Altglienicke auf einen Blick

  • 26.000 Einwohner
  • Kindertagesstätten: 10
  • Grundschulen: 4
  • Realschulen: 1
  • Gymnasien: 1
  • andere Schularten: 4
  • Allgemeinmediziner (ohne Fachärzte): 8
  • Zahnärzte (ohne Kieferorthopäden): 13
  • Seniorenfreizeitstätten: 1

Verkehrsverbindungen: S-Bahn Altglienicke und Grünbergallee, Omnibuslinien 160,163,260
Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil des historischen Bezirks Treptow. Die historische Gemeinde Altglienicke des ausgehenden 19. Jahrhundert geht auf das Dorf Glinik aus dem 14. Jahrhundert zurück. Altglienicke ist geprägt von Grundstückssiedlungen am Falkenberg und einem Neubaugebiet bei Falkenhöhe in Richtung des Flughafens Schönefeld. Altglienicke gehört zum ältesten Siedlungsgebiet des Bezirks Treptow-Köpenick.

Altglienicke liegt im Südosten Berlins nahe dem Flughafen Schönefeld. Der Ortsteil befindet sich nordwestlich des 52 Meter hohen Falkenbergs. Der Falkenberg und die 1962 eröffnete S-Bahnstrecke nach Schönefeld trennen Altglienicke nach Osten hin vom Ortsteil Bohnsdorf. Nach Norden bildet der Teltowkanal die Grenze zum Ortsteil Adlershof. Westlich schließt sich der Ortsteil Rudow im Bezirk Neukölln von Berlin an.
Im Süden liegt hinter der Berliner Landesgrenze zum Land Brandenburg die Gemeinde Schönefeld. Der Ortsteil wird topografisch durchzogen vom Übergang des Höhenzuges Teltow zum Berliner Urstromtal, der sogenannten „Hangkante“. Daher liegt umgangssprachlich der historische Ortskern vor oder unter dem Berg, die weiteren, erst später erschlossenen Siedlungsgebiete nach Süden hin am oder auf dem Berg. Östlich des 1951 von der Reichsbahn errichteten Berliner Außenrings befindet sich die einst vor allem von Villen geprägte Altglienicker Ortslage Falkenberg.
Altglienicke besteht darüber hinaus aus zahlreichen Siedlungen mit eigenem Charakter, im Wesentlichen Spreetal, Altglienicker Höhe, Grüneck, Sachsenberg, Falkenhöhe und Altglienicker Grund. Diese aus der Flur kommenden Bezeichnungen spiegeln sich noch heute in verschiedenen Straßennamen wider. Ab Ende der 1980er-Jahre entstanden auf bis dahin landwirtschaftlich genutzten Flächen größere Neubausiedlungen, die über eigene Bezeichnungen verfügen. Das noch zu DDR-Zeiten zwischen 1987 und 1990 in Plattenbauweise errichtete Gebiet an der Schönefelder Chaussee wird als Kosmos-Viertel bezeichnet. Nach 1990 entstanden als weitere Neubaugebiete das Kölner Viertel, das Ärztinnenviertel und das Anne-Frank-Carée. Die Namen nehmen Bezug auf die in den Vierteln vorherrschenden Straßennamen.
Entlang der westlichen Ortsgrenze zu Rudow entstand zum Teil in Tunnellage gelegen, als Abschnitt der A 113 die Autobahnverbindung von der Berliner Innenstadt zum Flughafen Schönefeld . Die Eröffnung der Autobahnverbindung fand im Mai 2008 statt. Als Ausgleichsmaßnahme zum Weiterbau der Autobahn entstand der Landschaftspark Rudow-Altglienicke er wurde am 27.05.2009 eröffnet. Der neue Park verbindet Rudow und Altglienicke. Mit der rund 64 Hektar großen Grünanlage im Berliner Süden soll die Verbindung der beiden Ortsteile erhalten bleiben und der durch den Bau der Autobahn 113 entstandene Eingriff in die Natur ausgeglichen werden.Der Mauerstreifen ist nun ein Landschaftspark. Entlang der A 113 nach Schönefeld kann man jetzt laufen, radeln, skaten, reiten.

So sah es um 1900 in Altglienicke aus

Das geschah 1375 : Glinick wurde erstmals urkundlich im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt. Und das war vorher : Gegründet wurde das Dorf etwa 1225 "Ein Gräberfeld bei Altglienicke barg brozene Gegenstände, die in das 13. Jh. v. Chr. datiert werden "

  • 1852 - wurde die neue Dorfschule in der Besenbinderstraße gebaut.
  • 1893 - vereinigten sich die Gemeinden Alt-Glienicke und Neu-Glienicke zu Alt-Glienicke
  • 1894 - bezifferte sich die Einwohnerzahl auf 3000
  • 1895 - wurden im Dorf eine neue Kirche mit dem 41 m hohen Turm und einer neuen Orgel und die Schule (Mädchenschule) in der Rudower Straße eingeweiht
  • 1902 - wurde die Freiwillige Feuerwehr Altglienicke gegründet
  • 1906 - wurde der Teltowkanal festlich eröffnet
  • 1909 - feierte man die Eröffnung der Straßenbahnlinie Adlershof - Alt-Glienicke
  • 1914 - begann der Schulbetrieb am Mühlenberg in Alt-Glienicke (Knabenschule)
  • 1919 - besaß der Ort etwa 5000 Einwohner

 

Anhand der Funde von Herdstellen im Bereich der Ortslage Falkenberg sind in der Altglienicker Region erste menschliche Siedlungen aus der Bronzezeit ab 2000 v.Chr. belegt. Ab etwa 500 n.Chr. lösten slawische Wenden die hier siedelnden germanischen Semnonen ab. Im 12. Jahrhundert (zu Zeiten von Albrecht dem Bären) entstand neben der wendischen Siedlung ein askanisches Bauerndorf mit vermutlich aus der Altmark stammenden Kolonisten. Das Dorf Glinik wurde schließlich 1375 im Landbuch Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. 1523 kam Glienicke als Vorwerk zum Amt Cöpenick. 1628 musste Glienicke versteigert werden. Die Besitzer wechselten regelmäßig (Joachim von der Groeben, Kaspar von Klitzing, Adam von List, Graf von Lynar), bis das Dorf vom Kurprinzen Friedrich (der spätere Friedrich II.) aufgekauft und wieder in ein Vorwerk vom Amt Cöpenick verwandelt wurde. 1740 entstand unter Generalleutnant von Schlabrendorf der Gutshof Falkenberg.Im Juli 1764 siedelten sich Kolonisten aus der Pfalz als Erbpächter an und erhielten als eigenständige Gemeinde Neu-Glienicke weitgehende Sonderrechte. Alt-Glienicke und Neu-Glienicke wurden zur Gemeinde Altglienicke per Verfügung vom 17. April 1893 vereinigt. 1894/1895 entstand an der Stelle des barocken Vorgängerbaus einer Dorfkirche die heutige evangelische Pfarrkirche im Stil der Neoromanik. Im Jahre 1905/1906 wurde der Bau des Altglienicker Wasserturms sowie das Wasserwerk vollendet. Zeitgleich kam es zur Fertigstellung des Teltowkanals. 1913 wurde die Gartenstadt Falkenberg nach Plänen des Architekten Bruno Taut erbaut.
1920 wurde Alt-Glienicke mit 5.028 Einwohnern nach Groß-Berlin in den neu geschaffenen Bezirk Treptow eingemeindet. Ab den 1930er-Jahren kam es zur Parzellierung und Besiedlung weiterer Bereiche des heutigen Siedlungsgebietes. Im Frühjahr 1951 wurde der Ortsteil mit dem Bau einer Bahntrasse (Berliner Außenring) quer durch das Siedlungsgebiet zerschnitten, viele Bewohner verloren dabei ihr Grundstück und Haus. Nach Errichtung größerer Neubausiedlungen ab 1987 betrug die Einwohnerzahl im Jahr 2005 etwa 26.000 Menschen.

Eine Textfassung aus den 50er Jahren zur Entstehung von Altglienicke

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(Verfasst und geschrieben von Herrn Jürgen Bleul als Schüler. Dieses Material würde von Frau Lingenober zur Verfügung gestellt.)

Die Veränderungen der Schreibweisen des Ortsnamen von 1375 bis heute

Der Stamm des Ortsnamens leitet sich aus dem Slawischen ab, und zwar bedeutet glina = Lehm und glinki = Lehmfelder. Es verrät uns, dass auch Slawen (Wenden) sich nach den germanischen Stämmen in diesem Gebiet aufhielten.
Deutlich konnte man das beim Bau des Krankenhauses Hedwigshöhe beobachten.
Eigentlich bestehen alle Höhenlagen aus Lehm, den "typischen" Berliner Sand haben erst die Eiszeitbewegungen hergebracht. In ihrer ersten urkundlichen Erwähnung, nähmlich im Landbuch Kaiser Karls IV. im Jahre 1375, da war ihr der Lehm im Ortsnamen aufgedrückt.