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Die erste Schule in Altglienicke

Die erste Schule wurde an dem Platz (in der Wilhelmstr. heute Besenbinderstr.) errichtet an dem die Vogtswohnung stand. Später wurde das Haus Schäferhaus (Flans, der auch Kirchenpatron war,richtete eine Schäferei in der leerstehenden Vogtswohnung ein) genannt und wiederrum später hieß es "Schule im Schäferhaus."

Was bedeutet Vogtswohnung?

Bei der Gründung des Dorfes Glienicke gingen die Markgrafen systematisch vor. Da wurde von den Markgrafen ein Ritter zum Organisator des Vorhabens und zum Vogt (sowas ähnliches wie ein Vorsitzender) im künftigen Dorf erklärt.  Zu diesem Zwecke wurde ihn erstmal ein Domizil gebaut, damit er im Dorf die Dinge lenkt und leitet.

Irgendwann wurde im Haus der Besitzer gewechsel. Es ist nicht genau bekannt, wann das Gebäude erbaut wurde, wo der Vogt wohnte. Es ist nur bekannt, das aus dem Schäferhaus (wo der Unterricht in einen Raum stattfand)  im Jahre 1852/53 die neue Dorfschule an der selben Stelle erbaut wurde. Erweitert wurde das Gebäude im Jahre 1885.

   
Alte Dorfschule imJahre 1852 (Blick von der Friedrichstr. heute Semmelweissstr.)
 
Alte Dorfschule, heute Altglienicker Museum (Blick von der Semmelweissstr.)  Foto vom 13.09.09 Spätsommerfest

Als Johannes Weimann, Glienickes erster namentlich bekannter Schulmeister abtrat, da folgte ihm im Jahre 1703 ein Stellmacher, namens Weber. Zu dieser Zeit war der Verdienst sehr wenig, sodass er  im Jahre 1708 sein Amt an seinen Schwiegersohn Herr Harlich (Beruf Schneider ) abgab. Im Jahre 1715 trat der Nachfolger August Hacke seinen Dienst an. Sein Beruf war nicht bekannt,  aber er muß sich sein Lebensunterhalt gut verdient haben, denn sein wohltätiges Tun zum Nutzen von ca. 20 Glienickern Kindern währte 38 Jahre lang.

Im Jahre 1755 schlägt der Köpenicker Amtmann Puhlmann einen neuen Glienicker Küster und zugleich Schulmeister vor. Der Name des Mannes war: Johann Gladowsky, Beruf Schneider.

Gladowsky bezog mit seiner Familie Quartier im ehemaligen Schäferhaus, dass zu dieser Zeit stark reparaturbedürftig gewesen sein muß. Als Schulstube diente den Kindern ein einziger Raum, für dessen Heizung der Schulmeister selbst aufzukommen hat.

 

Aber so einfach war es nicht für einen Schulmeister vom Lehrerdienst zu leben. Johann Gladowsky  starb am 3.Juli 1789.

Am 24.09.1789 wurde Gladowskys Nachfolger, (er war Präparand und hieß Kulicke) zum Lehrer berufen. Dieser blieb aber nicht lange und so wurde zum 1.5.1791 mit Karl Christian Bohm , einem Schneider, wieder ein Lehrer auf Dauer eingestellt. Im Jahre 1820 hat Bohm 106 Kinder zu unterrichten, in derselben Schulstube (Schäferhaus) wie seine Vorgänger. Im Jahre 1829 wird am Schulgebäude  restauriert. Die Schulstube wird durch Einbeziehen von Stall und Kammer vergrößert, das Dach erhielt Ziegel statt Stroh, und der Pfarrgarten wird zur Schule hinzugefügt.

Im Jahre 1832 bietet sich der Glienicker Friedrich Lehmann als zweiter Lehrer, für die bis jetzt insgesamt 118 Schüler an. Obwohl er kein Lehrer war, mußte er seine Lehrfähigkeiten richtig eingeschätzt haben. Eigentlich wollte er nur die Kinder (als zweiter Lehrer) unterrichten, die schon lesen können. Aber ganz überraschend sechs Wochen später, starb Herr Bohm. Leider waren die  Forderungen von Lehmann,  seine Einkünfte betreffend , etwas zu groß. In der Zwischenzeit sprach sich das Elend der Schulmeister  (davon ist auszugehen) herum. Denn einen Monat nach Bohms Tod, wurde das Lehrergehalt erhöht. Für jedes Schulkind mußten die Eltern monatlich 3 Silbergroßen und neun Pfennige an den Schulmeister zahlen. Das Lehrergehalt wurde am 26.04.1832 erhöht, auf 100 Taler und fünf Klafter Holz. 

Die alte Dorfschule (früher Wilhelmstr. heute Besenbinderstr.)

Am 15.09.1832 kam Johann Carl Henning in den Genuß des Lehrergehalts. Da seit 1717 in Preußen die allgemeine Schulpflicht bestand, rückte Henning den Schulschwänzern zu Leibe. Zu dieser Zeit gab es in Glienicke noch viele Analphabeten. Er versuchte, die Mißstände in Glienicke zu beseitigen, aber wahrscheinlich hinderte ihn sein schwacher Gesundheitszustand. Carl Henning starb am 24.11.1848.  Vor seinem Tod (sechs Wochen vorher) wurde er noch pensioniert, was eine Neuheit darstellte. Bis zu dieser Zeit, arbeiteten die Schulmeister bis sie sich aufs Sterbebett legten.

Am 01.04.1849 wurde ein neuer Lehrer eingestellt und der hieß Carl Reinhold Hübner. Er war 31 Jahre jung und kam aus Friedrichshagen . Hübner forderte das erst 20 Jahre zuvor restaurierte Gebäude wegen Feuergefahr abzureißen. Ein Neubau mußte her. Im Jahre 1852 wurde das alte Schulhaus abgerissen und ein neues angefangen. In dieser Zeit mußten ca 136 Kinder wieder in einen Raum unterrichtet werden, der sich aber unterteilen ließ. 1859 erreichte er durch Anbau und Versetzen einer Zwischenwand die Teilung in zwei Schulzimmer. Hübner pflanzte vor dem Schulhaus  3 Maulbeerbäume und weitere 117 Maulbeerbäume im Ort. Nach 15 Jahren (im Jahre 1864) verließ Hübner Glienicke und kehrte nach Friedrichshagen zurück. 

Die nachfolgenden Lehrer waren nur kurz hier: Herr Gummert, Carl Stage, Fritz Jülicher, Richard Schiele, Adolf Schleicher und Herr Krackow.

Woran lag es, das Glienicke auf Lehrer so abschreckend gewirkt hat. Die Gehälter können nicht dran schuld gewesen sein. Vielleicht lag es an den Kindern ?

Im Jahre 1875 hatte Glienicke 1482 Einwohner , davon waren 273 Kinder im Schulalter.

Im Jahre 1978 kam Carl Hübner II. Sein Dienstantritt war am 01.04. Er war Hauptlehrer und Küster. Zwölf Jahre sollte seine Amtszeit in Glienicke sein. Was haben für ihn zu verdanken ?

Die Altglienicker Schulchronik

denn seit seinem Amtsantritt, führte er ein Schultagebuch. Hübner führte Buch: "1882 gibt es für 292 Kinder endlich einen dritten Lehrer, Herrn Eickhoff, 1886 für 353 Kinder einen vierten Lehrer. Man unterteilt in sechs Gruppen (Klassen), für die drei Räume zur Verfügung stehen. Eine besondere Beachtung verdient ein neuer Lehrer im Jahre 1885 in Glienicke. Fräulein Anna Oelschläger tritt ihren Dienst an. Der erste weibliche Lehrer im Ort."

Hübner widmete sich natürlich auch dem Thema Raumnot. Es ist zwar schwierig, aber er erreicht einen Erweiterungsbau. Dieser ist im Jahr 1890 beziehbar. Im Jahre 1879 war bereits ein Turnplatz vor der Schule eingeweiht worden. Auf Grund zahlreicher Spenden (auch von den Schülern) konnte man sogar eine Uhr und eine Schulglocke kaufen. Im Jahre 1882 nach 30 Dienstjahren wurde Carl Hübner II der Schwarze Adlerorden "Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern" verliehen, weil er stets segensreich in Schule, Gemeinde und Kirche mitgewirkt hatte.

Im Jahre 1890 rückt Oskar Scheer auf die Position des Hauptlehrers. Scheer gelangte in seiner Bedeutung und Wirksamkeit für den Ort weit über Hübner hinaus. Scheer hatte Spaß am Forschen. Er führte nicht nur die Chronik weiter, sondern er bemühte sich die Geschichte von Glienicke zu rekonstruieren und schriftlich niederzulegen. Auf einen Antrag an die Königliche Regierung, alte Actenstücke (so wurde das Wort früher geschrieben) zur Zusammenstellung einer Chronik einzusehen, wurde im Oktober 1892 gestattet. Die alten Akten wurden ihm ausgehändigt, wobei die sorgsamste Aufbewahrung und vollständige Rückgabe zur Vorrausetzung gemacht wurde. Dort wo Altglienicke am ältesten sein soll, nähmlich im Gebiet der Alemannstr, Preußen und Ewaldstr. sowie der Teutonenstr hat auch Scheer gebudelt und Zeugnisse der frühen Besiedlung ans Tageslicht gebracht. Eine weitere große Leistung Scheers war es, um würdige Schulverhältnisse zu kämpfen. Die Beschaffung eines Saals für den Turnuntericht während des Winters war sehr schwierig, weil die beiden Gastwirte die über einen solchen Saal verfügten 300 bzw. 500 Mark Miete für zirka 18 Tage Beanspruchung im Laufe des Winters haben wollten. Also mußte der Turnuntericht (Turnerbewegung) notgedrungen auf Eis gelegt werden.

 

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erstellt August 2009 weiterbearbeitet Oktober 2009
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