Die Entstehung der Schule am Berg

(Hier sehen Sie eine Originalskizze aus dem Jahre 1979 von Herrn Dr. Baugatz, damals Pfarrer in Altglienicke, dann als Zeichner und Maler tätig)
Im Jahr 1895 hatte Altglienicke zwei Schulgebäude, die erste Jungen Schule mit Hauptlehrer Oskar Scheer in der Wilhelmstr. 1 (heute Besenbinderstr.) und die erste Mädchenschule mit Hauptlehrer Paul Goltze in der Rudower Str. 45. Die Küsterstelle wurde von der Schulmeisterstelle im Jahr 1906 abgetrennt. Auch die Immobilien von Kirchen und politischer Gemeinde wurden geteilt. Ab dem 12.12.1906 durften sich die Hauptlehrer dann Rektor nennen.
Scheers ganze Kraft gilt weiterhin dem Thema Nr. 1, der Raumnot, denn das Schulhaus in der Wilhelmstr. erweist sich sehr bald als zu klein. Im Jahre 1908 erhebt sich der Ruf nach einem großen Schulgebäude mit Aula und Turnhalle. Im Jahre 1910/1911 wurde angefangen, das neue Schulgebäude zu erbauen.
Im Jahre 1913 wurde das neue Schulgebäude am Berg im Rohbau gebaut und am 20.04.1914 zog Oskar Scheer mit seiner Familie, sowie sechs Lehrern und rund 400 Schülern ein. Die Kosten des Gebäudes belaufen sich auf 219 537,28 Mark.
Zunächst konnten nur die ersten drei Klassenräume im neu erbauten Schulgebäude in der
Köpenicker Straße 31 zum Unterricht benutzt werden. Alle übrigen Klassen der Jungenschule (Wilhelmstraße 1) bezogen im August 1914 das neue Schulgebäude in der Köpenicker Straße 31.
Der Schulneubau war als viergeschossige Zweiflügelanlage in Mauerwerksbau mit gereihten
Rechteckfenster. Neben den 17 Klassenräumen, der Rektorwohnung im Erdgeschoss, der Zentralheizungsanlage, Volksbücherei und dem Schulbrausebad im Kellergeschoss, war besonders die Aula sehenswert.
Sie hatte eine getäfelte Decke, eine Raumhöhe von 9m und eine Grundfläche von 220 Quadratmeter .
Außerdem besaß sie eine Empore mit 114 Quadratmeter Fläche und diente zugleich als Zeichen und Gesangssaal. Vorrichtungen für Lichtbildvorträge waren ebenfalls vorhanden.
Wie an allen Schulen brachte die Zeit während des 1.Weltkrieges erhebliche Belastungen. Sammlungen der verschiedensten Arten an der Schule zur Unterstützung der Front wurde wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Die Kinder spendeten ihre Ersparnisse aus der Schulsparkasse. 5 Lehrer waren zum Kriegsdienst eingezogen worden. Deshalb mußten Klassen zusammengelgt werden. Der Lehrstoff wurde gekürzt. Da viele Kinder verstärkt häusliche Pflichten nachkommen mussten, konnten sie nur unregelmäßig die Schule besuchen.
Am 30.09.1917 wurde die Mädchenschule in der Rudower Straße 45 aufgelöst.

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Grundschule am Berg im Jahr 2009 | | Gemeindeschule |
Die beiden Gemeindeschulen (Jungen und Mädchenschule) wurden im Schulgebäude Köpenicker Straße 31 zusammengelegt. Es gab von nun an nur noch die Gemeindeschule in der Köpenicker Straße 31, in der bereits 702 Schüler/innen unterrichtet wurden.
Um die sehr große Raumnot zulindern, wurde im Jahre 1919 eine Baracke vom Flughafen Johannisthal
für Schulzwecke in der Rosestraße 5 aufgebaut. In dieser Filialschule "Falkenberg" wurden in zwei Klassen 30 Schüler/innen unterrichtet. Ein Lehrer war dort wegen der Wohnungsnot ebenfalls untergebracht.
Im Schuljahr 1920 wurden 665 Schüler/innen in 19 Klassen von 20 Lehrern unterrichtet. Eine Klasse war die am 01.04.1920 eröffnete Hilfschulklasse mit 14 Schüler/innen. Am 30.09.1921 wurde Rektor Scheer, der 44 Jahre lang im Schuldienst tätig war (seit 1879 an der 1. Gemeindeschule in Altglienicke) pensoniert. Die Stundenerhöhung im April 1924 für die Lehrkräfte, die geringe Neuaufnahme von Schulanfängern und der Abgang von Schüler/innen zu höheren Lehranstalten hatte zur Folge, dass 4 Lehrer/innen von der hiesigen Gemeindeschule an andere Schulen versetzt wurden. Die Zahl der Klassen betrug nur noch 15 und die Zahl der Schüler/innen ging auf 467 zurück.

Im Jahre 1925 wurde Handfertigungsunterricht in Hobelbank und Buchbindearbeit für die Jungen und Mädchen praktischer Hauswirtschaftsunterricht. Die Säuglingspflege sowie Nähmaschinenunterricht wurde eingeführt.
Die Änderung der Bezeichnung der Gemeindeschulen in Volksschulen wurde am 01.07.1927 eingeführt.
Es erfolgte eine durchgehende Nummerierung der Volksschulen im Bezirk. Die Gemeindeschule in der Köpenicker Staße 31 wurde jetzt die 19. Volksschule im Bezirk Berlin-Treptow.
Mit der steigenden Einwohnerzahl von Altglienicke stieg auch die Schülerzahl. Gab es 1930 noch 428 Schüler/innen in 16 Klassen an der Schule, so wurde im Schuljahr 1932 bereits 558 Schüler/innen in 17 Klassen unterrichtet.
Aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 07.04.1933 wurden
"politisch unzuverlässige " Lehrkräfte entlassen oder in ein niedriges Amt versetzt. An dieser Schule wurden 2 Lehrer beurlaubt. Um 4 Schulanfängerklassen unterzubringen, war es im Jahre 1934 notwendig, die alte Mädchenschule in der Rudower Straße 45 als Filiale I mit 3 Klassen wieder zu beleben. Die Barackenschule "Am Falkenberg" in der Rosestraße 24 (ehemals Nr. 5) nahm als Filiale II der 19. Volksschule Köpenicker Straße 31 die 4 Anfängerklassen auf . Am 20.04.1934 wurden insgesamt 751 Schüler/innen in 21 Klassen einschließlich einer Hilfsschulklasse an dieser Schule unterichtet.
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Schulhof | | Schulhof |
Im Jahre 1937 hatte die Schule 24 Klassen mit insgesamt 843 Schüler/innen (430 Jungen und 413 Mädchen). Davon befanden sich 5 Klassen in der Filiale I (Rudower Straße 45) und 3 Klassen in der
Filiale II (Rosestaße 24). Auf Grund einer neuen Nummerierung im Jahre 1938 der Volksschule im Bezirk Berlin-Treptow wurde aus der bisherigen 19. Volksschule jetzt die 12. Volksschule, Köpenicker Straße 31.
Die Schule verfügte nicht über Luftschutzräume. Auf Grund einer militärischen Anordnung mussten
die Kinder mit Beginn des 2. Weltkrieges in den Kellerräumen splittersicher untergebracht sein .
Deshalb wurde der Unterricht in 3 Gruppen erteilt. Wegen der Fliegerangriffe führte das Lehrerkollegium einen Luftwachdienst durch. Die Kinder wurden in weniger gefärdete Gebiete verschickt.
Im Jahre 1941 hatte die Schule 25 Klassen und eine Hilfsschulklasse mit insgesamt 927 Schülern/innen
(470 Jungen und 457 Mädchen).
Die 12. Volksschule erhielt am 1.12.1942 während einer Feierstunde in der Treptower Archenhold-Sternwarte den Wanderpreis für das beste Sammlerergebnis von Alt- und Abfallstoffen in allen Treptower
Schulen.

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Kreuzung vor der Schule | | Grundschule am Berg (Frühjahr 2010) |
Zum Kriegsende 1945 lagen Beschädigungen über das Gebäude (früher Mädchenschule) in der Rudower Straße 45 vor. Über eventuelle Beschädigungen des Schulgebäudes in der Köpenicker Straße 31 während der Kriegszeit bzw. der Zweckentfremdung des Gebäudes liegen keine Angaben vor .
Mit Stand vom 01.06.1945 gab es an der 12. Volksschule Köpenicker Straße 31 bereits 27 Klassen mit 958 Schüler/innen einschließlich der Filiale I Rudower Straße 45 .
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(Erstellt am 06.10.09 und weiterbearbeitet am 07.12.09, neue Fotos am 05.02.2010 eingestellt)