Verkehrseinschränkungen auf der BAB A113

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow-Köpenick vom 02.04.2019

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchte auf eine Pressemeldung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz aufmerksam machen.

Grundinstandsetzung von zehn Zu- und Abfahrtsrampen von Anschlussstelle (AS) Späthstraße bis AS Adlershof
Zur Instandhaltung der Bundesautobahn BAB A 113 im Bereich der Anschlussstellen (AS) Späthstraße, AS Johannisthaler Chaussee, AS Stubenrauchstraße und der AS Adlershof müssen Baumaßnahmen durchgeführt werden, da die Betonfahrbahn eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion, den sogenannten „Betonkrebs“, aufweist.
Es erfolgt der Vollausbau von zehn Zu- und Abfahrtsrampen in vier separaten Bauabschnitten über das Jahr 2019 verteilt. In den vergangenen Jahren konnte auf der A 113 bereits die Sanierung der Hauptfahrbahn abgeschlossen werden. 
1. Bauabschnitt: Anschlussstelle Stubenrauchstraße
Die Baumaßnahmen umfassen die Sperrung vom 15.04.2019, 5:00 Uhr bis zum 11.05.2019, 22:00 Uhr aller vier Rampen von und zur Autobahn.
In der Zeit vom 20.5.19 bis 22.06.2018 sind weitere Fahrbahneinschränkungen auf drei Bauabschnitten notwendig. Für die Umsetzung dieser Sperrungen sind je Bauabschnitt jeweils elf Tage vorgesehen. Der genaue Beginn wird noch abgestimmt. Betroffen sind: 
2. Bauabschnitt: Anschlussstelle Adlershof
Es erfolgen die Sperrungen der Abfahrtsrampe in Fahrtrichtung Süd und der Zufahrtsrampe in Fahrtrichtung Nord. 
3. Bauabschnitt: Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Späthstraße
Es werden die AS Johannisthaler Chaussee, Zufahrtsrampe in Fahrtrichtung Nord, und AS Späthstraße, Abfahrtsrampe in Fahrtrichtung Nord, gesperrt. 
4. Bauabschnitt: Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Späthstraße
Die Baumaßnahmen umfassen die Sperrungen der AS Johannisthaler Chaussee, Abfahrtsrampe in Fahrtrichtung Süden, und der AS Späthstraße, Zufahrtsrampe in Fahrtrichtung Süden.
Die Verkehrsteilnehmer werden weiträumig auf die Sperrungen der jeweiligen Autobahnzu- und -abfahrten mittels Beschilderung hingewiesen. Für die Umleitungsstrecken sind die Lichtsignalanlagen für die geänderten Verkehrsströme optimiert worden. Zusätzlich werden Umleitungsrouten für Gefahrguttransporte eingerichtet. Wir bitten für die anstehenden Arbeiten und die sich daraus ergebenden Verkehrseinschränkungen um Verständnis.


1. Bohnsdorfer Fotowettbewerb

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow-Köpenick vom 02.04.2019

Vom 01.04.2019 bis 31.08.2019 findet der 1. Bohnsdorfer Fotowettbewerb statt. Er richtet sich an alle, die den Kiez bebildern und ihre Sicht Bohnsdorfs fotografisch festhalten wollen. Die Preisbekanntgabe findet am 01.10.2019 auf der Webseite https://bohnsdorfer-impressionen.de/ statt. Es gibt Sachpreise zu gewinnen und die besten Bilder werden im Rahmen einer Ausstellung im KIEZKLUB Bohnsdorf gezeigt.
Alle Hintergrundinformationen und die Möglichkeiten zum Mitmachen finden Sie unter: 
https://bohnsdorfer-impressionen.de/. Hier gibt es neben den Teilnahmebedingungen auch hilfreiche Tipps für ein gelungenes Foto.
Das ehrenamtlich organisierte Projekt wird von der Kiezkasse Bohnsdorf und dem FEIN-Förderprojekt „Bohnsdorf – ein Ort in Bewegung“ unterstützt. Informationen zum FEIN-Projekt finden Sie unter 
www.fein-bohnsdorf.de


Mein Leben im Weltkulturerbe „Tuschkastensiedlung“ von Bruno Taut

Professor Florian Osburg
Professor Florian Osburg

Vortrag im neuen Bürgerhaus Grünau von Professor Florian Osburg

Ein überaus erfolgreicher Start für das neue Bürgerhaus Grünau unter der Federführung des Ortsverein Grünau e.V. ! Der Veranstaltungsraum war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt. Geladen war Professor Florian Osburg, junggebliebener 90 jähriger Gartenstädter von Geburt im Jahr 1928 an. Historiker, Buchautor, sowie Geschichtslehrer, als welchem Grund er vor allem vielen Altglienickern noch gut in Erinnerung ist. Nach einführenden Worten von Fr. Dr. Sabine Hamm vom Ortsverein Grünau, konnte die Zeitreise beginnen. Begleitet von vielen neuen Fotografien, sowie einigen historischen Aufnahmen aus den 20ger Jahren, wurde ein Füllhorn an Wissenswertem zur Falkenberger Gartenstadt vermittelt. Ob die Quadratmeterzahlen der verschiedenen Wohnungsgrößen, der Eigenanteil von 200 Goldmark, welcher in Raten zu 2 Reichsmark beglichen wurde, oder die Gartengröße von 124 m2 zu jeder Wohnung, alles war zu erfahren.

Von großem Wert waren natürlich die persönlichen Erlebnisse, die berühmten Volksfeste der linken Bewohnerschaft in den 20ger Jahren mit tausenden Besuchern aus Berlin, über die Kriegsgefangenenlager ringsum, die letzten Kriegstage, ungewöhnliche Bewohner, aber auch lustige Begebenheiten, welche mit viel Humor einem gespannten Publikum vorgetragen wurden. Am eindrucksvollsten war der Enthusiasmus des Vortrages, die Begeisterung über die so oft bewunderte Schönheit der Siedlung, die im Jahre 2008 Teil des UNESCO Weltkulturerbes wurde.

Prägnante Sätze wie „Wenn eine Haustür grün oder gelb ist, ich weiß nicht warum, aber schön ist es“, zum erfolglosen Nachdenken zu einer Struktur der gewählten Farbgebung der einzelnen Häuser, oder bei der Beschreibung der Bewohnerstruktur der linken GartenstadtSiedlung „Es war kein Widerstandsnest“, machten die knapp eineinhalb Stunden zu sehr guter Unterhaltung!

Der Anfang im Bürgerhaus Grünau am neuen Standort ist gemacht. Ich wünsche dem Team vom Ortsverein Grünau weiterhin gutes Gelingen und uns Besuchern weiterhin so viel Freude beim nächsten Besuch! (Text und Bilder von Ronald Seiffert)


Bürgermeister Igel eröffnete Ausstellung über 30 Jahre Kosmosviertel in der WaMa

Im Rahmen eines Jahresauftaktempfangs lud am 15. Februar 2019 der Bürgerverein Altglienicke in die Räume des Nachbarschaftstreffs WaMa in der Ortolfstraße 206B ein. Dabei wurde feierlich eine Ausstellung zur 30-jährigen Geschichte des Kosmosviertels eröffnet, welche dank einer Kooperation mit dem Projekt Kiezband die kommenden Monate dort zu sehen sein wird. Möglich wurde eine solche Präsentation außerhalb des im Bürgerhaus befindlichen Altglienicke Museums, da im Vorfeld aus Mitteln des Aktionsfonds Gelder bewilligt wurden, um mobile Ausstellungswände und Galerieschienen anzuschaffen.

Eine kurze Eröffnung machte für den Nachbarschaftstreff WaMa Marion Krippner von Kiezband, die das Wort an Bezirksbürgermeister Oliver Igel übergab. Der Bürgermeister lobte die Aktivitäten des Bürgervereins für die kontinuierliche Aufarbeitung der Altglienicker Geschichte und dass diesem kein Jubiläum im Ortsteil entgehe, während es sich in manchen anderen Ortsteilen schwieriger gestalte. Dort müssten Feierlichkeiten vom Bezirksamt angeregt werden. Hier könnte nun auf 30 Jahre Kosmosviertel zurückgeblickt werden, wo sich aktuell vieles bewege. Igel ging auf die anstehende Übertragung von Wohnungen von der Schönefeld Wohnen GmbH an die kommunale Wohnbauten-Gesellschaft Stadt und Land ein, womit sich einiges bei der Weiterentwicklung des Viertels vereinfache. Bezüge nahm er auch auf die Geschichte des Wohngebietes und dass sich manches wiederhole. Schon in den späten 80er Jahren hätte es aus der Bürgerschaft im Einfamilienhausbereich Proteste gegen eine allzu hohe und dichte Bebauung dieses Areals gegeben, so dass hier und da nachgebessert wurde. Dieses sei in heutiger Zeit nicht anders, wenn es darum gehe, Flächen für zusätzlichen Wohnungsbau zu erschließen.

Ein Streifzug durch die Geschichte des Kosmosviertels

Danach sprach der Bürgervereins-Vorsitzende Joachim Schmidt zur Geschichte des Kosmosviertels. Mit historischen Karten wurde eingangs verdeutlicht, wie sich hier bis in die zweite Hälfte der 80er Jahre hinein nur Ackerflächen befanden, es aber schon in den 30er Jahren einmal Pläne gab, im Rahmen der Errichtung der Gagfah-Siedlung bis südlich über die heutige Venusstraße hinaus Eigenheime zu errichten. Diese Pläne kamen kriegsbedingt nicht zur Ausführung. 1987 beschloss der Ost-Berliner Magistrat im Süden Altglienickes komplexen Wohnungsbau zu errichten, der vor allem den Wohnungsbedarf für Mitarbeiter bei Interflug, Akademie der Wissenschaften und Wachregiment „Feliks Dzierzynski“, aber auch der Industriearbeiter in Oberschöneweide befriedigen sollte. Das alles stand im Rahmen einer DDR-Wohnungsbauoffensive, die auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossen wurde, um die „Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990“ zu lösen. In diesem Zuge entstanden durch die Bebauung bislang landwirtschaftlich genutzter Flächen 1979 Marzahn, 1985 Hohenschönhausen und 1986 Hellersdorf als drei neue Berliner Stadtbezirke. 


Auch Altglienicke sollte mit einem ursprünglich für 50.000 Menschen geplantes Wohngebiet, das auch die gesamte Gemeinde Schönefeld umfassen sollte, bis zum Jahr 1992 ein eigenständiger Stadtbezirk werden. Als Architekt verantwortlich für diese Neubaugebiete, so auch das Kosmosviertel, war der Ost-Berliner Chefarchitekt Roland Korn (*1930), der vorher für das alte Schlossportal im Staatsratsgebäude, im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes für das Hotel-Hochhaus „Interhotel Stadt Berlin“ und das „Haus des Reisens“ sowie die unterdessen abgerissene Großgaststätte „Ahornblatt“ war. Am 17. Januar 1989 wurde an der Venusstraße die erste Platte gesetzt und da die politische Zielsetzung war, zum 40. Jahrestag der DDR ersten Bezug zu melden, zogen im September 1989 die ersten Menschen ein. Nach dem Fall der Mauer und letztlich dem Ende der DDR setzte ein Baustopp ein. Plattenbausiedlungen galten nicht mehr als zeitgemäß. Entschieden wurde, dass das, was man heute als Kosmosviertel kennt und schon hochgezogen war, noch mit dem Innenausbau fertigzustellen und dem Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen. Wo im heutigen Kölner Viertel und in Schönefeld-Wehrmathen nur einige wenige Kellerfundamente standen, blieb der Stopp und wurden die Gebiete architektonisch neubeplant. Schmidt verwies dabei auf ein in der Ausstellung aufgestelltes Modell, wie das Neubaugebiet eigentlich aussehen sollte.


Aufgezählt wurde, was alles in diesem Gebiet mal an Kaufhallen, Kitas, Schulen, Wohngebietsklubs, Jugendklubs, Gaststätten etc., aber auch eine Schwimmhalle, eine Post, ein Stadion und ein Kaufhaus geplant waren. Ebenso hätte es eine großzügige Straßenplanung mit vier bis sechs Spuren vom Adlergestell zur Neubausiedlung gegeben, für die größere Teile des historischen Ortskerns rund um die Pfarrkirche abgerissen werden sollten. Die fertiggestellte Plattenbausiedlung hieß auch anfangs nur Wohngebiet 2, bis auf eine Initiative des Bürgervereins hin, es den Namen Kosmosviertel bekam, angelehnt an die Straßennamen nach Himmelskörpern.

Ein Blick auch in die Gegenwart mit dem Film "Kosmos Berlin"

Nach der ganzen Historie hieß es sich ebenso dem Aktuellen im Kosmosviertel zu widmen. Dazu wurde nochmals der 2018 veröffentlichte Film „Kosmos Berlin“ gezeigt. Vorab gab es einführende Worte von Benjamin Barthmann, der Vorstandsmitglied im Bürgerverein Altglienicke ist und an dem Filmprojekt beteiligt war. Dann wurde auch die Ausstellung und das Büffet offiziell eröffnet. Die Anwesenden konnten sich alte Bauzeichnungen, Zeitungsausschnitte und jede Menge Bilder aus 30 Jahren anschauen. Lange saß man noch zusammen, um über das eine und andere im Wohngebiet zu sprechen, etwa wie man selber die Jahrzehnte hier erlebt hat.


Wann kann die Ausstellung gesehen werden?

Die Ausstellung kann ab sofort zu sämtlichen Öffnungszeiten im Kiezladen WaMa an der Ortolfstraße 206B angeschaut werden. Dieses ist mindestens jeden Mittwoch von 11 bis 17 Uhr. (Text von Joachim Schmidt und Bilder von Benjamin Barthmann)


Kosmos Film Klub lädt zum gemeinsamen Filmeschauen

Foto: QM Kosmosviertel
Foto: QM Kosmosviertel

Ein echtes Kino gibt es in Altglienicke schon lange nicht mehr. 1963 schloss das im alten Ortskern gelegene Lichtspieltheater „Corso“ nach 53 Jahren seine Pforten. Nun gibt es seit Dezember 2018 wieder ein Angebot gemeinsam Filme zu schauen. Am 12.12. fand im Kosmosviertel im Nachbarschaftstreff WaMa die Filmpremiere von „Kosmos Berlin“ statt, einem Kurzfilm über das Wohngebiet statt. In dessen Entstehungsphase bildete sich aus der Anwohnerschaft heraus auch eine Gruppe „Kosmos Film Klub“, die in den Räumlichkeiten an der Ortolfstraße 206B regelmäßig Filme zeigen will. Das Motto lautet: Kosmos Film Klub – Dein Nachbarschaftskino.
Für alles Wichtige ist in dem Kiezladen mit seinen doch vielfältigen Freizeitangeboten gesorgt: Es gibt eine große Leinwand, einen Projektor, eine entsprechende Bestuhlung und natürlich auch eine Popcorn-Maschine. Dazu werden alle zwei Wochen an einem Mittwoch Wunschfilme präsentiert. Dabei soll man auch nie im falschen Film sein, denn jeder kann mitentscheiden, was beim nächsten Mal gezeigt wird. Zusätzlich bietet sich im Anschluss die Möglichkeit, bei einem Drink mit Freunden über den Film zu reden. Das ist auch der Grundgedanke, der hinter dem Projekt steht. Man will im Rahmen der Freizeitgestaltung Menschen aus der Altglienicker Nachbarschaft zusammenführen: Gemeinsames Filmeschauen und anschließend noch etwas miteinander ins Gespräch kommen. Vielleicht entsteht daraus auch die eine und andere Freundschaft.
Vorschläge und Fragen zum Kosmos Film Klub können jederzeit an die E-Mail-Adresse
Kosmosfilmklub@gmail.com gerichtet werden.
Die nächsten Film-Termine sind am 06.02.2019, 27.02. und 13.03.2019, jeweils um 18.00 Uhr, im Kiezladen „Alte Waschinenbörse“ (WaMa) in der Ladenpassage Ortolfstraße.
Was dann jeweils gezeigt wird, kann man zum einen über einen Newsletter erfahren, der über die E-Mail-Adresse angefordert werden kann, zum anderen ist es im Schaufenster ausgehängt oder auf der Facebook-Seite von „Kiezband“ ersichtlich.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Rekommunalisierung im Kosmosviertel: STADT UND LAND erwirbt 1.821 Wohnungen

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow-Köpenick vom 11.02.2019

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchte auf eine Pressemeldung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen aufmerksam machen:

Nach langwierigen Verhandlungen hat die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH in Altglienicke ein Portfolio von 1.821 Wohnungen und 22 Gewerbeeinheiten von der Schönefeld Wohnen GmbH & Co. KG erworben.
Senatorin Katrin Lompscher: „Mit der Unterzeichnung des Notarvertrags kommt ein regelrechter Verhandlungsmarathon zu einem guten Ende. Ich freue mich sehr, dass es durch den beharrlichen Einsatz der Stadt und Land und die Unterstützung des Senats gelungen ist, den Bestand im Kosmosviertel zu rekommunalisieren. 1.821 Wohnungen und 22 Gewerbeeinheiten gehen so in Landesbesitz über. Mit diesem Kauf erweitern wir die Bestände der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften deutlich und sorgen so dafür, dass Wohnen in Berlin für immer mehr Menschen bezahlbar bleibt.“
Bei den angekauften Wohnungen im Kosmosviertel handelt es sich um 17 Gebäude, mit einer Höhe zwischen sechs und elf Geschossen. Der Bau der Wohnungen, überwiegend 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, wurde in den Jahren 1991 und 1992 abgeschlossen. Über den Kaufpreis wurde zwischen beiden Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart. Die Übertragung der Wohnungen an die STADT UND LAND soll im April 2019 erfolgen.
Die erworbenen Wohnungsbestände liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bestandsimmobilien des kommunalen Wohnungsbauunternehmens STADT UND LAND. Auch das Bauvorhaben „Altglienicker Höfe“ mit 406 Neubauwohnungen befindet sich im nahen Umfeld. Die Wohnungen des ersten Bauabschnitts sind bereits in der Vermietung, die beiden weiteren Bauabschnitte werden im Laufe dieses Jahres fertiggestellt. Damit wird die STADT UND LAND die Ziele für ihre Bestandsentwicklung durch Ankauf- und Neubauinvestitionen in dieser Legislaturperiode erreichen.

Mieter-Erfolg für das Kosmos-Viertel

Bezirksbürgermeister Oliver Igel erklärt:

Der erfolgreiche Ankauf von mehr als 1800 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten aus den Wohnungsbeständen der „Schönefeld Wohnen“ durch die städtische Wohnungsgesellschaft Stadt und Land ist eine gute Nachricht für das Kosmosviertel in Altglienicke. Ich danke allen Beteiligten, insbesondere bei der Stadt und Land, für ihre Beharrlichkeit in den Verhandlungen. Die real drohende Gefahr, dass die Bestände an private Investoren mit spekulativen Absichten gehen, verbunden mit der Aussicht auf drastisch steigende Mieten, ist damit abgewendet worden. Das Bezirksamt hat das Vertrauen in die Wohnungsgesellschaft Stadt und Land, die Mieterinnen und Mieter in den Mittelpunkt zu stellen. Ich danke aber auch dem bisherigen Eigentümer dafür, dass er die Bestände in die kommunale Hand zurückgibt. Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach mit dem Eigentümer und der Stadt und Land gesprochen und die Lösung unterstützt. Gemeinsam mit Baustadtrat Rainer Hölmer haben wir die Notwendigkeit des Ankaufs wiederholt gegenüber der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen begründet. Ziel muss es jetzt sein, den Mieterinnen und Mietern schnell Klarheit zu verschaffen, was sich mit dem Eigentümerwechsel ändern wird


Bauvorhaben Riviera und Gesellschaftshaus in Grünau – Aktueller Sachstand

Pressemitteilung des Bezirksamt Treptow-Köpenick vom 13.02.2019

Auf dem Grundstück Regattastr. 161-167 in Grünau wurden weitere Baugenehmigungen für den geplanten Bau einer Senioreneinrichtung erteilt.
Die neuen Grundstückseigentümer planen unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Bausubstanz die Errichtung von vier neuen Gebäuden auf zwei gegenüberliegenden Grundstücken. Die Seniorenwohnanlage beinhaltet ein gastronomisches Angebot, das auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können soll, Räume für Fitness, Wellness und Gemeinschaftsräume.
Bei der Umsetzung des Konzeptes soll der historische Saal in der sogenannten Riviera erhalten bleiben und denkmalgerecht saniert werden. Der Saal soll als Veranstaltungsraum genutzt werden, und so auch für die Öffentlichkeit erlebbar sein. Mit der Sanierung des ehemaligen Ballsaals wird der künftige Besucher einen Eindruck der einstigen Pracht erhalten.
Weiterhin ist geplant, das Gesellschaftshaus in seiner stadtbildprägenden Kubatur und mit seinen wesentlichen Ausstattungselementen zu erhalten. Das Gesellschaftshaus soll Seniorenwohnungen aufnehmen. Hierfür ist ein barrierefreier Umbau nötig.
Das städtebauliche Konzept sieht eine große Offenheit und eine öffentliche Zugänglichkeit von der Regattastraße in Richtung Wasser vor. Beidseitig des Gesellschaftshauses werden Sichtachsen mit Durchgang zum Ufer der Dahme vorgesehen, ebenso gelangt man an den Außenseiten des Grundstücks und über die beiden seitlich gelegenen öffentlichen Grünflächen zum Wasser.
Das Konzept sieht insgesamt vier neue Häuser vor. Zur Wasserseite, zwischen Regattastraße und Dahme, sind zwei Neubauten geplant, zwei weitere auf dem Grundstück Regattastraße 168 (landseitig). Die Neubauten haben zwischen drei und vier Vollgeschosse.
Am 06.02.2019 wurden die Baugenehmigungen für Haus B (Gesellschaftshaus) und C erteilt. Bereits am 12.12.2018 wurden die Baugenehmigungen für Haus A (Riviera) sowie die auf der gegenüberliegenden Straßenseite geplanten Neubauten erteilt. Damit einher ging die Erteilung der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung zum Abbruch des hinteren Gebäudeteils (Anbau an Riviera Saal). Der Abbruch erfolgt gemäß den Bestimmungen des Denkmalschutzrechtlichen Vertrags vom 13.11.2018. Diese Abbruchmaßnahmen werden durch einen Restaurator begleitet.
Herr Rainer Hölmer, Bezirksstadtrat für Bauen, Stadtentwicklung und öffentliche Ordnung zu diesem Bauvorbaben:
„Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Verfalls der Denkmale und den mehr als schwierigen und aufwendigen Bemühungen der Unteren Denkmalbehörde, durch entsprechende Anordnungen, gegen die dann seitens des Alteigentümers jedwede Rechtsmittel eingelegt wurden, zumindest eine Sicherung der denkmalgeschützten Gebäude zu erreichen, bot das Vorhaben des aktuellen Vorhabenträgers endlich eine Perspektive für die Denkmale und die gesamte Liegenschaft. Ich habe Verständnis dafür, dass angesichts der einzigartigen Historie von Riviera und Gesellschaftshaus einige Bürger/-innen angesichts einer künftigen Nutzung als Seniorenresidenz enttäuscht reagieren. Es bleibt aber festzustellen, dass

  • eine langjährige Brache endlich wieder einer Nutzung zugeführt wird,
  • Baudenkmale bzw. zumindest die von der Unteren Denkmalbehörde und dem Landesdenkmal als relevant erachteten Bestandteile der Baudenkmale erhalten und weitgehend denkmalgerecht saniert werden,
  • trotz eines in sich geschlossenen privaten Bauvorhabens eine teilöffentliche Nutzung (Gastronomie, Veranstaltungen) erreicht wird,
  • ein angesichts des demografischen Wandels und der fortschreitenden Zunahme der Bevölkerungsteile deutlich jenseits der 60 auch in Treptow-Köpenick dringend benötigtes Nutzungsangebot unterbreitet wird.
    Insofern bin ich sicher, dass die Perspektive für diese Liegenschaft vor dem Hintergrund der vorgefundenen Rahmenbedingungen durchaus eine gute ist.“

In der Vergangenheit wurden Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt der Gebäude notwendig. Die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen hatte zunächst der Bezirk tragen müssen. Der neue Eigentümer führt die Sicherung des Gebäudes vertragsgemäß fort, was bedeutet, dass die Kosten nunmehr durch den neuen Eigentümer getragen werden.
Der Bauherr hat sich gegenüber dem Bezirksamt freiwillig zur Anlage eines öffentlichen Uferwegs entlang der Dahme bereiterklärt. Die neue für alle nutzbare Wegeverbindung verbindet die beiden angrenzenden öffentlichen Grünflächen. Dieser Uferweg wurde in einem städtebaulichen Vertrag gesichert.
Darüber hinaus wurde ein denkmalrechtlicher Vertrag abgeschlossen. Dieser stellt sicher, dass nicht nur die Neubauten entstehen, sondern auch die denkmalgerechte Sanierung fachgerecht durchgeführt wird.
Das Bezirksamt hat zusammen mit dem Investor und Vertretern des Ortsvereins Grünau mehrere öffentliche Informationsveranstaltungen durchgeführt. Es ist eine weitere Veranstaltung in Planung ein genauer Termin steht noch nicht fest.
Die Geschichte und Bedeutung der Denkmalkomplexe Riviera und Gesellschaftshaus Grünau ist vielen bewusst, sind beide Gebäude doch Zeuge der städtebaulichen und historischen Entwicklung Grünaus und dokumentieren einen wesentlichen Bautyp der Epoche.
Die 
Gaststätte Riviera wurde um 1895 als ein besonders reich ausgestattetes Lokal mit Saalbau errichtet, das gehobenen Ansprüchen des geselligen Zusammenseins genügte. Es ist damit ein historisches Zeugnis für eine Blütezeit Grünaus, das sich zu einem selbstbewussten und bevorzugten Vorort Berlins entwickelt hatte.
Das 
Gesellschaftshaus Grünau besteht aus zwei parallel angeordneten Ziegelbauten am Spreeufer, neben der Gaststätte Riviera. Wie diese belegen sie als Gebäude und mit ihrem umfangreichen Raumprogramm einen wesentlichen Aspekt des öffentlichen Lebens in der Epoche des Wilhelminismus. In einer Zeit wirtschaftlicher Prosperität gewann der Ausflugsverkehr und die gehobene Gastronomie besondere Bedeutung für das öffentliche Leben als Ort gesellschaftlicher Zusammenkünfte. Das umfangreiche Raumprogramm bot einen Rahmen für unterschiedliche Ansprüche und Veranstaltungen. Die Ausstattung der Säle und Zimmer erfolgte in einer für die Bauzeit reichen und künstlerisch anspruchsvollen Weise mit Stuck und Gemälden.


Unterstützung unserer Baumpflanzaktion - Es fehlen noch ca. 150 Euro - Helfen und Spenden Sie

Hallo Freunde des Bürgerverein, wir benötigen Eure Hilfe und Unterstützung bei unserer Baumpflanzaktion. Im Jahre 2014 pflanzten wir im Hangkantenpark in Altglienicke einen weißen Maulbeerbaum (Morus alba) zum Gedenken an das 250-jährige Jubiläum der Gründung Neu-Glienickes durch Zuwanderer aus der rheinischen Pfalz. Dafür wurde zusätzlich eine Gedenktafel angebracht und ein Findling gesetzt. Mit der Baumpflanzung und einer Veranstaltung vor Ort wurde das historische Ereignis gewürdigt. Leider ist uns der Maulbeerbaum trotz guter Pflege eingegangen. Im März/April 2019 wollen wir nun einen neuen, stärkeren und größeren Maulbeerbaum einpflanzen. Einen größeren Baum haben wir bereits bei der Baumschule Fischer in Rudow gefunden. Der Baum würde uns 500 Euro kosten und die Baumschule unterstützt uns mit einer Spende von 200 Euro und liefert den Maulbeerbaum sogar kostenlos an. Auch der Wirtschaftsverband Altglienicke (WVAU) unterstützt unsere Baumaktion mit einer Spende von 200 Euro. Um diese Planzaktion zu verwirklichen und zum Erfolg zu führen, fehlen uns nun noch 100 Euro für den Restbetrag des Baumes sowie ca. 50 Euro für Erde und Material zum einpflanzen, damit der Baum gut gedeihen kann. Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns bei unserer Baumaktion finanziell mit einer kleinen Spende unterstützen würdet.

Ein großes Dankeschön für die Spende geht an: 

200 Euro von der Baumschule Fischer in Rudow

200 Euro vom Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmen

20 Euro von Herr Kraetschmer

25 Euro von Frau Schuster

Bitte deine Spende an:

Bürgerverein Altglienicke e.V.
IBAN: DE 21 1005 0000 1533 6103 19
BIC: BELADEBEXXX

Bank: Landesbank Berlin-Berliner Sparkasse

Natürlich stellen wir bei Bedarf auch eine Spendenbescheinigung aus. Wer Spenden bzw. eine Spendenbescheinigung benötigt, kann sich auch per E-Mail an: buergerverein@altglienicke24.de wenden. 

Vielen Dank für Eure Unterstützung.  Euer Bürgerverein Altglienicke e.V.


Investor will für 10 Mio. Euro alte Bärenquell-Brauerei sanieren

Bild: BVA
Bild: BVA

Seit ihrer Schließung 1994 beschäftigt die alte Bärenquell-Brauerei die Menschen nicht nur in Niederschöneweide. Der jahrzehntelange Leerstand, verbunden mit Vandalismus und Brandstiftung, hat sich in einem deutlich von der Schnellerstraße erkennbaren Verfall der Gebäude niedergeschlagen. Immer wieder fragen uns Leser, was mit dem als Baudenkmal eingestuften Areal mit seinen Anfängen von 1882 passiert. Zwischenzeitlich wollte mal „Bauhaus“ mit einem Baumarkt einziehen, doch dabei nur Maschinen- und Sudhaus sanieren und nutzen, den Rest für Anbauten und Parkplätze abreißen. Damit wäre die Straßenfront als ältester Teil verschwunden. „Bauhaus“ nutzte schließlich die Pleite von „Bahr“, um den eine Ecke weiter befindlichen Baumarkt zu übernehmen und veräußerte das Grundstück 2014 weiter. Der Nachfolger wollte das Gelände unter Erhalt der historischen Bausubstanz entwickeln, verkaufte es aber letztlich weiter an eine britische Investorengesellschaft. Danach wurde es zunächst wieder einmal still. Erneut galt es tragfähige Konzepte zu entwickeln. Jetzt keimt endlich Hoffnung auf, dass einer der letzten durch Verfall geprägten Schandflecken in der Region verschwindet und neues Leben in den Ruinen einzieht.
Der Eigentümer hat im November beim Bezirksamt Bauanträge für das Grundstück Schnellerstraße 137 eingereicht, die eine Nutzungsänderung und Sanierung der historischen Gebäude der einstigen Borussia-Brauerei von Meinert & Kampshenkel, später Schultheiß und Bärenquell, vorsehen.
Für Haus A und L, sprich das etwas hinten gelegene Maschinen- und Sudhaus, mit seinen zwei- bis sechsgeschossigen Gebäudeteilen und den markanten Türmen, sollen 6,3 Mio. Euro investiert werden. Das denkmalgeschützte Gebäude soll einen eingeschossigen Glasanbau zur Erweiterung der Verkaufsbereiche im Erdgeschoss erhalten. Die Einzelhandelsverkaufsfläche soll rund 1.153 Quadratmeter betragen. Weiterhin sind rund 1248 Quadratmeter Eventflächen für Veranstaltungen und Kongresse und rund 2.080 Quadratmeter Büroflächen geplant.
In das Haus J, das ehemalige Verwaltungsgebäude, die zur Schnellerstraße gelegene Villa von 1888, will man 2,3 Millionen Euro investieren, um dieses denkmalsgerecht zu sanieren. Das dreigeschossige Gebäude soll rund 557 Quadratmeter Gastronomieflächen mit etwa 134 Sitzplätzen in Untergeschoss und Erdgeschoss erhalten, während in den Obergeschossen 421 Quadratmeter Büroflächen geplant sind. Rechts davon befindet sich als Haus K das ehemalige Beamtenwohnhaus von 1882, damit das älteste noch erhaltene Gebäude Niederschöneweides. In das dreigeschossige Gebäude sollen 1,1 Millionen Euro fließen, um dort weitere 405 Quadratmeter Büroflächen einzurichten.
Insgesamt werden damit fast 10 Millionen Euro in die Wiederherstellung der Gebäude investiert. Was dann dort genau einziehen soll, ist noch nicht bekannt, außer dass es nach einem Bericht des „Tagesspiegel“ eine Mischung aus Kultur und Gewerbe werden solle. Das Bezirksamt sagte auf Nachfrage, dass bisher nur die Bauanträge eingereicht seien und man noch keine detaillierteren Pläne kenne. Man werde die Anträge nun prüfen und über das weitere Vorgehen befinden. Nicht auszuschließen ist, dass für das Bauvorhaben zunächst einmal das derzeit ruhende Bebauungsplanverfahren XV-64 ba wieder aufgenommen werden müsse, welches die genauen Rahmenbedingungen für die künftige Nutzung setze.
Beim Investor soll es sich um eine Objektgesellschaft der Activum SG Capital Management mit Sitz auf der britischen Insel Jersey im Ärmelkanal handeln, in deren Auftrag der Berliner Projektentwickler HCM Home Center Management arbeitet, die auch schon andere Objekte in Berlin entwickelte, wie etwa das „Rote Kloster“ (ehemalige AOK-Zentrale bzw. SED-Parteihochschule), Rungestraße 3-6 in Berlin-Mitte, gegenüber dem Märkischen Museum.
Insgesamt ist es erfreulich, dass nun etwas auch hier geschehen soll, um dieses markante Baudenkmal zu bewahren, wo ansonsten in diesem Abschnitt der Schnellerstraße mittlerweile fast alles durch Neubauten und große Parkplatzpaletten ersetzt wurde. Dort, wo sich einst die 1772 gegründete Ausflugsgaststätte „Neuer Krug“ befand, was nebenan zur Ansiedlung der besagten Brauerei führte, war letztlich die Wiege der Entstehung des Ortsteils Niederschöneweide.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Bahnhofshalle Schöneweide für mindestens drei Jahre gesperrt

Bild: J. Schmidt
Bild: J. Schmidt

Trotz aller Unannehmlichkeiten, die damit dauerhaft anstehen, kann man sagen, endlich geht es los mit einem immer wieder verschobenen Bauvorhaben. Schon seit Jahren wurde nur noch das Allernotwendigste geflickt. Überall bröckelte es. Dem schmuddelig gewordenen Bauwerk im Inneren mit seinen mintgrünen Fliesen trauern nur die Wenigsten nach. Am 4. Dezember wurde die Haupthalle des S-Bahnhofs Schöneweide an der Michael-Brückner-Straße gesperrt. Damit beginnt nach der abgeschlossenen Erneuerung der Brücken am Sterndamm eine umfassende Sanierung des Bahnhofs, die sich ebenso über Jahre hinziehen wird. Im kommenden Jahr soll die fast fünf Jahrzehnte alte Zwischenhalle zwischen Hauptgebäude und Bahnsteigen abgerissen werden. Die kann sich schon deswegen hinziehen, weil Bauexperten dort Schadstoffe vermuten. Erhalten bleibt natürlich das über die Jahre wenig ansehnlich gewordene denkmalgeschützte Empfangsgebäude von 1868, welches unlängst still und leise seinen 150. Geburtstag feiern konnte. Obwohl die Bauarbeiten begonnen haben, ist aber noch unklar, wie das ganze am Ende aussehen wird, wenn bestenfalls nach drei Jahren wieder der Eingangsbereich der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Gerne hätten wir als „Kiezblick“ dazu Pläne eingesehen und vorgestellt. Es wird jedoch immer noch seitens der Bahn ein Investor gesucht. Ein Konzept gibt es bislang nicht, ob und inwieweit dann dort wieder Geschäfte einziehen. Vieles gilt derzeit bei der DB Station & Service als denkbar. Auch Lösungen, dass es gar nicht mehr durch das alte Bahnhofsgebäude geht, dieses anders genutzt werde, und die Zugänge dann dahinter etwas mehr seitlich erfolgen. Völlig offen ist es zugleich, ob wie früher öffentliche Toiletten dazu gehören werden. Bislang sind solche seitens der Bahn nicht eingeplant. Die Gesamtinvestitionen für die Modernisierung betragen in jedem Fall fast 100 Millionen Euro.
Die täglich fast 50.000 Fahrgäste müssen für Dauer der Sanierung einiges an Umstellung in Kauf nehmen. Genau wie jahrelang auf die Aufgänge am Sterndamm verzichtet werden musste, steht jetzt kein Zugang mehr von Niederschöneweide und damit auch direkt vom Einkaufszentrum „Zentrum Schöneweide“ zur Verfügung. Fahrgäste müssen um das Bahnareal herumlaufen oder eine Station mit Straßenbahn fahren. Es gibt nur noch die wiedereröffneten Ein- und Ausgänge am Sterndamm. Zudem bleibt noch kurzweil der in der vorherigen Bauphase geschaffene Zugang aus Johannisthal an der Buswendeschleife bis März 2019 offen. Dieses ist übergangsweise, um bis zur Schaffung von Alternativen die Behindertenzugänglichkeit über die Aufzüge im alten Fußgängertunnel weiter zu gewährleisten.
Zielstellung ist, den Bahnhof Schöneweide bei laufendem Betrieb zu sanieren. Nur an einzelnen Wochenenden soll es mal keinen Zugverkehr geben, wie man es aus Zeiten der Brückenerneuerung kennt. Die Bahnsteige werden vollständig erneuert. Es wird neue Dächer und neue Sitzgelegenheiten, aber auch künftig Fahrtreppen geben. Es soll immer nur eine Bahnsteighälfte umgebaut werden, wie schon jetzt auf einem Gleis keine Züge rollen, während auf dem anderen der Zugverkehr abgefertigt wird. Kleinere Schutzhäuser sollen auf dem Bahnsteig aufgebaut werden, in der Zeit, wenn die alten Überdachungen fehlen. Natürlich werden diese in Stoßzeiten bei Regen und Schnee nur ein minimaler Trost sein, da sie kaum allen Schutz bieten werden. Im März nächsten Jahres wird eine temporäre Aufzugsanlage in Betrieb genommen, die einen direkten Zugang zu den Bahnsteigen gewährleistet, wenn dann auch der Zugang von der Wendeschleife zum alten Tunnel dicht gemacht wird. Es handelt sich bei den provisorischen Aufzügen um eine elf Meter hohe Stahlkonstruktion aus den Niederlanden, die es in Deutschland in dieser Form noch nicht gegeben habe, heißt es seitens der Bahn. Dafür bezahlt das Land Berlin die Mietkosten von 1,3 Millionen Euro. Lange wurde von Politik und Interessenverbänden für eine weiterhin barrierefreie Zugänglichkeit gekämpft, die ursprünglich in den mindestens drei Jahren nicht vorgesehen war. Stattdessen sollte ein Busshuttle zum nächsten barrierefreien Bahnhof wie beispielsweise Baumschulenweg fahren, aber das galt als keine gute Lösung angesichts des oft starken Verkehrs auf den Wegen hin und zurück. Es siegte zudem die Einsicht, dass ein Shuttlebus nicht wirklich preiswerter ist.
Im Zuge des Um- und Neubaus der Bahnhofshalle werden auch weitere Veränderungen vollzogen. In Verlängerung der Brückenstraße am „Zentrum Schöneweide“ vorbei entsteht ein Straßenbahntunnel unterhalb der S-Bahntrasse zur Wendeschleife, womit die Tramgleise über den Vorplatz und an den Sterndamm-Brücken entfallen können. Wenn das alles erledigt ist, der Bahnhof Schöneweide wieder in neuem Glanz erstrahlt, folgt ein dritter Bauabschnitt. Der Bahnhofsvorplatz, der Cajamarcaplatz, wird komplett neugestaltet wie sich auch die verkehrliche Situation auf der anderen Seite am Sterndamm verändern wird. Unterhalb der Bahnbrücken bekommt der Sterndamm in Richtung Michael-Brückner-Straße eine zusätzliche Spur. Die Verkehrsführung auf dem ehemaligen Sternplatz wird umgestaltet. Wie im restlichen Verlauf des Sterndamms wird dann auch dort die Straßenbahn in der Mitte zwischen zwei baulich getrennten Fahrbahnen fahren, ehe sie dann in Richtung Wendeschleife abbiegt. Es bleibt zu hoffen, dass die Bauvorhaben seitens der Bahn ohne allzu viele der in Berlin regelmäßig bekannten Verzögerungen ablaufen, damit man wieder von Niederschöneweide auf kurzem Weg zum Bahnhof Schöneweide gelangen kann. Eigentlich soll das Ende 2021 wieder der Fall sein.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)

 


Bärensiegel ist jetzt Möbel Roller

Bild: BVA
Bild: BVA

Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes der ehemaligen Bärensiegel-Fabrik konnte pünktlich zum Jahresende vollzogen werden. Am 10. Dezember eröffnete der Discounter Möbel Roller seine neue Filiale am Adlergestell 327-331 in Adlershof. Das Gebäude ist ein Hingucker. Zwar konnte von dem Backsteingebäude nicht viel mehr als die Fassade gerettet werden, aber immerhin das, auch wenn sich dahinter eine neue Halle aus Betonelementen verbirgt. Künftig können dort auf 10.000 Quadratmetern Möbel, Küchen und Elektrogeräte erworben werden. Lange wurde um das wie eine Ritterburg daher kommende Backsteingebäude und eine Nachfolgenutzung gerungen, nachdem es gut ein Vierteljahrhundert leerstand. Zwischenzeitlich war mal ein Standort von Mercedes Benz im Gespräch, doch die Automobilmarke sprang wieder ab. Am Ende stellte sich der mit 150 Filialen in Deutschland vertretene Möbel Discounter der Aufgabe den Standort Adlergestell Ecke Glienicker Weg unter der Auflage zu übernehmen, möglichst viel von dem Baudenkmal zu erhalten. Die Denkmalschützer waren dabei zu weitgehenden Zugeständnissen bereit, da die bauliche Substanz im Inneren durch den Leerstand arg gelitten hatten. Auf die stadtbildprägende Hülle kam es letztlich an. Anfang 2017 wurde mit dem Bauvorhaben begonnen. Übrig geblieben sind nunmehr äußerlich das sogenannte Apparatehaus mit seinen beiden Turmaufbauten und die verbliebenen Mauerelemente der ehemaligen Umfassungsmauer am Glienicker Weg und an der südlichen Grundstücksgrenze. Diese wurden in solider und ansprechend gestalteter Backsteinbauweise errichtet worden und stehen aufgrund ihrer für den Zeitraum um 1900 beispielhaften Industriearchitektur unter Denkmalschutz. An dieser Stelle wurde bereits 1890 ein Werk für Laborpräparate der ursprünglich in Berlin-Mitte ansässigen Chemischen Fabrik C. A. F. Kahlbaum gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Johannes Kahlbaum dann auch reinen Alkohol destillieren und zwischen 1904 und 1906 nach Plänen des Architekten Max Jacob aus rotem Backstein die Gebäude am Adlergestell errichten. 1927 erfolgte die Fusion von Kahlbaum mit Schering zur Schering-Kahlbaum AG, ab 1937 nur noch Schering AG.
Nach dem 2. Weltkrieg ging man in der DDR den Schritt vom Chemiewerk zur "Schnapsbude". Schering wurde enteignet. Der benachbarte Teil wurde zunächst VEB Schering und dann VEB Berlin-Chemie. Und am anderen am Adlergestell wurde auf Beschluss des Magistrats von Groß-Berlin vom 1. März 1949 unter dem Namen VEB Großberliner Getränkeindustrie ein Produktionsstandort gegründet, am 4 August 1950 kam es zur Umbenennung in VEB Bärensiegel. Noch 1989 produzierte der VEB Bärensiegel mit etwa 400 Mitarbeitern 26 Millionen Flaschen Hochprozentiges wie etwa „Adlershofer Wodka“, „Berliner Klarer“, „Goldkrone“ und „Wurzelpeter“, die
teils heute noch im Sortiment des Weinunternehmens Franz Wilhelm Langguth Erben GmbH & Co. KG, Traben-Trarbach beliebt sind. Die Produktion in Adlershof wurde 1994 nach dem Verkauf durch die Treuhand aufgegeben. Seither wurden einzelne Räumlichkeiten an verschiedene kleinere Gewerbetreibende vermietet, die die entsprechenden Flächen insbesondere für Lagerzwecke, als Abstellfläche für Fahrzeuge oder für kleinere Dienstleistungszwecke nutzten. Jetzt zieht neues Leben ein.
(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Da geht was! Da geht noch mehr! – ein Rück- und Ausblick im Kosmosviertel

Eröffnung Nachbarschaftstreff WaMa © B. Barthmann
Eröffnung Nachbarschaftstreff WaMa © B. Barthmann

Pressemitteilung des QM Kosmosviertel

Viel hat sich in diesem Jahr getan im Kosmosviertel. Eine ganze Reihe neuer Veranstaltungen und Aktionen wurden von Menschen aus dem Kiez auf den Weg gebracht und haben einen Beitrag dazu geleistet, das Leben im Quartier spürbar zu verbessern und die Menschen im Kiez näher zusammenrücken zu lassen. Ein anstehender Jahreswechsel bietet immer einen guten Raum noch einmal auf das Geschehene zurückzublicken.

2018 – ein Jahr voller Premieren und Highlights

Mit einer Premiere startete das Quartiersmanagement in den Januar. Erstmals diskutierten auf der Gebietskonferenz Mitarbeiter aus allen wichtigen Einrichtungen und Ämter des Bezirkes, darüber wie die Arbeit im Kosmosviertel bislang läuft, wo etwas fehlt und wo man noch besser zusammenarbeiten kann. Eine gute Grundlage im Jahr 2018 so einiges auf die Beine zu stellen. Vor allem im Bereich der Beratung und Unterstützung hat sich daher auch einiges getan. Und so stehen dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bezirk Treptow-Köpenick die unabhängige allgemeine Sozialberatung, der Infopoint Alleinerziehende, die mobile Kiezberatung und seit November auch die bezirkliche Mieterberatung den Menschen zur Seite. Auch gebaut wurde in Abstimmung mit dem Bezirk und dem Land Berlin fleißig. Von den Ergebnissen überzeugen lassen kann man sich bereits auf dem Abenteuerspielplatz Waslala mit einem neuen Haus und den ersten Fortschritten im Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi. Große Spannung liegt auch bei der Grundschule am Pegasuseck in der Luft. Hier wird gerade mit Schülern, Lehrern und Eltern geplant wie die Sanierung und Weiterentwicklung in den nächsten Jahren aussehen soll.

Doch auch Wohlfühlen und Spaß standen im Zentrum. Lange hat sich in den Grünanlagen wenig getan. Das sollte sich ändern. Gesagt getan, Heckenschere, Besen und Schaufel in die Hand, Graffiti-Dosen ausgepackt und schon sieht’s wieder ein wenig besser aus. Der in diesem Jahr außerordentlich lange und schöne Sommer bot so Platz für viele Aktionen. Da ist zu erinnern an weitere Treppenhauscafés, das erste Kinderfest im Kosmosviertel, das Public Viewing zu den Spielen der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM, das Kiezfest sowie das erste und zweite Kiezpicknick im Kosmosviertel. Erstmals fand ein Trödelmarkt im Kosmosviertel statt, der ab sofort regelmäßig stattfinden soll. Fußball gespielt werden kann ab sofort auf dem neu gestalteten Bolzplatz an der Schönefelder Chaussee 191, der gleich mit dem 1.Kosmos-Soccer-Cup eingeweiht wurde. Und mittlerweile alle Jahre wieder endet das Jahr mit dem schon fast traditionellem Weihnachtsmarkt zum Mitsingen, einem der wohl schönsten Aktionen des ganzen Jahres.

 

Da ging der zweite Geburtstag des Quartiersmanagement fast unter. Im Frühjahr wurde nämlich eine ganze Woche lang gefeiert. Mit allerlei Aktionen von einem Mitmach-Zirkus über einem Lastenfahrrad-Parcours bis hin zu einem 1. Treppenhaus-Café und der obligatorischen Geburtstagstorte. Seinen zweiten Geburtstag und damit auch den Abschied feierte später im Jahr auch der Quartiersrat. Über zwei Jahre engagierten sich viele Nachbarn hier in vielen Diskussionen und Aktionen für ihren Kiez. Nach erfolgreicher und anstrengender Arbeit wurde nun neu gewählt und seit November stellen sich wieder sechszehn Nachbarn der Herausforderung mitzuentscheiden wie sich das Kosmosviertel weiterentwickeln soll. Oft geschieht dies in der wohl größten Errungenschaft des Jahres 2018. Dem neuen Nachbarschaftstreff „WaMa“, der Alten Waschmaschinenbörse. Bis mindestens Ende 2020 stehen hier nun für Jung und Alt Räume bereit um zu quatschen, zu spielen, zu sägen, diskutieren oder zu feiern.

Kinderfest im Kosmosviertel © J.Schmidt
Kinderfest im Kosmosviertel © J.Schmidt
Kiezfest im Kosmosviertel © J. Schmidt
Kiezfest im Kosmosviertel © J. Schmidt

Aber da geht noch mehr - Ein kurzer Ausblick für 2019

Viel passiert in 2018, doch das war’s noch lange nicht. Was erwartet uns im kommenden Jahr 2019? Auch dazu wollen wir einen kleinen Ausblick liefern. Dazu wird erst einmal viel geplant und diskutiert. Denn nach drei Jahren Quartiersmanagement im Kosmosviertel wird Bilanz gezogen. Und so wird bis Ende Juni der neue Masterplan, das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept, für die kommenden Jahre festgelegt. Gemeinsam sollen hier Nachbarn, Vereine und Einrichtungen, aber auch die Mitarbeiter aus dem Bezirk diskutieren wie es nun weitergeht, was schon gut ist, was dringend gebraucht wird und am wichtigsten wie man das zusammen hinbekommt. Also nicht wundern, wenn bald mal das Quartiersmanagement auf der Matte steht und nachfragt, was es wirklich braucht.

Vieles hängt von den Ergebnissen ab, doch natürlich wird nicht nur geredet. Spannend wird es weiter beim Thema Bauen. Richtfest bei Cabuwazi, feierliche Eröffnung auf dem Abenteuerspielplatz und nach intensiven Monaten der Planung und Beteiligung an der Grundschule vielleicht auch schon dem Spatenstich zur Sanierung und Weiterentwicklung gegen Ende des Jahres. Wir sind gespannt! Außerdem wird im Laufe des Jahres festgelegt was die nächsten wichtigen Bauvorhaben sind. Im Zentrum stehen dabei die bislang unsanierten Kitas, aber auch die vielen Grünanlagen im Kosmosviertel. Wer hier schon vor den Umbaumaßnahmen aktiv werden will, wird auch weiterhin vom Projekt FreiraumGestalten unterstützt. In Absprache mit dem Grünflächenamt sollen so schon kleine Verbesserungen in den Grünanlagen umgesetzt werden. Ein Beschilderungssystem, Schattenplätze auf Spielplätzen und mehr Angebote für Hundebesitzer sind bereits geplant. Platz für noch mehr Ideen gibt es aber immer.

Weiter geht’s natürlich auch im neuen Nachbarschaftstreff WaMa. Während das Jahr 2018 vor allem im Zeichen des Umbaus und kleinerer Projekte stand, geht es 2019 richtig los. Mit festen Öffnungszeiten, einem wöchentlichen Café-Angebot, regelmäßigen Bastelveranstaltungen, der neuen Kino-Anlage des Kosmos-Film-Klubs und trotzdem viel Platz für neue Angebote und Ideen. Vorbeischauen lohnt sich also in jedem Fall! Das große Ziel für das Jahr 2019 ist wieder mehr Freizeit- und Kulturangebote ins Kosmosviertel zu holen und den Kiez auch in den Ferien und am Wochenende lebendig zu machen. Der Startschuss ist gemeinsam mit der Volkshochschule und dem Verein KulturLeben bereits gefallen. Außerdem sind auch wieder viele Aktionen von Nachbarn wie regelmäßige Trödelmärkte, das Kinderfest und natürlich auch der Weihnachtsmarkt fest eingeplant. Für alle weiteren Ideen stehen im Quartiersmanagement wieder 10.000€ für Aktionen bis zu 1.500€ zur Verfügung bereit. Was dann wirklich passiert entscheidet allerdings nicht das Quartiersmanagement, sondern wie gehabt die Aktionsfondsjury aus der Nachbarschaft.

 

Dem Kosmosviertel steht also ein ereignisreiches Jahr 2019 bevor. Ein Jahr, auf das sich das Team des Quartiersmanagements sehr freut um gemeinsam mit Groß und Klein, Alt und Jung, Leben in den Kiez zu bringen und sich gegenseitig zu unterstützen. Und so heißt es auch 2019 wieder „keine Idee ist zu verrückt, gemeinsam bekommen wir das schon hin“, getreu dem Motto, das sich der Quartiersrat gesetzt hat „Ein Kiez verbindet!“

Quartiersbüro Kosmosviertel
Quartiersmanagement- und BENN-Verfahren
Schönefelder Chaussee 237
12524 Berlin - Tel: (030) 77 32 01 95 
: www.kosmosviertel.deE-Mail: team@kosmosviertel.de 


Alte Fleischerei Staske soll nach 150 Jahren Kita weichen

Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.
Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.

Für das Grundstück Grünauer Straße 63 in Altglienicke wurde beim Bezirksamt ein Bauantrag auf den Neubau einer Kindertagesstätte für 130 Kinder sowie vier Ein-Zimmer-Wohnungen gestellt. Für insgesamt 4,1 Mio. Euro sollen dort drei- bis vier geschossige Gebäude mit Keller und einer Geschossfläche von ca. 980 m² Geschossfläche entstehen. Damit droht leider einem recht alten und traditionsreichen Gebäude im Ortskern die Abrissbirne. "Landfleischerei & Imbiss" steht immer noch am Giebel. Seit 1869 war hier als Stammhaus eines Familienbetriebes in mehrfacher Generation die Fleischerei Staske ansässig. Vergangenes Jahr gab recht überraschend Inhaber Jörg Staske den letzten noch in Berlin selber schlachtenden Fleischereibetrieb auf, obwohl auch dessen Sohn noch das Handwerk erlernte und einmal übernehmen sollte. Familie Staske verkaufte das Haus sowie seine beiden Filialen im Taut-Center am Bahnhof Grünau und an der Dörpfeldstraße. Begonnen hatte alles hier vor 149 Jahren unter dem Namen des Fleischermeisters Stadelhoff, daraus wurde kurze Zeit Lebsa und Kowallek und dann ab 1971 Staske. Die Fleischerei Staske war weit über Altglienicke hinaus in Berlin und Umgebung bekannt. Da es in Altglienicke selber kein Vieh von bäuerlichen Höfen mehr gab, fuhr der Chef persönlich regelmäßig ins Brandenburger Umland, um sich Rinder und Schweine auszusuchen, die er dann in der hauseigenen Schlachterei zu Aufschnitt, Braten, Spanferkel oder Würsten verarbeitete. In den drei Läden wurde das ganze entsprechend verkauft. Dazu zählte vor Ort ein Imbiss, wo die Menschen zu Frühstück und Mittagstisch einkehrten oder die Currywurst mit einer selber kreierten Tomatensoße verzehrten. Eine besondere Spezialität waren Produkte aus Pferdefleisch.

Es ist nicht nur schade, dass ein traditionsreicher Altglienicker Familienbetrieb so kurz vor seinem 150. Geburtstag plötzlich verschwunden ist. Insgesamt machten im Südosten Berlins zuletzt mehrere recht alte Fleischereien dicht, was auch mit veränderten gesetzlichen Bestimmungen im Land Berlin zu tun hat. Fleischfachgeschäfte findet man immer weniger. Es regiert die anonyme Fleischtheke in Supermärkten mit Massenproduktion. Traurig ist es zugleich, dass erneut ein das Ortsbild prägendes Gebäude verschwinden soll. Der mit einem Satteldach versehene Eingeschosser zählt zur historischen Bebauung des einst eigenständiges Dorfes Neuglienicke, wie es 1764 von Pfälzer Zuwanderer entlang der Grünauer Straße gegründet wurde. Noch zu Beginn der 1990er Jahre war Neuglienicke als einstige Siedlung von Kleinstbauern erkennbar. Einige Häuser wurden komplett umgebaut, andere abgerissen. Auch zwei ältere länger leerstehende Kolonistenhäuser unter den Nummern 22 und 26 werden (wie im "Dörferblick" schon mal berichtet) wohl bald dazu gehören. Der Denkmalschutz hält sich immer wieder zurück. Es heißt dort gerne, Häuser seien über den Laufe eines Jahrhunderts verändert worden, nicht mehr im Originalzustand oder die Sanierung sei finanziell nicht mehr dem Eigentümer zumutbar. Damit werden wohl bald auch die letzten Spuren verschwunden sein, dass es neben Altglienicke die Gemeinde Neuglienicke gab. Ohne Rücksicht baut man in das alte Dorf dann Drei- bis Viergeschosser hinein, weil schon mal zwei Eckhäuser in dieser Höhe kurz nach 1900 mit wohlgegliederter wilhelminischer Schmuckfassade errichtet wurden. Nach den geltenden Baubestimmungen darf nämlich so hoch gebaut werden, wie es an Geschosshöhe in der Nachbarschaft schon vorhanden ist - auch wenn solche Großstadtbauten hier Ausnahmen geblieben sind und 100 Jahre kleinteiliger Einfamilienhausbau folgten, denn wer von Berlin nach Altglienicke zog, tat es ja gerade um von den engen Mietskasernen ins Grüne zu entfliehen. Unter dem Label fehlender Wohnungen wird seit einigen Jahren in Vorortlagen wieder das Maximalmögliche ausgereizt und auch auf Kosten historischer Bausubstanz gnadenlos verdichtet. So heißt es wohl im kommenden Jahr auch von diesem traditionsreichen Haus aus dem 19. Jahrhundert mit seinen mintgrünen Fliesen und nach hinten dem Schlachthof in märkischer Ziegelarchitektur Abschied zu nehmen. 

(Text wurde vom Dörferblick von Joachim Schmidt zur Verfügung gestellt. Danke)