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Die Entstehung der Altglienicker Dorfkirche

 

Laut ersten Erwähnungen soll Altglienicke (damals Glienicke) im Jahre 1375 eine eigene Kirche besessen haben. Sogar ein eigener Pfarrer (dem vier Freihufen zugeteilt waren, Grund und Boden aus markgräflichen Besitz) war vorhanden. Die Kirche dürfte ein Fachwerkhaus gewesen sein und ausgestattet mit einem gestifteten Altar (vermutlich von der Familie Musolf), der nach dem Heiligen Erasmus benannt war.

Glienicke besitzt zwar jetzt eine Kirche mit Pfarrer nur wurde diese nicht groß genutzt. Da die Einwohnerzahl stark gesunken war, wurde auch somit der Pfarrer in Glienicke gewissermaßen eingespart. Am Altar wurde nur still gebetet und das Glockenläuten wurde von einem Bauern durchgeführt. Die Bewohner besuchten zum Gottesdienst die Köpenicker Kirche. Die Einnahmen aus der Glienicker Kirche gingen an den Köpenicker Pfarrer. Als unter Georg Flans das Dorf wieder aufblühte, bemühte er sich, den alten Zustand wieder herzustellen und sogar einen Pfarrer seiner Wahl wieder zu etablieren, wozu er als Kirchenpatron berechtigt war. Da Fachwerkhäuser nicht lange halten, wurde die erste Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen, und an ihrer Stelle wurde einen andere errichtet. Die zweite Kirche brannte während des 30jährigen Krieges ab. Da die zweite Kirche am gleichen Platz errichtet wurde, mußte sie nach rund einhundert Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Sie besaß bereits eine Glocke.
Am 3.Juni 1757 wurde für die dritte Kirche der Grundstein gelegt. Es entstand ein barocker Bau unter Baumeister Abraham Lehmann und Zimmermann Johann Rüdel, beide aus Spandau.
Im Oktober anno 1757 erlebten die Bauarbeiter die Plünderung Glienickes durch die croatische Kavallerie unter dem österreichischen Genaral Andreas Hadik, der mit 4000 Mann aus der Lausitz kommend einen Abstecher nach Berlin machte. Er konnte in die unbefestigte Stadt eindringen, da zwei Bataillons Landmiliz vor dem Schlesischen Tor nicht ausreichten, ihn und seinen Tross aufzuhalten. Gegen Zahlung von 200 000 Taler aus der Stadtkasse verschonte er die Hauptstadt und verließ Berlin am nächsten Tag wieder. Die Bauarbeiter an der Altglienicker Dorfkirche waren bei dem Hussarenstreich mit dem Schrecken davon gekommen. Im Jahre 1759 war die Kirche fertiggestellt und sie bot Platz für 120 Menschen. Die Kirche war ein einfacher geputzter Ziegelbau, ohne Chor, flach gedeckt sowie mit einen Holzturm versehen. Die Ausmaße der Kirche waren : 22,50 Meter lang, 10,30 Meter breit und der Turm ragte bis zum Knopf etwa 26 Meter hoch. Gleichzeitig kam mit der neuen und dritten Kirche auch ein neuer Pfarrer namens Johann Gottfried Benecke.Die Grundsteinlegung der Kirche erfolgte am 18.Juli 1894 unter starker Beteiligung der Bevölkerung.

Die Dritte Kirche

Am 3.Juni 1757 wurde für die dritte Kirche der Grundstein gelegt. Es enstand ein barocker Bau unter Baumeister Abraham Lehmann und Zimmermann Johann Rüdel, beide aus Spandau.
Im Oktober anno 1757 erlebten die Bauarbeiter die Plünderung Glienickes durch die croatische Kavallerie unter dem österreichischen Genaral Andreas Hadik, der mit 4000 Mann aus der Lausitz kommend einen Abstecher nach Berlin machte. Er konnte in die unbefestigte Stadt eindringen, da zwei Bataillons Landmiliz vor dem Schlesischen Tor nicht ausreichten, ihn und seinen Tross aufzuhalten. Gegen Zahlung von 200 000 Taler aus der Stadtkasse verschonte er die Hauptstadt und verließ Berlin am nächsten Tag wieder. Die Bauarbeiter an der Altglienicker Dorfkirche waren bei dem Hussarenstreich mit dem Schrecken davon gekommen. Im Jahre 1759 war die Kirche fertiggestellt und sie bot Platz für 120 Menschen. Die Kirche war ein einfacher geputzter Ziegelbau, ohne Chor, flach gedeckt sowie mit einen Holzturm versehen. Die Ausmaße der Kirche waren : 22,50 Meter lang, 10,30 Meter breit und der Turm ragte bis zum Knopf etwa 26 Meter hoch. Gleichzeitig kam mit der neuen und dritten Kirche auch ein neuer Pfarrer namens Johann Gottfried Benecke.
Die Grundsteinlegung der Kirche erfolgte am 18.Juli 1894 unter starker Beteiligung der Bevölkerung.

   
Die vierte Kirche
 
Die vierte Kirche

Die Weihe der Kirche fand am 10.November 1895 unter vielen Ehrengästen statt. Sogar Ordensverleihungen wurden an diesem Tag durchgeführt. Das Geld für die Innenaustattung der Kirche wurde ausnahmslos von den Einwohnern aufgebracht. Die Maße der Kirche sind: 36 Meter lang und 16 Meter breit, der Turm ist 41 Meter hoch. Es finden 800 bis 1000 Menschen einen Sitzplatz. Natürlich nur, wenn sie auch hingehen. Die Orgel wurde von der Orgelbaufirma Wilhelm Sauer in Frankfurt/ Oder erbaut und am 10.11.1895 geweiht. Die Kirchenglocken wurden von der dritten Kirche wiederverwendet. Eine Glocke vom Jahr 1703 war gesprungen. Sie wurde umgegossen. Die umgegossene Glocke hielt bis 1891, dann sprang sie erneut. 1895 wurde sie zum Einschmelzen gegeben. Es wurden drei Bronzeglocken in Auftrag gegeben, von denen zwei Materialmängel aufweisen. Im Jahr 1917 wurden diese abgenommen und gleich zerschlagen. Da 1920 das 25jährige Bestehen der Kiche festlich gefeiert werden sollte , mußte tief in die Tasche gegriffen werden, und es wurden drei Klangstahlglocken und ein eiserner Glockenstuhl im Jahre 1922 installiert. Die Kosten waren beträchtlich: 35200 Mark.
Bis zum Jahre 1961 wurden die Glocken von Hand geläutet. Später kam ein elektrisches Geläute hinzu.

   
Damals mit alter Straßenbahn
 
In den 50 er Jahren

Was ist so alles in der Zwischenzeit passiert: Eine Explosion bei der Firma Kahlbaum am Adlergestell im Mai 1917, ließ einige Fenster bersten. Im zweiten Weltkrieg erlitt sie Bombenschäden. Aber mehr setzten ihr der schleichende Verfall und dringende nötige Reparaturen zu DDR Zeiten zu, die aber nicht erfolgten. Ein weiteres Problem war immer die Heizung in dem riesigen Raum, weil deren hohe Kosten in keinem Verhältnis zu der geringer werdenden Anzahl von Gläubigen standen. So wurde ein kleiner Raum unter der Orgelempore geschaffen, die sogenannte Winterkirche, die durch eine Glastrennwand getrennt wurde und mit einer kleinen Schwesternorgel ausgestattet ist. Bei Erdarbeiten neben der Kirche wurden Teile des Fundaments der Vorgängerkirche freigelegt, die vorschriftsgemäß in Ost-West Richtung, diagonal zur Straßenecke stand. Das jetzige Kirchengebäude ist nicht linientreu, es weicht von der vorgeschriebenen Achsenrichtung ab. 

   
Die Glocken der Kirche
 
Der Altar im Jahr 2009

Die große Kirche wurde im rechten Winkel zur Köpenicker und damaligen Friedrichstraße gesetzt. Auf der restlichen schmalen Rasenfläche neben dem linksseitig versetzten Kirchturm steht ein Gedenkstein von 1922, der die Namen im I. Weltkrieg gefallener Altglienicker Sportler trägt. Ursprünglich stand er auf dem Turm- und Sportplatz des Männer-Turn-Vereins Spiess Altglienicke am Bohnsdorfer Weg. Nach dem Verkauf des Platzes an den Gärtner Rosenberg, setzte man den Gedenkstein auf die Freifläche neben der Kirche.
Der Kirchturm steht da wie eine Eins, ist er nicht Altglienickes Nummer 1 mit glänzendem Schieferdach und eisenbeschlagenem Tor ?

      
Die Dorfkirche im Jahr 2009
 
Neue Kita mit Kirche im Hintergrund 2010
 
Kirchturm

Schliesslich überragt er mit seiner Höhe von 42 Metern als Wahrzeichen des Ortes alle anderen Gebäude. Er ist die architektonische Dominante des Ortskern. Deshalb lassen die Altglienicker die Kirche im Dorf und ihrem Turm seine alte Hausnummer 1. Vor hundert Jahren zählte man die Nummern rechts aufwärts und links zurück.
So bekam die Kirche die Nummer 1. Später führte man hier die wechselseitige Zählung ein und begann links, so dass das Kirchengrundstück die Hausnummern 2-6 erhielt.

   
Dorfplatz mit alter Schule (links) und Gaststätte Ebel
 
Dorfkirche Haltestelle

 

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(Erstellt im Juli 2009, bearbeitet 16.09.2010)

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