Sperrung der Salvador-Allende-Brücke – wichtige Informationen zur künftigen Verkehrsführung

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow-Köpenick vom 08.02.2019

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchte Sie gerne auf die Pressemitteillung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz aufmerksam machen:

Am 24.01.2019 ist die Salvador-Allende-Brücke gesperrt worden, weil bei der planmäßigen Überprüfung des Bauwerks weitere Schäden – über die bisher bekannten hinaus – festgestellt worden waren. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist die Überfahrt seitdem für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, während der Geh- und Radverkehr weiterhin möglich ist. Auch die Wasserstraße bleibt passierbar (vgl. Pressemitteilung der SenUVK v. 24.01.18).
Um die daraus folgende schwierige Verkehrssituation schnellstmöglich zu entschärfen, wurde in den letzten Tagen von allen Beteiligten – Senatsverwaltung, Verkehrslenkung, Bezirk, BVG, Polizei – nach möglichen Lösungen gesucht. Die Ergebnisse stellen wir im Folgenden vor.
Zunächst: Die Verkehrseinschränkungen müssen nach jetzigem Stand bis zur Fertigstellung des ersten Teils der neuen Salvador-Allende-Brücke (1. Bauabschnitt auf der Ostseite) bestehen bleiben. Eine Behebung der Schäden oder eine Abstützungskonstruktion sind aufgrund des komplizierten statischen Systems nicht möglich. Mit einer Fertigstellung des 1. Bauabschnitts ist Ende 2019 zu rechnen.
Durch die kurzfristige Dringlichkeit der Brückensperrung waren im Vorfeld keine Maßnahmen zur alternativen Verkehrsführung oder sonstige Abstimmungen möglich. Unmittelbar mit der Schließung liefen daher umfangreiche Abstimmungen möglicher Maßnahmen mit allen Beteiligten an.
Zunächst standen dabei die eigentliche Sperrung und die erforderlichen Hinweisschilder im Fokus. Anschließend wurde mit den Abstimmungen zur Umleitungsstrecke, zu den Anpassungen bei der BVG (Linienführung, Haltestellen, Wendestellen) und anderer Betroffener begonnen. Dabei ging es zunächst vor allem um Änderungen an bestehenden Verkehrsbeschilderungen (Halte-, Park- und sonstige Beschilderungen). Weitere Abstimmungen dazu laufen.
Neben vielen Anregungen und Vorschlägen aus der Bevölkerung gehen in die weitere Konzeption insbesondere die Auswertungen von Verkehrsplanern und Sachverständigen ein. Dazu hat in dieser Woche ein übergeordneter Abstimmungs- und Koordinierungstermin im Bezirksamt stattgefunden.
Dabei stand und steht eine 
optimierte Umleitungsstrecke, die den veränderten Verkehrszahlen weitestgehend Rechnung trägt, an oberster Stelle.
Als Ergebnis der Beratungen sollen nun 
ab Montag, den 11.02.2019, folgende Anpassungen an der Verkehrsführung und den Verkehrsbeziehungen des ÖPNV eingerichtet werden:

  • Einrichtung einer komplett beschilderten Umleitungsstrecke
  • Zurücknahme von Park- und Halteflächen entlang der Umleitungsstrecke, insbesondere zwischen Bahnhofsstraße und Zufahrt zum Stadion
  • Einrichtung eines Einfädelfahrstreifens auf der Spindlersfelder Brücke
  • Einrichtung einer Busspur zwischen Wendenschloßstraße und Kietzer Straße
  • Verlängerung der Busspur im Bereich S-Bahnhof Köpenick
  • Anpassungen der Linienführung der Buslinien X69, 169, 269 und N67
  • Schaffung von neuen Haltestellen und Busaufstandsflächen im Kreuzungsbereich Salvador-Allende-Straße / Neuer Weg
  • Einrichtung einer Einbahnstraßenreglung in Richtung Norden durch die Altstadt Köpenick, beginnend ab der Kreuzung Landjägerstraße/Amtsstraße über Alter Markt, Lüdersstraße, Freiheit bis zum Kreuzungsbereich Freiheit/Lindenstraße

Mit der Umsetzung dieser ersten Maßnahmen werden auch die betroffenen Ampelschaltungen überprüft, bei Bedarf angepasst oder durch zusätzliche Lichtsignalanlagen ergänzt. Die Anordnungen erfolgen, wie bisher, durch die Verkehrslenkung Berlin.
Klar ist: Die für einen langen Zeitraum erforderlichen Maßnahmen zur Umleitung infolge der Brückensperrung erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer/-innen. Insbesondere die Maßnahmen im Bereich der Altstadt Köpenick werden durch fortlaufende Kontrollen und Überprüfungen begleitet.
Für die Einschränkungen infolge der Sperrung der Salvador-Allende-Brücke bitten wir um das Verständnis der Betroffenen. Über den Verlauf der Neubau-Arbeiten und über Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrseinschränkungen werden wir fortlaufend informieren.

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Pressestelle - pressestelle@senuvk.berlin.de - (030) 9025-1090


Investor will für 10 Mio. Euro alte Bärenquell-Brauerei sanieren

Bild: BVA
Bild: BVA

Seit ihrer Schließung 1994 beschäftigt die alte Bärenquell-Brauerei die Menschen nicht nur in Niederschöneweide. Der jahrzehntelange Leerstand, verbunden mit Vandalismus und Brandstiftung, hat sich in einem deutlich von der Schnellerstraße erkennbaren Verfall der Gebäude niedergeschlagen. Immer wieder fragen uns Leser, was mit dem als Baudenkmal eingestuften Areal mit seinen Anfängen von 1882 passiert. Zwischenzeitlich wollte mal „Bauhaus“ mit einem Baumarkt einziehen, doch dabei nur Maschinen- und Sudhaus sanieren und nutzen, den Rest für Anbauten und Parkplätze abreißen. Damit wäre die Straßenfront als ältester Teil verschwunden. „Bauhaus“ nutzte schließlich die Pleite von „Bahr“, um den eine Ecke weiter befindlichen Baumarkt zu übernehmen und veräußerte das Grundstück 2014 weiter. Der Nachfolger wollte das Gelände unter Erhalt der historischen Bausubstanz entwickeln, verkaufte es aber letztlich weiter an eine britische Investorengesellschaft. Danach wurde es zunächst wieder einmal still. Erneut galt es tragfähige Konzepte zu entwickeln. Jetzt keimt endlich Hoffnung auf, dass einer der letzten durch Verfall geprägten Schandflecken in der Region verschwindet und neues Leben in den Ruinen einzieht.
Der Eigentümer hat im November beim Bezirksamt Bauanträge für das Grundstück Schnellerstraße 137 eingereicht, die eine Nutzungsänderung und Sanierung der historischen Gebäude der einstigen Borussia-Brauerei von Meinert & Kampshenkel, später Schultheiß und Bärenquell, vorsehen.
Für Haus A und L, sprich das etwas hinten gelegene Maschinen- und Sudhaus, mit seinen zwei- bis sechsgeschossigen Gebäudeteilen und den markanten Türmen, sollen 6,3 Mio. Euro investiert werden. Das denkmalgeschützte Gebäude soll einen eingeschossigen Glasanbau zur Erweiterung der Verkaufsbereiche im Erdgeschoss erhalten. Die Einzelhandelsverkaufsfläche soll rund 1.153 Quadratmeter betragen. Weiterhin sind rund 1248 Quadratmeter Eventflächen für Veranstaltungen und Kongresse und rund 2.080 Quadratmeter Büroflächen geplant.
In das Haus J, das ehemalige Verwaltungsgebäude, die zur Schnellerstraße gelegene Villa von 1888, will man 2,3 Millionen Euro investieren, um dieses denkmalsgerecht zu sanieren. Das dreigeschossige Gebäude soll rund 557 Quadratmeter Gastronomieflächen mit etwa 134 Sitzplätzen in Untergeschoss und Erdgeschoss erhalten, während in den Obergeschossen 421 Quadratmeter Büroflächen geplant sind. Rechts davon befindet sich als Haus K das ehemalige Beamtenwohnhaus von 1882, damit das älteste noch erhaltene Gebäude Niederschöneweides. In das dreigeschossige Gebäude sollen 1,1 Millionen Euro fließen, um dort weitere 405 Quadratmeter Büroflächen einzurichten.
Insgesamt werden damit fast 10 Millionen Euro in die Wiederherstellung der Gebäude investiert. Was dann dort genau einziehen soll, ist noch nicht bekannt, außer dass es nach einem Bericht des „Tagesspiegel“ eine Mischung aus Kultur und Gewerbe werden solle. Das Bezirksamt sagte auf Nachfrage, dass bisher nur die Bauanträge eingereicht seien und man noch keine detaillierteren Pläne kenne. Man werde die Anträge nun prüfen und über das weitere Vorgehen befinden. Nicht auszuschließen ist, dass für das Bauvorhaben zunächst einmal das derzeit ruhende Bebauungsplanverfahren XV-64 ba wieder aufgenommen werden müsse, welches die genauen Rahmenbedingungen für die künftige Nutzung setze.
Beim Investor soll es sich um eine Objektgesellschaft der Activum SG Capital Management mit Sitz auf der britischen Insel Jersey im Ärmelkanal handeln, in deren Auftrag der Berliner Projektentwickler HCM Home Center Management arbeitet, die auch schon andere Objekte in Berlin entwickelte, wie etwa das „Rote Kloster“ (ehemalige AOK-Zentrale bzw. SED-Parteihochschule), Rungestraße 3-6 in Berlin-Mitte, gegenüber dem Märkischen Museum.
Insgesamt ist es erfreulich, dass nun etwas auch hier geschehen soll, um dieses markante Baudenkmal zu bewahren, wo ansonsten in diesem Abschnitt der Schnellerstraße mittlerweile fast alles durch Neubauten und große Parkplatzpaletten ersetzt wurde. Dort, wo sich einst die 1772 gegründete Ausflugsgaststätte „Neuer Krug“ befand, was nebenan zur Ansiedlung der besagten Brauerei führte, war letztlich die Wiege der Entstehung des Ortsteils Niederschöneweide.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Bahnhofshalle Schöneweide für mindestens drei Jahre gesperrt

Bild: J. Schmidt
Bild: J. Schmidt

Trotz aller Unannehmlichkeiten, die damit dauerhaft anstehen, kann man sagen, endlich geht es los mit einem immer wieder verschobenen Bauvorhaben. Schon seit Jahren wurde nur noch das Allernotwendigste geflickt. Überall bröckelte es. Dem schmuddelig gewordenen Bauwerk im Inneren mit seinen mintgrünen Fliesen trauern nur die Wenigsten nach. Am 4. Dezember wurde die Haupthalle des S-Bahnhofs Schöneweide an der Michael-Brückner-Straße gesperrt. Damit beginnt nach der abgeschlossenen Erneuerung der Brücken am Sterndamm eine umfassende Sanierung des Bahnhofs, die sich ebenso über Jahre hinziehen wird. Im kommenden Jahr soll die fast fünf Jahrzehnte alte Zwischenhalle zwischen Hauptgebäude und Bahnsteigen abgerissen werden. Die kann sich schon deswegen hinziehen, weil Bauexperten dort Schadstoffe vermuten. Erhalten bleibt natürlich das über die Jahre wenig ansehnlich gewordene denkmalgeschützte Empfangsgebäude von 1868, welches unlängst still und leise seinen 150. Geburtstag feiern konnte. Obwohl die Bauarbeiten begonnen haben, ist aber noch unklar, wie das ganze am Ende aussehen wird, wenn bestenfalls nach drei Jahren wieder der Eingangsbereich der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Gerne hätten wir als „Kiezblick“ dazu Pläne eingesehen und vorgestellt. Es wird jedoch immer noch seitens der Bahn ein Investor gesucht. Ein Konzept gibt es bislang nicht, ob und inwieweit dann dort wieder Geschäfte einziehen. Vieles gilt derzeit bei der DB Station & Service als denkbar. Auch Lösungen, dass es gar nicht mehr durch das alte Bahnhofsgebäude geht, dieses anders genutzt werde, und die Zugänge dann dahinter etwas mehr seitlich erfolgen. Völlig offen ist es zugleich, ob wie früher öffentliche Toiletten dazu gehören werden. Bislang sind solche seitens der Bahn nicht eingeplant. Die Gesamtinvestitionen für die Modernisierung betragen in jedem Fall fast 100 Millionen Euro.
Die täglich fast 50.000 Fahrgäste müssen für Dauer der Sanierung einiges an Umstellung in Kauf nehmen. Genau wie jahrelang auf die Aufgänge am Sterndamm verzichtet werden musste, steht jetzt kein Zugang mehr von Niederschöneweide und damit auch direkt vom Einkaufszentrum „Zentrum Schöneweide“ zur Verfügung. Fahrgäste müssen um das Bahnareal herumlaufen oder eine Station mit Straßenbahn fahren. Es gibt nur noch die wiedereröffneten Ein- und Ausgänge am Sterndamm. Zudem bleibt noch kurzweil der in der vorherigen Bauphase geschaffene Zugang aus Johannisthal an der Buswendeschleife bis März 2019 offen. Dieses ist übergangsweise, um bis zur Schaffung von Alternativen die Behindertenzugänglichkeit über die Aufzüge im alten Fußgängertunnel weiter zu gewährleisten.
Zielstellung ist, den Bahnhof Schöneweide bei laufendem Betrieb zu sanieren. Nur an einzelnen Wochenenden soll es mal keinen Zugverkehr geben, wie man es aus Zeiten der Brückenerneuerung kennt. Die Bahnsteige werden vollständig erneuert. Es wird neue Dächer und neue Sitzgelegenheiten, aber auch künftig Fahrtreppen geben. Es soll immer nur eine Bahnsteighälfte umgebaut werden, wie schon jetzt auf einem Gleis keine Züge rollen, während auf dem anderen der Zugverkehr abgefertigt wird. Kleinere Schutzhäuser sollen auf dem Bahnsteig aufgebaut werden, in der Zeit, wenn die alten Überdachungen fehlen. Natürlich werden diese in Stoßzeiten bei Regen und Schnee nur ein minimaler Trost sein, da sie kaum allen Schutz bieten werden. Im März nächsten Jahres wird eine temporäre Aufzugsanlage in Betrieb genommen, die einen direkten Zugang zu den Bahnsteigen gewährleistet, wenn dann auch der Zugang von der Wendeschleife zum alten Tunnel dicht gemacht wird. Es handelt sich bei den provisorischen Aufzügen um eine elf Meter hohe Stahlkonstruktion aus den Niederlanden, die es in Deutschland in dieser Form noch nicht gegeben habe, heißt es seitens der Bahn. Dafür bezahlt das Land Berlin die Mietkosten von 1,3 Millionen Euro. Lange wurde von Politik und Interessenverbänden für eine weiterhin barrierefreie Zugänglichkeit gekämpft, die ursprünglich in den mindestens drei Jahren nicht vorgesehen war. Stattdessen sollte ein Busshuttle zum nächsten barrierefreien Bahnhof wie beispielsweise Baumschulenweg fahren, aber das galt als keine gute Lösung angesichts des oft starken Verkehrs auf den Wegen hin und zurück. Es siegte zudem die Einsicht, dass ein Shuttlebus nicht wirklich preiswerter ist.
Im Zuge des Um- und Neubaus der Bahnhofshalle werden auch weitere Veränderungen vollzogen. In Verlängerung der Brückenstraße am „Zentrum Schöneweide“ vorbei entsteht ein Straßenbahntunnel unterhalb der S-Bahntrasse zur Wendeschleife, womit die Tramgleise über den Vorplatz und an den Sterndamm-Brücken entfallen können. Wenn das alles erledigt ist, der Bahnhof Schöneweide wieder in neuem Glanz erstrahlt, folgt ein dritter Bauabschnitt. Der Bahnhofsvorplatz, der Cajamarcaplatz, wird komplett neugestaltet wie sich auch die verkehrliche Situation auf der anderen Seite am Sterndamm verändern wird. Unterhalb der Bahnbrücken bekommt der Sterndamm in Richtung Michael-Brückner-Straße eine zusätzliche Spur. Die Verkehrsführung auf dem ehemaligen Sternplatz wird umgestaltet. Wie im restlichen Verlauf des Sterndamms wird dann auch dort die Straßenbahn in der Mitte zwischen zwei baulich getrennten Fahrbahnen fahren, ehe sie dann in Richtung Wendeschleife abbiegt. Es bleibt zu hoffen, dass die Bauvorhaben seitens der Bahn ohne allzu viele der in Berlin regelmäßig bekannten Verzögerungen ablaufen, damit man wieder von Niederschöneweide auf kurzem Weg zum Bahnhof Schöneweide gelangen kann. Eigentlich soll das Ende 2021 wieder der Fall sein.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)

 


Bärensiegel ist jetzt Möbel Roller

Bild: BVA
Bild: BVA

Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes der ehemaligen Bärensiegel-Fabrik konnte pünktlich zum Jahresende vollzogen werden. Am 10. Dezember eröffnete der Discounter Möbel Roller seine neue Filiale am Adlergestell 327-331 in Adlershof. Das Gebäude ist ein Hingucker. Zwar konnte von dem Backsteingebäude nicht viel mehr als die Fassade gerettet werden, aber immerhin das, auch wenn sich dahinter eine neue Halle aus Betonelementen verbirgt. Künftig können dort auf 10.000 Quadratmetern Möbel, Küchen und Elektrogeräte erworben werden. Lange wurde um das wie eine Ritterburg daher kommende Backsteingebäude und eine Nachfolgenutzung gerungen, nachdem es gut ein Vierteljahrhundert leerstand. Zwischenzeitlich war mal ein Standort von Mercedes Benz im Gespräch, doch die Automobilmarke sprang wieder ab. Am Ende stellte sich der mit 150 Filialen in Deutschland vertretene Möbel Discounter der Aufgabe den Standort Adlergestell Ecke Glienicker Weg unter der Auflage zu übernehmen, möglichst viel von dem Baudenkmal zu erhalten. Die Denkmalschützer waren dabei zu weitgehenden Zugeständnissen bereit, da die bauliche Substanz im Inneren durch den Leerstand arg gelitten hatten. Auf die stadtbildprägende Hülle kam es letztlich an. Anfang 2017 wurde mit dem Bauvorhaben begonnen. Übrig geblieben sind nunmehr äußerlich das sogenannte Apparatehaus mit seinen beiden Turmaufbauten und die verbliebenen Mauerelemente der ehemaligen Umfassungsmauer am Glienicker Weg und an der südlichen Grundstücksgrenze. Diese wurden in solider und ansprechend gestalteter Backsteinbauweise errichtet worden und stehen aufgrund ihrer für den Zeitraum um 1900 beispielhaften Industriearchitektur unter Denkmalschutz. An dieser Stelle wurde bereits 1890 ein Werk für Laborpräparate der ursprünglich in Berlin-Mitte ansässigen Chemischen Fabrik C. A. F. Kahlbaum gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Johannes Kahlbaum dann auch reinen Alkohol destillieren und zwischen 1904 und 1906 nach Plänen des Architekten Max Jacob aus rotem Backstein die Gebäude am Adlergestell errichten. 1927 erfolgte die Fusion von Kahlbaum mit Schering zur Schering-Kahlbaum AG, ab 1937 nur noch Schering AG.
Nach dem 2. Weltkrieg ging man in der DDR den Schritt vom Chemiewerk zur "Schnapsbude". Schering wurde enteignet. Der benachbarte Teil wurde zunächst VEB Schering und dann VEB Berlin-Chemie. Und am anderen am Adlergestell wurde auf Beschluss des Magistrats von Groß-Berlin vom 1. März 1949 unter dem Namen VEB Großberliner Getränkeindustrie ein Produktionsstandort gegründet, am 4 August 1950 kam es zur Umbenennung in VEB Bärensiegel. Noch 1989 produzierte der VEB Bärensiegel mit etwa 400 Mitarbeitern 26 Millionen Flaschen Hochprozentiges wie etwa „Adlershofer Wodka“, „Berliner Klarer“, „Goldkrone“ und „Wurzelpeter“, die
teils heute noch im Sortiment des Weinunternehmens Franz Wilhelm Langguth Erben GmbH & Co. KG, Traben-Trarbach beliebt sind. Die Produktion in Adlershof wurde 1994 nach dem Verkauf durch die Treuhand aufgegeben. Seither wurden einzelne Räumlichkeiten an verschiedene kleinere Gewerbetreibende vermietet, die die entsprechenden Flächen insbesondere für Lagerzwecke, als Abstellfläche für Fahrzeuge oder für kleinere Dienstleistungszwecke nutzten. Jetzt zieht neues Leben ein.
(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Da geht was! Da geht noch mehr! – ein Rück- und Ausblick im Kosmosviertel

Eröffnung Nachbarschaftstreff WaMa © B. Barthmann
Eröffnung Nachbarschaftstreff WaMa © B. Barthmann

Pressemitteilung des QM Kosmosviertel

Viel hat sich in diesem Jahr getan im Kosmosviertel. Eine ganze Reihe neuer Veranstaltungen und Aktionen wurden von Menschen aus dem Kiez auf den Weg gebracht und haben einen Beitrag dazu geleistet, das Leben im Quartier spürbar zu verbessern und die Menschen im Kiez näher zusammenrücken zu lassen. Ein anstehender Jahreswechsel bietet immer einen guten Raum noch einmal auf das Geschehene zurückzublicken.

2018 – ein Jahr voller Premieren und Highlights

Mit einer Premiere startete das Quartiersmanagement in den Januar. Erstmals diskutierten auf der Gebietskonferenz Mitarbeiter aus allen wichtigen Einrichtungen und Ämter des Bezirkes, darüber wie die Arbeit im Kosmosviertel bislang läuft, wo etwas fehlt und wo man noch besser zusammenarbeiten kann. Eine gute Grundlage im Jahr 2018 so einiges auf die Beine zu stellen. Vor allem im Bereich der Beratung und Unterstützung hat sich daher auch einiges getan. Und so stehen dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bezirk Treptow-Köpenick die unabhängige allgemeine Sozialberatung, der Infopoint Alleinerziehende, die mobile Kiezberatung und seit November auch die bezirkliche Mieterberatung den Menschen zur Seite. Auch gebaut wurde in Abstimmung mit dem Bezirk und dem Land Berlin fleißig. Von den Ergebnissen überzeugen lassen kann man sich bereits auf dem Abenteuerspielplatz Waslala mit einem neuen Haus und den ersten Fortschritten im Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi. Große Spannung liegt auch bei der Grundschule am Pegasuseck in der Luft. Hier wird gerade mit Schülern, Lehrern und Eltern geplant wie die Sanierung und Weiterentwicklung in den nächsten Jahren aussehen soll.

Doch auch Wohlfühlen und Spaß standen im Zentrum. Lange hat sich in den Grünanlagen wenig getan. Das sollte sich ändern. Gesagt getan, Heckenschere, Besen und Schaufel in die Hand, Graffiti-Dosen ausgepackt und schon sieht’s wieder ein wenig besser aus. Der in diesem Jahr außerordentlich lange und schöne Sommer bot so Platz für viele Aktionen. Da ist zu erinnern an weitere Treppenhauscafés, das erste Kinderfest im Kosmosviertel, das Public Viewing zu den Spielen der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM, das Kiezfest sowie das erste und zweite Kiezpicknick im Kosmosviertel. Erstmals fand ein Trödelmarkt im Kosmosviertel statt, der ab sofort regelmäßig stattfinden soll. Fußball gespielt werden kann ab sofort auf dem neu gestalteten Bolzplatz an der Schönefelder Chaussee 191, der gleich mit dem 1.Kosmos-Soccer-Cup eingeweiht wurde. Und mittlerweile alle Jahre wieder endet das Jahr mit dem schon fast traditionellem Weihnachtsmarkt zum Mitsingen, einem der wohl schönsten Aktionen des ganzen Jahres.

 

Da ging der zweite Geburtstag des Quartiersmanagement fast unter. Im Frühjahr wurde nämlich eine ganze Woche lang gefeiert. Mit allerlei Aktionen von einem Mitmach-Zirkus über einem Lastenfahrrad-Parcours bis hin zu einem 1. Treppenhaus-Café und der obligatorischen Geburtstagstorte. Seinen zweiten Geburtstag und damit auch den Abschied feierte später im Jahr auch der Quartiersrat. Über zwei Jahre engagierten sich viele Nachbarn hier in vielen Diskussionen und Aktionen für ihren Kiez. Nach erfolgreicher und anstrengender Arbeit wurde nun neu gewählt und seit November stellen sich wieder sechszehn Nachbarn der Herausforderung mitzuentscheiden wie sich das Kosmosviertel weiterentwickeln soll. Oft geschieht dies in der wohl größten Errungenschaft des Jahres 2018. Dem neuen Nachbarschaftstreff „WaMa“, der Alten Waschmaschinenbörse. Bis mindestens Ende 2020 stehen hier nun für Jung und Alt Räume bereit um zu quatschen, zu spielen, zu sägen, diskutieren oder zu feiern.

Kinderfest im Kosmosviertel © J.Schmidt
Kinderfest im Kosmosviertel © J.Schmidt
Kiezfest im Kosmosviertel © J. Schmidt
Kiezfest im Kosmosviertel © J. Schmidt

Aber da geht noch mehr - Ein kurzer Ausblick für 2019

Viel passiert in 2018, doch das war’s noch lange nicht. Was erwartet uns im kommenden Jahr 2019? Auch dazu wollen wir einen kleinen Ausblick liefern. Dazu wird erst einmal viel geplant und diskutiert. Denn nach drei Jahren Quartiersmanagement im Kosmosviertel wird Bilanz gezogen. Und so wird bis Ende Juni der neue Masterplan, das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept, für die kommenden Jahre festgelegt. Gemeinsam sollen hier Nachbarn, Vereine und Einrichtungen, aber auch die Mitarbeiter aus dem Bezirk diskutieren wie es nun weitergeht, was schon gut ist, was dringend gebraucht wird und am wichtigsten wie man das zusammen hinbekommt. Also nicht wundern, wenn bald mal das Quartiersmanagement auf der Matte steht und nachfragt, was es wirklich braucht.

Vieles hängt von den Ergebnissen ab, doch natürlich wird nicht nur geredet. Spannend wird es weiter beim Thema Bauen. Richtfest bei Cabuwazi, feierliche Eröffnung auf dem Abenteuerspielplatz und nach intensiven Monaten der Planung und Beteiligung an der Grundschule vielleicht auch schon dem Spatenstich zur Sanierung und Weiterentwicklung gegen Ende des Jahres. Wir sind gespannt! Außerdem wird im Laufe des Jahres festgelegt was die nächsten wichtigen Bauvorhaben sind. Im Zentrum stehen dabei die bislang unsanierten Kitas, aber auch die vielen Grünanlagen im Kosmosviertel. Wer hier schon vor den Umbaumaßnahmen aktiv werden will, wird auch weiterhin vom Projekt FreiraumGestalten unterstützt. In Absprache mit dem Grünflächenamt sollen so schon kleine Verbesserungen in den Grünanlagen umgesetzt werden. Ein Beschilderungssystem, Schattenplätze auf Spielplätzen und mehr Angebote für Hundebesitzer sind bereits geplant. Platz für noch mehr Ideen gibt es aber immer.

Weiter geht’s natürlich auch im neuen Nachbarschaftstreff WaMa. Während das Jahr 2018 vor allem im Zeichen des Umbaus und kleinerer Projekte stand, geht es 2019 richtig los. Mit festen Öffnungszeiten, einem wöchentlichen Café-Angebot, regelmäßigen Bastelveranstaltungen, der neuen Kino-Anlage des Kosmos-Film-Klubs und trotzdem viel Platz für neue Angebote und Ideen. Vorbeischauen lohnt sich also in jedem Fall! Das große Ziel für das Jahr 2019 ist wieder mehr Freizeit- und Kulturangebote ins Kosmosviertel zu holen und den Kiez auch in den Ferien und am Wochenende lebendig zu machen. Der Startschuss ist gemeinsam mit der Volkshochschule und dem Verein KulturLeben bereits gefallen. Außerdem sind auch wieder viele Aktionen von Nachbarn wie regelmäßige Trödelmärkte, das Kinderfest und natürlich auch der Weihnachtsmarkt fest eingeplant. Für alle weiteren Ideen stehen im Quartiersmanagement wieder 10.000€ für Aktionen bis zu 1.500€ zur Verfügung bereit. Was dann wirklich passiert entscheidet allerdings nicht das Quartiersmanagement, sondern wie gehabt die Aktionsfondsjury aus der Nachbarschaft.

 

Dem Kosmosviertel steht also ein ereignisreiches Jahr 2019 bevor. Ein Jahr, auf das sich das Team des Quartiersmanagements sehr freut um gemeinsam mit Groß und Klein, Alt und Jung, Leben in den Kiez zu bringen und sich gegenseitig zu unterstützen. Und so heißt es auch 2019 wieder „keine Idee ist zu verrückt, gemeinsam bekommen wir das schon hin“, getreu dem Motto, das sich der Quartiersrat gesetzt hat „Ein Kiez verbindet!“

Quartiersbüro Kosmosviertel
Quartiersmanagement- und BENN-Verfahren
Schönefelder Chaussee 237
12524 Berlin - Tel: (030) 77 32 01 95 
: www.kosmosviertel.deE-Mail: team@kosmosviertel.de 


Alte Fleischerei Staske soll nach 150 Jahren Kita weichen

Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.
Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.

Für das Grundstück Grünauer Straße 63 in Altglienicke wurde beim Bezirksamt ein Bauantrag auf den Neubau einer Kindertagesstätte für 130 Kinder sowie vier Ein-Zimmer-Wohnungen gestellt. Für insgesamt 4,1 Mio. Euro sollen dort drei- bis vier geschossige Gebäude mit Keller und einer Geschossfläche von ca. 980 m² Geschossfläche entstehen. Damit droht leider einem recht alten und traditionsreichen Gebäude im Ortskern die Abrissbirne. "Landfleischerei & Imbiss" steht immer noch am Giebel. Seit 1869 war hier als Stammhaus eines Familienbetriebes in mehrfacher Generation die Fleischerei Staske ansässig. Vergangenes Jahr gab recht überraschend Inhaber Jörg Staske den letzten noch in Berlin selber schlachtenden Fleischereibetrieb auf, obwohl auch dessen Sohn noch das Handwerk erlernte und einmal übernehmen sollte. Familie Staske verkaufte das Haus sowie seine beiden Filialen im Taut-Center am Bahnhof Grünau und an der Dörpfeldstraße. Begonnen hatte alles hier vor 149 Jahren unter dem Namen des Fleischermeisters Stadelhoff, daraus wurde kurze Zeit Lebsa und Kowallek und dann ab 1971 Staske. Die Fleischerei Staske war weit über Altglienicke hinaus in Berlin und Umgebung bekannt. Da es in Altglienicke selber kein Vieh von bäuerlichen Höfen mehr gab, fuhr der Chef persönlich regelmäßig ins Brandenburger Umland, um sich Rinder und Schweine auszusuchen, die er dann in der hauseigenen Schlachterei zu Aufschnitt, Braten, Spanferkel oder Würsten verarbeitete. In den drei Läden wurde das ganze entsprechend verkauft. Dazu zählte vor Ort ein Imbiss, wo die Menschen zu Frühstück und Mittagstisch einkehrten oder die Currywurst mit einer selber kreierten Tomatensoße verzehrten. Eine besondere Spezialität waren Produkte aus Pferdefleisch.

Es ist nicht nur schade, dass ein traditionsreicher Altglienicker Familienbetrieb so kurz vor seinem 150. Geburtstag plötzlich verschwunden ist. Insgesamt machten im Südosten Berlins zuletzt mehrere recht alte Fleischereien dicht, was auch mit veränderten gesetzlichen Bestimmungen im Land Berlin zu tun hat. Fleischfachgeschäfte findet man immer weniger. Es regiert die anonyme Fleischtheke in Supermärkten mit Massenproduktion. Traurig ist es zugleich, dass erneut ein das Ortsbild prägendes Gebäude verschwinden soll. Der mit einem Satteldach versehene Eingeschosser zählt zur historischen Bebauung des einst eigenständiges Dorfes Neuglienicke, wie es 1764 von Pfälzer Zuwanderer entlang der Grünauer Straße gegründet wurde. Noch zu Beginn der 1990er Jahre war Neuglienicke als einstige Siedlung von Kleinstbauern erkennbar. Einige Häuser wurden komplett umgebaut, andere abgerissen. Auch zwei ältere länger leerstehende Kolonistenhäuser unter den Nummern 22 und 26 werden (wie im "Dörferblick" schon mal berichtet) wohl bald dazu gehören. Der Denkmalschutz hält sich immer wieder zurück. Es heißt dort gerne, Häuser seien über den Laufe eines Jahrhunderts verändert worden, nicht mehr im Originalzustand oder die Sanierung sei finanziell nicht mehr dem Eigentümer zumutbar. Damit werden wohl bald auch die letzten Spuren verschwunden sein, dass es neben Altglienicke die Gemeinde Neuglienicke gab. Ohne Rücksicht baut man in das alte Dorf dann Drei- bis Viergeschosser hinein, weil schon mal zwei Eckhäuser in dieser Höhe kurz nach 1900 mit wohlgegliederter wilhelminischer Schmuckfassade errichtet wurden. Nach den geltenden Baubestimmungen darf nämlich so hoch gebaut werden, wie es an Geschosshöhe in der Nachbarschaft schon vorhanden ist - auch wenn solche Großstadtbauten hier Ausnahmen geblieben sind und 100 Jahre kleinteiliger Einfamilienhausbau folgten, denn wer von Berlin nach Altglienicke zog, tat es ja gerade um von den engen Mietskasernen ins Grüne zu entfliehen. Unter dem Label fehlender Wohnungen wird seit einigen Jahren in Vorortlagen wieder das Maximalmögliche ausgereizt und auch auf Kosten historischer Bausubstanz gnadenlos verdichtet. So heißt es wohl im kommenden Jahr auch von diesem traditionsreichen Haus aus dem 19. Jahrhundert mit seinen mintgrünen Fliesen und nach hinten dem Schlachthof in märkischer Ziegelarchitektur Abschied zu nehmen. 

(Text wurde vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt. Danke)


Altglienicker Wirtschaftsverband will mit Gewerbestammtisch Kosmosviertel voranbringen

Im Altglienicker Kosmosviertel gelang es im Laufe des  Jahres einen neuen Gewerbestammtisch zu etablieren. Dazu ging im Vorfeld das Quartiersmanagement auf den schon seit 2003 bestehenden „Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmer und Umgebung e.V.“ zu. Ausgangspunkt war die vorübergehende Schließung des Edeka-, früheren Kaiser’s-Verbrauchermarktes an der Siriusstraße für die Errichtung eines Neubaus. Mit der Baumaßnahme standen viele Gewerbetreibende im Wohngebiet vor dem großen Problem, an Laufkundschaft zu verlieren. Es galt einen geeigneten Träger zu finden, der das dort ansässige Gewerbe vernetzt, Strategien für die Bauphase entwickelt und sich Gedanken dazu macht, wie die Gewerbestruktur im Kosmosviertel grundlegend verbessert werden kann. Zudem ist zu berücksichtigen, mit der voraussichtlich im Februar 2019 anstehenden Eröffnung des großen Edeka-Centers unter möglichen neuen Konkurrenzsituationen im Sortiment zu bestehen.

Der Altglienicker Wirtschaftsverband nahm sich dieser Aufgabe vor einem Jahr an. Erst vor zwei Jahren hatte sich dieser personell neu aufgestellt, nachdem der bisherige Vorsitzende Peter Schulz von der Gaststätte Ebel nicht mehr antrat. Der neue, Holger Seidel, 49 Jahre alt, frisch verheiratet, eine zweijährige Tochter und seit sechs Jahren in Altglienicke lebend, selber in einer Handelsagentur im Energiebereich tätig, übernahm und fand ein Team weiterer Mitstreiter, das über den Vorstand mit Michael Vogel und Jörn Anhalt als Stellvertreter, Gabriela Bugs als Kassenwartin, hinausgeht. 

Ziel der Neuen war es ohnehin junger und frischer als bisher daher zu kommen, die Zahl der bisher sich vor allem auf den alten Ortsbereich konzentrierenden Mitglieder signifikant zu erhöhen, auch halt durch Gewerbetreibende im Kosmosviertel. Man versteht sich dabei nicht nur als Interessenvertretung Gewerbetreibender, sondern zugleich als Bindeglied zur Bevölkerung und ein Beförderer besserer Einkaufsmöglichkeiten für alle. Gerne unterstützt der Wirtschaftsverband auch andere regionale Vereine und Initiativen. Es werden seitdem neben dem alljährlichen Altglienicker Spätsommerfest wieder verstärkt Veranstaltungen und Workshops angeboten. Unter wirtschaftsverband-altglienicke.de gibt es eine eigene Internetpräsenz. 

Was das Kosmosviertel betrifft wurde im Dezember 2017 eine erste Weihnachtsaktion mit einer auch redaktionell gestalteten Anzeige in der „Berliner Woche“ gestartet, die bezirksweit für den Handelsstandort im Neubaugebiet warb. Im weiteren Verlauf kam ein monatlich sich treffender Gewerbestammtisch zustande. Es folgten diverse Marketingaktionen mit einem nun seit November ebenso monatlich erscheinenden Werbeflyer, der in einer Auflage von 7.500 Exemplaren an die Haushalte geht. In ihm bieten unter anderem die Geschäfte im Kosmosviertel spezielle Rabattaktionen für den Einkauf an. Die Gutscheine stoßen in der Anwohnerschaft bereits auf großes Interesse. Hinzu kommt nunmehr eine weitere Webseite mit kosmosviertel-altglienicke.de, welche die ortsansässigen Gewerbetreibenden vorstellt, ein dynamisches Kartenmaterial mit der besten Anfahrt und Parkmöglichkeiten enthält, aber auch die neuesten Infos aus dem Gebiet bereitstellt. Die Seite verfügt zugleich über ein Schwarzes Brett, in dem Bürgerinnen und Bürger Dinge veröffentlichen können. Entwickelt wurde ein QR-Code, den Geschäfte bei sich anbringen können, der dann auf die jeweilige Internetseite führt und Interaktionen erlaubt. Aus den Mitteln des Quartiersmanagements stehen dem Wirtschaftsverband bis Ende 2019 finanzielle Mittel in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung, um eine Strukturverbesserung anzuschieben.

Hierzu führt der Wirtschaftsverband als lokale Interessensvertretung auch Gespräche mit den Vermietern von Gewerbeflächen durch, von denen es drei größere gibt. Dabei geht es um die Beseitigung von Leerstand, die Gestaltung von Gewerbemieten und wie attraktive Geschäfte in das Wohngebiet geholt werden können, um wieder zu einem besseren Angebot zu kommen, welches womöglich verstärkt Menschen ebenso aus anderen Teilen der Region anzieht. Fragen stellen sich dabei, inwieweit die Ladenpassage nahe der Siriusstraße auch baulich aufgewertet werden kann.

Erst steht alles am Anfang der Arbeit, aber es ist ein weiterer Schritt gemacht, das Wohnumfeld im Kosmosviertel spürbar qualitativ aufzuwerten. 

(Text wurde vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt. Danke)