Ein neuer Maulbeerbaum für den Hangkantenpark

Zum 250. Jahrestag der Ansiedlung von Pfälzer Familien am Rande des Dorfes Glienicke, damit entlang der Grünauer und Rudower Straße der Entstehung der neuen Gemeinde Neu-Glienicke, pflanzte der Bürgerverein Altglienicke aus Mitteln der Kiezkasse einen Maulbeerbaum. Im am Sportplatz gelegenen Hangkantenpark sollte er daran erinnern, dass die Kolonisten einst solche reihenweise pflanzten, um darauf Seidenraupen zu züchten. Die besagte Aktion ist nun fünf Jahre her. Leider ist der Baum mit dem lateinischen Namen Morus alba zwischenzeitlich eingegangen, wobei eine Tafel immer noch weiter an die Pflanzaktion erinnerte. Dieser Zustand sollte nicht so bleiben. Am Gründonnerstag wurde durch den Bürgerverein zum 255. Geburtstag von Neu-Glienicke an alter Stelle ein neuer Maulbeerbaum gepflanzt. Ein wesentlich größerer, der auch schon etwa fünf Jahre Wachstum hinter sich hat, damit es auch vom Alter her weiter passt. Möglich wurde das durch eine Spendenaktion für die erforderlichen 550 Euro, zu welcher der Wirtschaftsverband Altglienicker Unternehmer mit 200 Euro sowie zahlreiche Einzelspender beitrugen. Ebenso erklärte sich die den Baum stellende Rudower Baumschule Fischer bereit, 200 Euro vom ursprünglichen Gesamtpreis als Spende abzuziehen. Diese half dann auch gleich beim Anliefern und professionellen Einsetzen mit. Dafür herzlichen Dank. Nun hoffen wir alle, dass dieser zweite Baum besser gelingt und in ein paar Jahren nicht nur Schatten spendet, sondern auch uns Früchte liefert. Die Maulbeeren sind nämlich essbar, der Geschmack liegt zwischen Brombeeren und Rosinen, man bekommt sie jedoch kaum im normalen Einzelhandel, da sie nach Ernten recht schnell verderben. Zwei Baumpaten sorgen jetzt dafür, dass er zum guten Angedeihen regelmäßig gegossen wird.

(Text und Foto von Joachim Schmidt vom Dörferblick. Vielen Dank)


Bürgermeister Igel eröffnete Ausstellung über 30 Jahre Kosmosviertel in der WaMa

Im Rahmen eines Jahresauftaktempfangs lud am 15. Februar 2019 der Bürgerverein Altglienicke in die Räume des Nachbarschaftstreffs WaMa in der Ortolfstraße 206B ein. Dabei wurde feierlich eine Ausstellung zur 30-jährigen Geschichte des Kosmosviertels eröffnet, welche dank einer Kooperation mit dem Projekt Kiezband die kommenden Monate dort zu sehen sein wird. Möglich wurde eine solche Präsentation außerhalb des im Bürgerhaus befindlichen Altglienicke Museums, da im Vorfeld aus Mitteln des Aktionsfonds Gelder bewilligt wurden, um mobile Ausstellungswände und Galerieschienen anzuschaffen.

Eine kurze Eröffnung machte für den Nachbarschaftstreff WaMa Marion Krippner von Kiezband, die das Wort an Bezirksbürgermeister Oliver Igel übergab. Der Bürgermeister lobte die Aktivitäten des Bürgervereins für die kontinuierliche Aufarbeitung der Altglienicker Geschichte und dass diesem kein Jubiläum im Ortsteil entgehe, während es sich in manchen anderen Ortsteilen schwieriger gestalte. Dort müssten Feierlichkeiten vom Bezirksamt angeregt werden. Hier könnte nun auf 30 Jahre Kosmosviertel zurückgeblickt werden, wo sich aktuell vieles bewege. Igel ging auf die anstehende Übertragung von Wohnungen von der Schönefeld Wohnen GmbH an die kommunale Wohnbauten-Gesellschaft Stadt und Land ein, womit sich einiges bei der Weiterentwicklung des Viertels vereinfache. Bezüge nahm er auch auf die Geschichte des Wohngebietes und dass sich manches wiederhole. Schon in den späten 80er Jahren hätte es aus der Bürgerschaft im Einfamilienhausbereich Proteste gegen eine allzu hohe und dichte Bebauung dieses Areals gegeben, so dass hier und da nachgebessert wurde. Dieses sei in heutiger Zeit nicht anders, wenn es darum gehe, Flächen für zusätzlichen Wohnungsbau zu erschließen.

Ein Streifzug durch die Geschichte des Kosmosviertels

Danach sprach der Bürgervereins-Vorsitzende Joachim Schmidt zur Geschichte des Kosmosviertels. Mit historischen Karten wurde eingangs verdeutlicht, wie sich hier bis in die zweite Hälfte der 80er Jahre hinein nur Ackerflächen befanden, es aber schon in den 30er Jahren einmal Pläne gab, im Rahmen der Errichtung der Gagfah-Siedlung bis südlich über die heutige Venusstraße hinaus Eigenheime zu errichten. Diese Pläne kamen kriegsbedingt nicht zur Ausführung. 1987 beschloss der Ost-Berliner Magistrat im Süden Altglienickes komplexen Wohnungsbau zu errichten, der vor allem den Wohnungsbedarf für Mitarbeiter bei Interflug, Akademie der Wissenschaften und Wachregiment „Feliks Dzierzynski“, aber auch der Industriearbeiter in Oberschöneweide befriedigen sollte. Das alles stand im Rahmen einer DDR-Wohnungsbauoffensive, die auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossen wurde, um die „Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990“ zu lösen. In diesem Zuge entstanden durch die Bebauung bislang landwirtschaftlich genutzter Flächen 1979 Marzahn, 1985 Hohenschönhausen und 1986 Hellersdorf als drei neue Berliner Stadtbezirke. 


Auch Altglienicke sollte mit einem ursprünglich für 50.000 Menschen geplantes Wohngebiet, das auch die gesamte Gemeinde Schönefeld umfassen sollte, bis zum Jahr 1992 ein eigenständiger Stadtbezirk werden. Als Architekt verantwortlich für diese Neubaugebiete, so auch das Kosmosviertel, war der Ost-Berliner Chefarchitekt Roland Korn (*1930), der vorher für das alte Schlossportal im Staatsratsgebäude, im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes für das Hotel-Hochhaus „Interhotel Stadt Berlin“ und das „Haus des Reisens“ sowie die unterdessen abgerissene Großgaststätte „Ahornblatt“ war. Am 17. Januar 1989 wurde an der Venusstraße die erste Platte gesetzt und da die politische Zielsetzung war, zum 40. Jahrestag der DDR ersten Bezug zu melden, zogen im September 1989 die ersten Menschen ein. Nach dem Fall der Mauer und letztlich dem Ende der DDR setzte ein Baustopp ein. Plattenbausiedlungen galten nicht mehr als zeitgemäß. Entschieden wurde, dass das, was man heute als Kosmosviertel kennt und schon hochgezogen war, noch mit dem Innenausbau fertigzustellen und dem Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen. Wo im heutigen Kölner Viertel und in Schönefeld-Wehrmathen nur einige wenige Kellerfundamente standen, blieb der Stopp und wurden die Gebiete architektonisch neubeplant. Schmidt verwies dabei auf ein in der Ausstellung aufgestelltes Modell, wie das Neubaugebiet eigentlich aussehen sollte.


Aufgezählt wurde, was alles in diesem Gebiet mal an Kaufhallen, Kitas, Schulen, Wohngebietsklubs, Jugendklubs, Gaststätten etc., aber auch eine Schwimmhalle, eine Post, ein Stadion und ein Kaufhaus geplant waren. Ebenso hätte es eine großzügige Straßenplanung mit vier bis sechs Spuren vom Adlergestell zur Neubausiedlung gegeben, für die größere Teile des historischen Ortskerns rund um die Pfarrkirche abgerissen werden sollten. Die fertiggestellte Plattenbausiedlung hieß auch anfangs nur Wohngebiet 2, bis auf eine Initiative des Bürgervereins hin, es den Namen Kosmosviertel bekam, angelehnt an die Straßennamen nach Himmelskörpern.

Ein Blick auch in die Gegenwart mit dem Film "Kosmos Berlin"

Nach der ganzen Historie hieß es sich ebenso dem Aktuellen im Kosmosviertel zu widmen. Dazu wurde nochmals der 2018 veröffentlichte Film „Kosmos Berlin“ gezeigt. Vorab gab es einführende Worte von Benjamin Barthmann, der Vorstandsmitglied im Bürgerverein Altglienicke ist und an dem Filmprojekt beteiligt war. Dann wurde auch die Ausstellung und das Büffet offiziell eröffnet. Die Anwesenden konnten sich alte Bauzeichnungen, Zeitungsausschnitte und jede Menge Bilder aus 30 Jahren anschauen. Lange saß man noch zusammen, um über das eine und andere im Wohngebiet zu sprechen, etwa wie man selber die Jahrzehnte hier erlebt hat.


Wann kann die Ausstellung gesehen werden?

Die Ausstellung kann ab sofort zu sämtlichen Öffnungszeiten im Kiezladen WaMa an der Ortolfstraße 206B angeschaut werden. Dieses ist mindestens jeden Mittwoch von 11 bis 17 Uhr. (Text von Joachim Schmidt und Bilder von Benjamin Barthmann)


Als vor 30 Jahren die ersten Mieter einzogen - Bürgerverein Altglienicke zeigt ab 15.02. in der „WaMa“ Ausstellung über das Kosmosviertel

Ansicht Siriusstr. Ecke Ortolfstraße 1991 - Bild: Archiv BVA
Ansicht Siriusstr. Ecke Ortolfstraße 1991 - Bild: Archiv BVA

Sommer 2012 zeigte der Bürgerverein Altglienicke im Bürgerhaus an der Ortolfstraße eine umfangreiche Ausstellung zu 25 Jahre Kosmosviertel. Als letztes größeres Neuvorhaben in der DDR entstand zwischen 1987 und 1990 das in Plattenbauweise errichtete Gebiet an der Schönefelder Chaussee. Die ersten Wohnungen wurden im Jahr 1989 bezogen. Da dieses sich zum 30. Male jährt, präsentiert der Bürgerverein diese noch einmal in seiner vollen Breite und neu aufbereitet, wie es im beschränkten Umfang des von ihm betriebenen Altglienicke Museums so schwerlich möglich ist. Im Rahmen eines Jahresauftaktempfangs wird diese am Freitag, den 15. Februar 2019, um 18.30 Uhr, in den Räumen des Nachbarschaftstreffs „Alte Waschmaschinenbörse“ (WaMa) feierlich eröffnet.
In dem vielfältig durch Aktivitäten und Veranstaltungen genutzten Kiezladen in der Ortolfstraße 206B inmitten der Ladenpassage kann die durch Bilder und Dokumente aufgearbeitete Geschichte des Kosmosviertels dann zu regelmäßigen wöchentlichen Öffnungszeiten angeschaut werden. Dort wird auch das Architektenmodell zu sehen sein, wie das Kosmosviertel einmal aussehen sollte.
Ursprünglich war die Plattenbausiedlung viel größer geplant, sollte sich auch über Schönefeld bis nach Waßmannsdorf erstrecken, mal in einen weiteren Berliner Stadtbezirk münden, doch mit dem Prozess der Wiedervereinigung wurde das Bauvorhaben gestoppt und lediglich das schon Errichtete fertiggestellt. So wurde letztlich nur das sogenannte „Wohngebiet 2“ verwirklicht, welches in der zweiten Hälfte der 90er Jahre auf Vorschlag des Bürgervereins den Namen Kosmosviertel bekam, weil die Straßen hier nach Gestirnen wie Venus, Pegasus, Uranus und Sirius benannt waren. Das Planungsmodell zeigt auf projektierten Straßen so manches Gestirn zusätzlich, doch Namen wie Andromedastraße, Marswinkel und Polluxring sollte es nicht mehr geben, nachdem die DDR endgültig verglimmte. Statt für anvisierte 48.000 wurde nur für 6.000 Menschen gebaut.
Die Ausstellung über das Kosmosviertel zeigt die ersten Beschlüsse des Ost-Berliner Magistrats zur Errichtung eines neuen Wohngebietes auf bisherigen Ackerflächen am Stadtrand, die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen, die Proteste der Altglienicker Bevölkerung gegen ein in ihren Augen überdimensionierten Bauvorhaben, die geplanten Abrisse im Ortskern für eine mehrspurige Straße, die ersten Baukörper an der Venusstraße und die nachfolgende Entwicklung. Zu sehen sind auch allerlei Bauwerke, die keine Realisierung mehr fanden, wie eine Schwimmhalle, eine Großgaststätte, ein Stadion oder ein Postamt. Ein paar Dinge zu sehen gibt es unterdessen auch, die nicht mehr stehen, wie etwa die frühere Kaufhalle, die lange einen Kaiser’s Verbrauchermarkt beheimatete, oder das ehemalige Seniorenheim in der Venusstraße.
Der Bürgerverein Altglienicke möchte mit seiner Ausstellung den Bewohnern des Kosmosviertels, aber auch allen anderen rund um Altglienicke die Geschichte des Wohngebietes näherbringen und einen Beitrag leisten, sich näher mit seinem Wohnumfeld zu beschäftigen. Diese gerade im Nachbarschaftstreff der WaMa in einer Kooperation mit WeTeK und Kiezladen der Möglichkeiten sowie dem Quartiersmanagement zu zeigen, macht es umso spannender. Sie sind herzlich eingeladen am 15. Februar in der WaMa vorbeizuschauen… oder danach zu den sonstigen Öffnungszeiten.

(Text wurde von Joachim Schmidt vom Dörferblick zur Verfügung gestellt. Vielen Dank)


Die GAGFAH machte das Dorf zur Stadt- Ausstellung zur Geschichte der Wohnsiedlung an der Ortolfstraße

Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.
Bild: Bürgerverein Altglienicke e.V.

Ein Bericht von der Berliner Woche:

Kunibertstraße, Ortolfstraße und Wolfmarsteig erhielten ihre Namen vor rund 80 Jahren. Die Straßen entstanden beim Bau der Gagfah-Siedlung.

Im vorigen Jahr wurde die Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten 100 Jahre alt. Seine Spuren hat das Unternehmen auch in Altglienicke hinterlassen. Um 1930 war das noch eher ein beschauliches Dorf. Dann wurden Ackerflächen parzelliert. Dort entstand ab 1934 die Gagfah-Siedlung. mehr lesen ...