zur Chefsache. Nur so, unter fachkundiger Organisation des Leiters „Veranstaltungsdienst“ im Bezirk Treptow-Köpenick Herrn Pabst, war es möglich, diese Veranstaltung in Corona-Zeiten über Religions- und Ländergrenzen hinweg zu realisieren. Dank gilt auch den wenigen Gästen, die teilnehmen konnten sowie den vielen, welche leider pandemiebedingt nicht teilnehmen durften! Weiterhin dem Gesundheitsamt, welches mit zeitnahen Tests unserer polnischen Besucher unterstützte.


Neben Oliver Igel, Bezirksbürgermeister Treptow-Köpenick, ergriffen ebenfalls die Pastoren Lutz Nehk (Beauftragter Gedenkkultur Kath. Kirche) und Pfarrer Mathias Laminski (Kath. Pfarrer Treptow-Köpenick) das Wort. Sehr eindrücklich waren die Worte des Schülersprechers des Archenhold-Gymnasiums, Hendrik Wieja, welcher von der Lehrerin Kerstin Neiß begleitet wurde. So von Emotionalität geprägt, wie man es wohl nur bei jungen Menschen finden kann. Das Archenhold-Gymnasium Berlin-Schöneweide wird mit dem Bürgerverein Altglienicke die Pflege des zukünftigen Erinnerungsortes bewerkstelligen. Leider keine Resonanz von „unserem“ Gymnasium vor Ort. Neben dem Initiatorenehepaar Leutner nahmen noch Ulrike Kind (Senatsbeauftragte Ost- u. Mitteleuropa) sowie Friedhofsleiterin Frau Ganzauge und Marc Wesser (Vorsitzender Deutsch-Polnische Juristenvereinigung) teil. Die Großnichte Waclaw Zienkowskis, Krystina Iwanicka, war in ihrer kurzen Dankesrede sichtlich bewegt. Gelebte Völkerfreundschaft – so einfach kann es sein! Mit dieser Veranstaltung, am 9. November 2020 in Altglienicke, wurde dem doch so geschichtlich bedeutsamen Datum, eine positive Seite ins dicke Buch der Geschichte hinzugefügt.

Ronald Seiffert – Bürgerverein Altglienicke


Weidmanns zäher Widerstand: Wie Altglienicke 1920 doch noch zu Groß-Berlin kam

Alt-Glienicke bei Berlin. Friedrichstraße, vermutlich Mitte der 20er Jahre (Bild: BVA)
Alt-Glienicke bei Berlin. Friedrichstraße, vermutlich Mitte der 20er Jahre (Bild: BVA)

Vor 100 Jahren wurde Groß-Berlin geschaffen. Die Einwohnerzahl der deutschen Hauptstadt verdoppelte sich am 1. Oktober 1920 schlagartig durch Eingemeindung von sechs Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken auf etwa 3,8 Millionen, die Fläche verdreizehnfachte sich von 66 auf knapp 880 Quadratkilometer. Dem ging ein jahrelanger politischer Streit über die neue Großgemeinde voraus. Schon ab 1911 gab es einen „Zweckverband Groß-Berlin”, der eine enge Zusammenarbeit von Stadt und Umland regelte, für mehr gab es aber keine Mehrheit. Dem Verband gehörten Gemeinden an, die später nicht zu Berlin fanden, andere wie Altglienicke wiederum nicht. Die maximalmögliche Ausdehnung war durch eine Portozone bestimmt, in der ein gewöhnlicher Brief von der Oberpostdirektion Berlin für 5 Pfennig zugestellt wurde. Während sich politisch linke Kräfte durch Groß-Berlin eine Verbesserung der sozialen Situation der dicht zusammenlebenden Arbeiter erhofften, die vermehrt in neuen Fabriken außerhalb der Stadtgrenzen tätig waren, befürchteten die Bürgerlich-Konservativen, dass mit Groß-Berlin die ländlich geprägten Vorortgemeinden zusätzlich den Sozialdemokraten anheimfallen könnten. Am 27. April 1920 stimmten schließlich in der Verfassungsgebenden Preußischen Landesversammlung SPD, USPD und Teile der DDP dafür, DNVP, DVP und Zentrum dagegen. Das fünf Monate später in Kraft tretende Groß-Berlin-Gesetz war mit 164 gegen 148 Stimmen bei fünf Enthaltungen knapp beschlossen. mehr lesen ...